Waldviertler Viermärkteweg 612 Tage 1 und 2: Groß Gerungs – Schönbach – Groß Gerungs

Der nächste Lockdown ist vorbei und zumindest in NÖ durften die Beherbungsbetriebe wieder aufsperren. Damit meine Chance, endlich wieder länger als einen Tag rauszukommen. Nach langer Zeit will ich in diesem Winter wieder mal das Waldviertel aufsuchen. 3 verschiedene Wege hab ich mir  da schon vorgemerkt, und für diese Tour habe ich mir den kürzesten der 3 ausgesucht: den Waldviertler Viermärkteweg. Der führt von Groß Gerungs nach Groß Gerungs, allerdings mit Umwegen :), ist also ein Rundwanderweg mit den größeren Zwischenstationen Arbesbach, Schönbach und Rapottenstein. Eine Wegbeschreibung aus dem Jahr 1974 steht mir zur Verfügung, und entgegen den Angaben dort werde ich den Weg gegen den Uhrzeigersinn angehen – so ist der erste Tag ein wenig kürzer und vermutlich, da hier 08 und teilweise 05 auch führen, besser markieren. In Schönbach fast zur Mitte des Weges werde ich über Nacht bleiben. Auch der in der vergangenen Woche doch in größeren Mengen gefallene Schnee sollte keine gröbere Rolle mehr spielen, der sollte auch im Waldviertel zu einem Gutteil schon wieder verschwunden sein.
Tag 1 (18.12.2021): Groß Gerungs – Arbesbach – Schönbach

Mit dem Zug gings nach Gmünd, da stieg ich in den Bus um und gelangte um ¾ 11 nach Groß Gerungs. Lieber wäre mir natürlich auch da von Gmünd nach Groß Gerungs die Bahn gewesen, die fährt allerdings nur noch im Sommer als Tourismusbahn bzw. sonst zu einzelnen Veranstaltungen.

Beginn des Vier-Märkte-Weges in Groß Gerungs.

Nach ein bisschen Herumpacken gings bald später los, und in einen sehr brauchbar scheinenden Tag, etwas kalt wars noch. Mein Weg führt übrigens bis Schönbach gleich mit dem 08er bzw. dem Niederösterreichen Landesrundwanderweg, ab Arbesbach spielt auch der 05er eine Rolle, und obwohl ich die NÖ-Runde erst vor ein paar Jahren absolviert hatte, kam mir heute das Meiste relativ unbekannt vor.

Über die Gleise der Waldviertlerbahn verlasse ich Groß Gerungs.

Über die Gleise der Schmalspurbahn verließ ich Groß Gerungs, folgte bald einem Feldweg ein Stück bergan und bog dann in die nach Klein Reinprechts führende Straße.

Ein wenig bergan heraus aus Groß Gerungs.
Groß Gerungs. Ein Rückblick.

Hinter diesem kleinen Ort gings über einen Feldweg in den Wald und eine nette Waldwanderung begann – und wie gedacht war der Schnee nicht wirklich störend.

Klein Reinprechts.
Auf einem Feldweg raus aus Klein Reinprechts.

Zu einem guten Teil gings leicht bergan und wieder aus dem Wald tretend, kam ich nach und durch Marharts.

Wandern zwischen Klein Reinprechts und Marharts.
Zurückgeschaut nach Klein Reinprechts.
Es geht durch Marharts.

Die Weiterwanderung wieder durch kurze Waldstücke und zwischen Wiesen brachte mich vorbei am Ghf Einfalt nach Klein Wetzlas.

Zwischen Marharts und Klein Wetzles.
Am Waldrand entlang Richtung Gasthof Einfalt – das ist das Gebäude rechts Mitte.
Klein Wetzles.

In der Manier ging es auch nachher weiter – auf Feldwegen, auf Wegen zwischen Wiesen, auf Waldwegen, abgesehen davon, dass hinter Klein Wetzlas teilweise doch etwas mehr Schnee lag.

Kurz hinter Klein Wetzles gibts schon etwas mehr Schnee.
Gut markiert ist heute fast durchgehend.

Nach 2 Stunden Wanderzeit ließ ich schließlich auf einer sonnenbeschienenen Bank kurz die Beine baumeln.

Nach etwa zwei Stunden gibt es da vorne eine erste Rast.

Anschließend überquerte ich eine Straße, bzw. eher einen der sog. staubfreien Güterwege, und nach einem weiteren kurzen Waldstück sah ich schon Griesbach vor mir, wohin es nun am Waldrand entlang hinging.

Es geht nach Griesbach.

Den Ort durchquerte ich trotz eines auch hier geöffneten Gasthofes nur, in Arbesbach wollte ich schauen, ob mir vielleicht noch ein Greißler (oder gar was größeres) etwas bieten konnte.

Und wieder raus. Aus Griesbach.
Griesbach liegt schon hinter mir.

Der Weg von Griesbach nach Arbesbach verläuft im Grunde parallel der zwischen den Ortschaften verlaufenden Straße. Da war auf den Feldwegen auch deutlich mehr Schnee als noch in der Gegend von Groß Gerungs, aber Arbesbach liegt immerhin fast 200 hm höher.

Über hart gefrorenen Schnee geht es weiter dahin.

War aber harter Schnee, über den ganz gut zu gehen war und man sah dann auch schon noch in der Ferne den Turm der Burg Arbesbach auftauchen – den Stockzahn des Waldviertels.

Noch ein Foto aus diesem Bereich – der gut getroffenen Wolken aber auch des schon erkennbaren Burgturms von Arbesbach wegen.

Einmal überquerte ich die erwähnte Straße, ein wenig bergan durch den Wald und ich gelangte wieder auf sie, um ihr dann hinein nach Arbesbach zu folgen.

Ein wenig bergan, bis ich auf eine Forststraße abbiege, auf der es nach Arbesbach geht.
Ich erreiche Arbesbach.

Und da gabs eine Bäckerei und einen Nah&Frisch, die beide Samstag nachmittags noch offen waren – so hatte ich mir das vorgestellt, aber nicht erwartet. Aber das Hinauswandern aus Arbesbach ließ dann wieder meine nicht ablegbaren Schwächen erkennen – ich verging mich. Erst hatte ich mir fest eingebildet, dass mein Weiterweg von der nach Altmelon führenden Straße nach links abzweigt. Ja, und wenn man nur nach links schaut, sieht man die Abzweigungen nach rechts halt nicht. Also retour und nocheinmal und jetzt richtig angesetzt.

Arbesbach im Rückblick – Vergeher Nr. 1 hinter mir.

Aber dann: ich stand im Wald – also bildlich und tatsächlich – hatte keine Markierungen mehr und wusste auch beim Blick auf die Karte momentan nicht, wo ich war. Also nochmals retour und tja, ich hatte eine an sich deutlich dastehende Wegtafel übersehen, bin einfach daran vorbeigerannt.

Nämlich diese da – auch daran kann man vorbeirennen.

Anlauf Nr. 3, um nach Altmelon zu kommen, klappte dann. Waldflächen, Wiesenflächen, ein kleines Bacherl querte ich zwischendurch, ebenfalls relativ viel Schnee und ich kam vorbei am Hof Oberreith.

Bacherlquerung.
Am Hof Oberreith bin ich schon vorbei.

Nach der Querung einer breiten freien Fläche war anschließend ein Stück weit bis zum Schindleck Asphalt unter meinen Füßen. Das änderte sich aber nochmals, bevor ich schließlich wieder auf Asphalt gehend Altmelon vor mir hatte.

Altmelon vor mir. Im Nebel.

Und mittlerweile war es nebelig geworden und, nachdem es am Nachmittag schon fast angenehm wenig kalt war, änderte sich das wieder. In Altmelon war es bald nach 4 und mit viel mehr als einer Stunde rechnete ich eigentlich nicht mehr und wäre dann nur knapp in die Dunkelheit gekommen.

Altmelon hinter mir. Noch immer Nebel.

Aber falsch gerechnet, ich brauchte schon noch fast 2 Stunden. Und der Weg zog sich dann auch ziemlich. Bloß anfangs wird der Straße, die in der Gegend von Perwolfs einen ziemlichen Spitz hinlegt, ausgewichen, dann gings bis Schönbach nur noch der Straße entlang. Dieser Verbindungsweg zwischen den beiden Straßen war da auch das einzige Wegstück, das heute schlecht bzw. eher gar nicht markiert war, abgesehen von meinen mir selbst zuzuschreibenden Verhauern. Da ging ich einfach gerade durch … werde schon auf die Straße nach Schönbach treffen.

Wiesenquerung bei Perwolfs. Nach dieser Markierung hapert es damit ein wenig.
Aber einfach drüber über die Wiesen kann man die Richtung Schönbach führende Straße nicht verfehlen.

Schon recht am Ende könnte man dieser einmal kurz ausweichen, da war es aber schon zu dunkel, und ich blieb – trotz Vollmond, der aber angesichts Kälte und Asphalt wenig zur momentanen Aufheiterung beitrug – dem Beton treu. Bei der Stieglitzmühle führte mich die Markierung abwärts zur nach Schönbach verlaufenden Bundesstraße – trotz nicht massigen Verkehrs war also das letzte Stück gar nicht prickelnd. Da wäre es besser gewesen, die andere Straßenvariante oberhalb der Stieglitzmühle zu nehmen. Dann aber gelangte ich nach Schönbach und da wars 10 vor 6.

Dunkelheitsfotografieren ist nicht mein Ding. Knapp vor 18 Uhr in Schönbach.

Aber gut, das Herumirren bei Arbesbach dauerte wohl eine zusätzliche halbe Stunde und der letzte Wegteil war länger als vermutet. Abends war dann ein Schnitzel dran.

(Wegstrecke: 26 km)

Tag 2 (19.12.2021): Schönbach – Rapottenstein – Groß Gerungs

Ziemlicher Sturm sollte heute kommen, und in der Früh hörte sich das draußen schon danach an. War dann aber halb so schlimm, zumindest hier heroben im Waldviertel – woanders solls anders gewesen sein. Vor 8 gabs kein Frühstück, da dafür pünktlich und sehr reichlich und knapp nach meiner Zeit wanderte ich los, also um 10 nach 1/2 9.

Wegtafeln in Schönbach.

Der 08er verabschiedete sich in Schönbach von mir, dem 05er folgte ich noch ein Stück.

Schönbach im Hellen.

Und das nächste Stück ging auf einem asphaltierten Weg am Fichtenhof vorbei und durch ein Waldstück gelangte ich in das breite Tal des Edelbaches.

Schon vorbei am Fichtenhof.
Abwärts ins Tal des Edelbaches.

Ein schmaler Steig aufwärts führend, brachte mich in der Nähe des Zollnhofes und des Waidhofes zu jenem Punkt, wo mich auch der 05er verließ. Der führt hier weiter nach Traunstein, mein nächstes Ziel war aber Rapottenstein.

Man trennt sich.

Ich bog also nach links ab und gelangte auf einer Forststraße etwas aufwärts führend in die Streusiedlung Lichtenau. Etwas zog sich der Straßenweg hier durch, auch weil er weiter stetig aufwärts ging und auch der kalte Wind hier doch lästig war.

Auf der Straße durch Lichtenau.

Die Straße durch Lichtenau traf dann auf die zwischen Pernthon und Aschen führende Straße, da bog ich nochmals links ein.

Wegweiser an jener Straßeneinmündung.

Nur noch ein paar Straßenmeter, dann gings eine frische Spur in den Schnee ziehend über eine Wiese in den Wald und ohne gut erkennbaren Weg, dafür ausreichend markiert, abwärts in einen Bachgraben.

Weg von der Straße, geht es durch Schnee stapfend weiter.
Dann lande ich in einem Bachgraben.

Aus dem heraußen war ich wieder auf einer Forststraße und Forststraßen, auch mal schmalere Forstwege blieben es auch (fast) für den Rest meines Weges bis knapp vor Rapottenstein.

Anschließend geht es meistens auf Forststraßen weiter.

Immer wieder mal hieß es bei den vielen Wegteilungen und -kreuzungen aufzupassen, den richtigen Weiterweg zu finden, aber auf die Markierungen des AV Waldviertel ist im Regelfall ja Verlass. Bloß einmal an einer Lichtung hatte ich eine meiner Vor-Zurück-und-wieder-Vor-Einlagen, der Weiterweg war aber gleich gefunden.

Das war diese Lichtung.

Einmal verband dann ein schmaler Weg zwei Forststraßen, anschließend ging es bequem und flach erst an einer Lichtung mit Marterl und Rastplatz vorbei und wenig später kam nach Grötschen – das ist eine größere Lichtung mit zwei Häusern.

Weiter durch den Grötschenwald.
Wieder erreiche ich eine Lichtung.
Mit Rastplatz. Dafür war es mir aber noch zu kalt.
Wenig später bin ich in Grötschen.

Weit war Rapottenstein jetzt nicht mehr, bald kam ich aus dem Wald und gelangte beim Fischerhäusl auf Asphalt.

Nicht mehr weit zur Burg Rappottenstein.

Und da erreichten mich auch erste Sonnenstrahlen. Das Wetter war inzwischen auch schon gut geworden, der blaue Himmel strahlte, der Wind hatte sich halbwegs gelegt, bloß hatte ich während meiner doch bisher bald 2stündigen Wanderung im dunklen Wald nichts davon. Kalt war mir nach wie vor, weit ins Plus hatten sich die Temperaturen noch nicht vorangekämpft. Beim Fischerhäusl tauchte vor mir auch die Burg Rapottenstein auf, die hatte ich auf meinem Weiterweg auf einer Schotterstraße zu umrunden.

Beim Fischerhäusl taucht die Burg Rappottenstein auf.

Den Sprung zur Burg machte ich nicht, sondern mich führte mein Weg dann vom Burghügel abwärts an den Kleinen Kamp, über den mich eine schmale Holzbrücke führte.

Die Burg nochmals beim Vorbeiwandern.
Über den Kleinen Kamp.

Auf dem folgenden Weg in den Ort Rappottenstein kam ich dann vollends in die Sonne, das war angenehm.

Am Weg hinauf in den Ort geht erstmals wirklich in die Sonne.

Erst noch ein Stück am Kleinen Kamp entlang, gings auf einem Wiesenweg an den Beginn des Ortes, wo ich am Rande einer Wiese und sonnenbeschienen aushaltbar auf einer Rastbank 10 Minuten Platz nahm, was nach bald 2 3/4 Stunden schon sehr notwendig war.

Nach einer kurzen aushaltbaren Pause geht es in den Ort Rappottenstein.

Ein wenig knapp für meinen Bus in Groß Gerungs erschien mir das mittlerweile mit meiner Zeit zu werden, daher entschloss ich mich dann, mir meinen Vier Märkte-Weg abzukürzen. Noch nicht wollte ich das allerdings aus Rappottenstein hinaus tun , aber rannte da wohl an einer Abzweigung vorbei. Denn der 612er macht am Weg aus Rappottenstein einen Zacken in den Norden und kehrt dann an die nach Reichenbach führende Straße zurück, die er überquert. Ich stand dann aber schon in Grünbach, nach dem richtigen Weg suchen wollte ich nicht mehr, sondern ging direkt an die nach Reichenbach führende Straße.

Auf der Straße nach Reichenbach.

Da kam bald von rechts wieder meine Markierung daher, der ich aber – und diesmal absichtlich – noch nicht weiter folgte. Denn von hier kürzte ich mir meinen Weg wie zuvor überlegt über Reichenbach und Lembach ab und ließ den über die Gletschermühle und an der Burgleiten vorbeiführenden Weg aus. Durch Reichenbach und über eine Kuppe drüber gelangte ich nach Lembach und dahinter zwischen Wiesen wieder in den Wald, wo bald danach die Markierung wieder zu mir stieß bzw. ich zur Markierung.

Lembach.
Gleich treffe ich wieder auf die Route meines Weges.

Ab jetzt folgte ich ihr bis Groß Gerungs wieder. Bald den Wald verlassen, kam ich nach Großgundholz, wo es bald hinaus und ein wenig aufwärts auf die Erhebung des Fichtner mit einem alten Steinmarterl ging.

Hintunter nach Großgundholz.
In Großgundholz.
Und oben auf der Erhebung des Fichtner.

Vor und ein wenig unter mir breitete sich dann schon wieder die Gegend von Groß Gerungs wieder aus, zuerst ging es aber noch in einer Höhenwanderung auf einem asphaltierten Güterweg dahin, dann landete ich beim Friesenhof auf einem Feldweg, der mich abwärts zur Weißmühle brachte.

Schon ein Blick in die Gegend von Groß Gerungs.
Es geht zur Weißmühle.

Groß Gerungs war nur noch einen Hüpfer entfernt, allerdings lag da noch eine kleine Erhebung dazwischen. Auf der Straße gings erst nach Hypolz, dann auf einem Feldweg hinauf auf diese Erhebung und da lag Groß Gerungs dann direkt vor mir.

Hypolz.
Groß Gerungs und gleich am Ziel.

Es war knapp vor 3/4 4, als ich wieder am Hauptplatz von Groß Gerungs stand. Genug Zeit daher noch für einen Konditoreibesuch mit Kakao und Punschkrapfen und dem damit verbundenen Aufwärmen und pünktlich um 16.51 nahm mich der Bus wieder mit nach Gmünd und anschließend die Bahn nach Wien

(Wegstrecke: 28 km)

War diesmal eine recht kühle Angelegenheit, aber trotzdem 2 nette Tage im Waldviertel, endlich mal wieder. Und machte Lust auf mehr Waldviertel in diesem Winter und Frühjahr. Für den Winter ist im Waldviertel zumindest noch eine weitere Tour geplant, vielleicht werden es auch zwei und insgesamt damit alle der derzeit, und in der Einleitung erwähnt, vorgemerkten. Und als nächstes steht die schon übliche Silvesterwanderung auf dem Programm. Zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel werde ich wieder ein paar Tage unterwegs sein, diesmal wahrscheinlich auf meinem Weg rund um den Bezirk Graz-Umgebung.

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