Landesrundwanderweg Steiermark Tag 17: Eisenerz – Radmer an der Stube

Eingebildet hatte ich mir schon vor zwei Wochen, als ich den Hochschwab hinter mich gebracht hatte, dass ich heuer noch einmal den Steirischen Landesrundwanderweg aufsuchen und bis Johnsbach, evtl. gar bis Rottenmann wandern werde. Dann allerdings gabs Anfang der Woche Niederschlag und Schnee in den Bergen. Fast hatte ich das Vorhaben daher schon abgeschrieben, aber während der Woche schmolz doch einiges an Schnee wieder dahin, was ich auf den Webcams der näheren und weiteren Umgebung immer wieder beobachtete. Also wollte ich es mit 3 Tagen und dem Weg von Eisenerz nach Johnsbach probieren, reservierte ein Zimmer in Radmer und versicherte mich, dass auch der Winterraum in der Heßhütte offen ist. Und für den Fall, dass es doch nicht hinhaut – auf dem Weg von Radmer zur Heßhütte kommt man beim Schoderkreuz auf 1750 m, und der Weg dorthin führt auf der Nordseite des Lugauer dahin, und im Sulzkarhund doch auf über 1800 m – würde ich entweder nach Radmer zurückkehren oder durch den Hartelsgraben nach Hieflau absteigen. Wieder einmal: Schauma mal.

Tag 17 (05.11.2021): Eisenerz – Radmer an der Stube

Wieder einmal kam ich erst viel zu spät aus Wien weg, was zur Folge hatte, dass ich erst knapp vor 14 Uhr in Eisenerz war, was dann weiters zur Folge hatte, dass ich heute sowieso in die Dunkelheit kommen würde. Auch noch erwähnt: es war die erste Klimaticketausfahrt und so wie das in Bahn und Bus aussah, waren schon viele Leute mit diesem Ticket unterwegs. Sputen sollte ich mich heute, was ich auch von Beginn an tat – meine alte 01er-Wegbeschreibung spricht für die heutige Strecke von 5 3/4 Stunden, die Broschüre des Steirischen Landesrundwanderweg von 5 Stunden.

Eisenerz.

Den Rausweg aus Eisenerz nach Durchwanderung der Altstadt hatte ich bald gefunden, es ging dann recht steil aufwärts zum über der Stadt liegenden Schichtturm.

Der Schichtturm oberhalb von Eisenerz.
Eisenerz – in die nördliche Richtung geschaut.

Hinein in die Eisenerzer Ramsau musste ich weiter. Das könnte man beginnend von der Stadt Eisenerz auch auf der Straße machen, meine Route nahm da Besseres, nämlich den Weg über Hohenegg.

Bald hinter dem Schichtturm die Abzweigung nach Hohenegg.

Hinter dem Schichtturm gehts dazu noch ein Stückerl steiler bergan, dann bog ich in eine Forststraße links ein, die mich im kontinuierlichen leichten Bergan bis Hohenegg führte.

Ein Blick nach links zum Erzberg.
Gleich erreiche ich Hohenegg.

An der hinter Hohenegg liegenden Wiese zweigt ein Weg in Richtung Donnersalpe ab, bald danach wird es wieder steil, aber in die andere Richtung, abwärts nämlich.

Vorbei an der Abzweigung zur Donnersalpe.

Bergab gings recht glitschig durch das nasse herumliegende Laub und ich war dann herunten im Tal des Ramsauer Baches und in der Streusiedlung Schlingerweg.

Ich bin herunten im Tal des Ramsauer Baches.

Längere Zeit musste ich nun der ins Tal hineinführenden Straße folgen, gewann dabei wieder einige Höhenmeter und kam schließlich vorbei am Pichlerhof in die Eisenerzer Ramsau.

In die Eisenerzer Ramsau und zum Pichlerhof (da hatte man bei 2 Versuchen im September jeweils kein Zimmer für mich).

Da gibts ein Schisprungzentrum und ich wanderte an den 4 Schanzen vorbei – von ganz mini bis ziemlich groß.

Die Sprungschanzen in der Eisenerzer Ramsau (die ganz rechte ist meine).

Eine kurze Rast machte ich hier, vor allem zum dem Zweck, meine Stirnlampe griffbereit zu machen – unmittelbar drohte die Dunkelheit aber noch nicht – und auch meine Handschuhe herauszuholen. Den Fingerleins war trotz gutem Tempo und steten Bergaufgehens inzwischen recht kalt geworden.

Richtung Talschluss des Tals des Ramsauer Baches. Und nochmals eine Abzweigung zur Donnersalpe.

Hinter der Anlage wechselt der Untergrund wieder auf angenehmer, es ging am geschlossenen Alpengasthof und einer weiteren Abzweigung zur Donnersalpe vorbei, dann dreht der Weg in die nördliche Richtung in Richtung Bärenloch. Einen wunderbaren Anblick hat man da beim Aufwärtsgehen vor sich: das Bärenloch, rechts der Gipfel des Kaiserschild, links jener des Hochkogel.

Rechts das Kaiserschild, links der Hochkogel, in der Mitte bzw. davor das Bärenloch.

Ein paar Höhenmeter hatte ich zum Radmerhals noch zu absolvieren, die macht man am Weg Richtung Bärenloch und in dem folgenden langen Bogen zum Radmerhals, wo der Forststraße zum Ende nochmals kurz über einen Steig ausgewichen wird.

Rückblick in die Eisenerzer Ramsau.
Nochmals ein Blick zu Kaiserschild und Hochkogel.

Um 1/2 5 war ich am Radmerhals, dem Übergang zwischen Tal des Erzbaches und dem Radmertal. Ganz gut lag ich da mit der Zeit, denke ich, die Wegweiser deuteten mir aber, dass ich mit nochmals 2 1/2 Stunden nach Radmer zu rechnen hatte.

Im Radmerhals.

Das ging sich aber schneller aus. Der Forststraße abwärts folgte ich und wartete auf die Abzweigung in den Lahngraben bzw den Finstergraben. Die kam dann auch, allerdings: gesperrt. Und hätte ich mich besser vorbereitet, so hätte ich das bereits in meiner Wegbeschreibung aus 2013 lesen können. So führte mein Weiterweg über die von Radmer heraufführende bzw. da hinunterführende Forststraße oberhalb des Lahngrabens dahin, noch recht weit oben vorbei an der Hienharthütte, einer Jagdhütte. Und der war auch bei nun einsetzender Dunkelheit nicht zu verfehlen und es gibt zwischendurch auch ein paar Hinweise auf die offenbar schon lange bestehende Umleitung.

Einer der Umleitungshinweise. Noch oberhalb der Hienharthütte.
Vorbei an der Hienharthütte.

Kontinuierlich abwärts weiterwandernd, tauchten dann links von mir die ersten hellen aus dem Finstergraben heraufleuchtenden Flecken auf, bald danach war auch Radmer vor mir zu erkennen. Um 10 nach 6 – wieder sehr gut in bzw. eher unter der Zeit – war ich in Radmer und hatte noch ein Stück ins Tal hineinzugehen, denn der Gasthof, in dem ich mein Zimmer habe, liegt etwas außerhalb des Ortszentrums.

Um 10 nach 6 in Radmer.

Wenig getrunken, auch gegessen hatte ich heute bisher, also kam das als erstes dran, bevor ich mein Zimmer bezog.

Wie schon in der Einleitung beschrieben, bin ich wegen morgen gespannt, wie es klappt. Nach viel Schnee sieht es rundherum, außer im Bereich der umliegenden Gipfel, und die erreichen doch eine Höhe von mehr als 2000 m nicht aus, also bin ich mal guter Hoffnung, dass ich es bis zur Heßhütte schaffen werde.

(Wegstrecke: 18 km)

Minusgrade hatte es, als ich um 3/4 8 außer Haus kam. Und ich hatte gestern noch überlegt, ob ich nicht vielleicht besser den Lugauer über die Südseite und über den Gspitzten Stein umrunde, um die Querung an der Nordseite des Lugauers wegen des dort zu erwartenden Schnees auszulassen. Hätte ich besser machen sollen, denn schlußendlich wurde es nichts mit der vorgenommenen Etappe und ich fuhr abends, nachdem ich umgekehrt war, wieder heim.

Wegtafeln in Radmer. Gar mit Hinweisen auf den Steirischen Landesrundwanderweg (gabs in der Eisenerzer Ramsau auch schon).

Mein Weg begann heute abwärts in den Ort, wo ich mir beim Nahversorger noch einen Radler für den erwarteten Abend im Winterraum der Heßhütte besorgte, und bald nach dem Ortszentrum gings weg von der Hauptstraße.

Radmer. Kalt ist es.

Noch auf breitem Weg, bald hinter der Pfarralm verließ ich diesen aber, und die weiter aufwärts führende Forststraße wurde über einen ziemlich steilen Waldweg zweimal abgekürzt.

Vorbei an der gleich oberhalb von Radmer liegenden Pfarralm.
Über Waldwege geht es aufwärts.

Ziemlich feucht wars auch, was durch das viele herumliegende Laub etwas unangenehm war, und insbesondere im letzten Teil, bevor ich wieder auf die Forststraße kam, angesichts von ein wenig Abschüssigkeit vorsichtige Zappelschritte erforderte.

Der grasige, feuchte und ziemlich abschüssige Teil folgt gleich.
Hinuntergeschaut ins Radmertal (in die Radmer).

Dann gings ein paar 100 m die Forststraße entlang und von dieser abzweigend wieder durch Wälder hinauf in den Sattel zwischen Lugauer und Stanglkogel unterhalb der Jagdhütte Riritzmoos am Hang des Stanglkogel – der liegt wohl so auf knapp 1200 hm und bis hierher hatte ich 2 Stunden von meinem Quartier aus benötigt.

Blick auf den Lugauer während des kurzen Forststraßenstücks.
Nach oben geschaut.

Da blieb ich auch mal kurz stehen – mit Niedersetzen war nichts, denn die Sonne begann sich hier erst gerade breit zu machen, und rundherum war alles vollkommen feucht.

Im Sattel zwischen Stanglkogel und Lugauer.

Auch die ersten Schneeflecken zeigten sich hier und davon bekam ich schon bald noch viel mehr. Nach der kurzen Stehrast gings weiter und bald wieder steil dahin.

Weiter aufwärts Richtung Schoderkreuz.

Der Weg war immer öfter mit Schnee gefüllt und langsam fühlte ich mich ein wenig unwohler. Gerne hätte ich jetzt Begleitung dabei gehabt.

Immer mehr Schnee.

Trotzdem gings weiter erst noch in Gelände mit nur niedrigem Bewuchs – aber immer mehr Schnee -, anschließend im Wald dahin und ich kam in felsigere Gegenden. Da hatte ich dann auch schon Ausblick hin zur Gegend, wo das Schoderkreuz steht, ab da sollte es dann wieder abwärts und an das Ende des Hartelsgraben gehen.

Die Gegend rund um das Schoderkreuz – links der Lugauer – taucht auf.

Noch ein Stück weit mühte ich mich durch den Schnee aufwärts, aber nachdem ich dann schon mehrere Male auf der dünnen, teilweise eisigen und teilweise auch glitschigen Schneeauflage weggerutscht und zweimal durch die dünne Schneeauflage in ein Loch zwischen 2 Felsbrocken eingebrochen war, entschloss ich mich nach etwas über 3 Stunden Gehzeit zum Umkehren. Auch sah der Weiterweg dann auch ein wenig abschüssig aus, was bei den unperfekten Schneeverhältnissen wohl auch nicht für Spaß gesorgt hätte. Gute Wegverhältnisse, und es wäre vielleicht noch eine halbe Stunde bis zum Schoderkreuz gewesen.

Bis hierher am Nordabbruch des Lugauer kam ich. Vorne im Sattel liegt das Schoderkreuz.

Mein Abwärtsweg führte über den Aufwärtsweg, zunächst im Schnee mit aller Vorsicht, dann gings eh recht flott dahin. Anders als den Aufwärtsweg ging ich den unteren Teil – nach einer notwendigen Mittagsrast samt Vernichtung des Radlers, den ich für abends ja nicht mehr brauchte – an, da ging ich die Forststraße aus. Weiteres Herumrutschen im Laub wollte ich mir ersparen. Eine Zeit überlegte ich noch, ob ich nicht vielleicht noch eine Nacht hier in Radmer bleiben und morgen den ganz kurzen Weg nach Johnsbach (der braucht über Neuburgsattel entsprechend der Wegbeschreibung etwa 4 Stunden) angehen sollte. Aber ich ließ es bleiben. So standen mir etwa 10 km Straßenhatscher von Radmer nach Hieflau bevor, die ich zwar ohne Fußsohlenbrennen (na gut, am letzten Kilometer fings dann doch an) absolvierte, aber genau so, dass ich in Hieflau dem Zug Richtung Selzthal beim Einfahren, Anhalten, 1 Minute Stehenbleiben und schließlich beim Wegfahren zuschauen konnte – keine 100 m, bevor ich ihn noch erwischt hätte. So gings über Amstetten heimwärts und bis der Zug in diese Richtung kam, musste ich 1 3/4 Stunden lang warten, wobei ich beim Auf- und Abgehen, um mich halbwegs warm zu halten, wohl noch ein paar Kilometer absolvierte.

Noch ein paar Fotos vom Abwärtsweg:

Wird dann 2022 werden, bis ich an der Heßhütte vorbeikomme und nach Johnsbach wandere. Meine nächsten Pläne sehen so aus, dass es nicht mehr ganz so weit hinaufgeht, bzw. habe ich vor, bei der nächsten Wanderung wieder einmal ein Stück des Weges rund um Graz fortzusetzen – das in sehr flachem und nieder gelegenem Gelände.

(Noch nachgetragen: der schon bald vorgesehenen Fortsetzung am GUW kam der neue Covid-Lockdown dazwischen, also wurde das vorerst nichts – mittlerweile ist die Fortsetzung und Beendigung aber auch schon geschafft, spätestens in 4 Beiträgen werde ich davon erzählen.)

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