Ein Besuch am Schiestlhaus.

Am vergangenen Wochenende war anderes dran, u. a. Schwammerlsuchen und Markieren. Das Wetter wäre da besser gewesen, diesmal war von Naja am Samstag über recht mies am Donnerstag und Freitag bis zu ganz schlecht am Sonntag prognostiziert. Probieren tu ich es aber trotzdem, denn lange Tagestouren habe ich sowieso nicht vor und da werden sich schon Nichtregenfenster finden lassen. 4 Tage sollen es werden, aber es gab noch ein Problem: in Eisenerz hatte ich für Samstag auf Sonntag kein Quartier gefunden – 4 Absagen und eine Anfrage war noch offen. Hoffentlich klärt sich das während der Tour im positivem Sinne. Allerdings: soviel sei als Anhängsel an die bereits vor der Tour geschriebene Einleitung angehängt – das Wetter spielte zwar regenmäßig halbwegs mit, nicht jedoch sturmmäßig, was mich zum Ende bereits nach einem Tag veranlasste. Und Quartier in Eisenerz hätte ich auch da noch keines gehabt.

Und da ich jetzt vorhabe, die ganze Tour nochmals von vorne anzugehen – vielleicht noch heuer im Oktober, ansonsten dann im nächsten Jahr -, wird das Nachfolgende eine Erzählung von einem Ausflug zum Schiestlhaus werden. In meine Tagesreihung am Steirischen Landesrundwanderweg kommt dieser eine Tag am 16.09.2021 nicht.

Es sollte Tag 14 am Steirischen Landesrundwanderweg werden und den ging ich mit einer Bahnfahrt nach Mariazell an – da hab ich nie was dagegen. Nach Seewiesen käme man auch über das Mürztal und Kapfenberg, Mariazellerbahn ist aber immer ein Argument gegen die andere Alternative. Mit dem Bus gings weiter von Mariazell nach Seewiesen.

Punkt 12 am Eingang ins Seetal und in (dann doch nicht) 4 Tage am Steirischen Landesrundwanderweg.

Um Punkt 12 stieg ich bei der Station Dullwitz aus und begann meinen Weg hinein in das Seetal, das recht flott und auch noch bei recht hohen Temperaturen.

Genauso lange werde ich in etwa brauchen.

Von Regen war noch keine Spur, keine Spur war allerdings auch von Sonne, ein paar blaue Flecken am Himmel blinzelten aber am Anstiegsweg schon noch ein paar Mal kurz hervor. Flach dahin gings anfangs bis ich den letzten Parkplatz im Seetal erreichte. Dahinter gings vor Blech geschützt weiter auf der Schotterstraße, aber nach wie vor nur leicht ansteigend.

Schon vor Autos geschützt gehts weiter ins Seetal hinein. Die Florlhütte lässt sich erkennen.

Das änderte sich bald, als sich bei einem Lagerplatz für Baumaterial und Resten der alten Voisthaler Hütte (dem Neubau der Voisthaler Hütte geschuldet) die Route in einen schmalen Waldweg wendet.

Steiler wirds am Weg zur Florlhütte.

Die erste Stufe hinauf am Aufwärtsweg Richtung Hochschwab meistert man am Weg zur Florlhütte, bis man diese nach gut ansteigenden Metern im Wald und ein Geröllffeld überquerend nach einigen Serpentinen erreicht.

Rückblick übers Seetal nach Seewiesen.

Ich war da nach 1 1/2 Stunden, meinem Gefühl nach bisher recht flott unterwegs gewesen und machte ein paar Minuten Pause – der prognostizierten Möglichkeit des Regens ab nachmittags wegen hielt ich diese am gesamten Aufstiegsweg aber kurz.

Ich erreiche die Florlhütte.

Ob die Florlhütte über den Sommer (gelegentlich) bewirtschaftet ist (man findet im Netz Hinweise darauf und auch eine Tafel mit der Aufschrift „Gastwirtschaft“ am Eingang der Hütte lässt darauf schließen), genaues weiß ich aber nicht. Heute aber war sie geschlossen.

Da steht was von Gastwirtschaft.

Hinter der Florlhütte gings noch ein paar Meter aufwärts, dann war ich in der Unteren Dullwitz, über die es flach dahinging.

Flach über die Untere Dullwitz.

Vor mir lag da der Anstieg zum Franzosenkreuz am Übergang zur Voisthalergasse. Der steile Anstieg dahin ging auch noch recht gut und was auch erfreulich war, dass sich bis jetzt noch kein Regen gerührt hatte. Gerechnet hatte ich schon damit, allerdings freundlich sah das Wetter rundherum gar nicht aus.

Rückblick über den Anstieg zum Franzosenkreuz.
Franzosenkreuz und hinunter in die Voisthalergasse.

Vom Franzosenkreuz gings dann etwas abwärts in die Voisthalergasse und da bekam ich erstmals die (neue) Voisthaler Hütte in den Blick.

Da ist sie, die Voisthaler Hütte.

Dauerte über die Fläche der Voisthalergasse und dem anschließenden steilen Anstieg hinauf zur Hütte noch ein bisschen, bis ich da war.

Zur Baustelle Voisthaler Hütte.
Steiler Anstieg zur Hütte am Ende der Voisthalergasse.

Man muss am Weg zum Schiestlhaus nicht direkt zur Voisthaler Hütte gehen, aber ich machte den Abstecher, um mir den Neubau kurz anzusehen.

Alte und neue Voisthaler Hütte.

Trümmer der alten Hütte lagen herum, ein paar Bauarbeiter standen herum und die Hütte wirkte nicht geöffnet (da sollte ich mich täuschen – man konnte bereits Mitte September einkehren und übernachten). Ich hielt mich bis auf einen Blick nicht lange auf, sondern ging wieder zum Direktweg in die Obere Dullwitz hinter der Voisthaler Hütte weiter.

Es geht weiter Richtung Hochschwab (genau in der Mitte des Bildes).
Hallo Kollege.

Es folgte ein nur wenig ansteigender Weg hinein ins Hochtal der Oberen Dullwitz, die an den Wänden des Hochschwab endet.

Durch die Obere Dullwitz.

Da am Weg hinein gab es ein paar ganz wenige Regentropfen, die mich bei der nächsten noch in der Oberen Dullwitz folgenden kurzen Rast dazu veranlasste, meinem Rucksack eine Hülle zu verpassen. Und ziemlich kühl war es auch schon geworden also verpasste ich auch meinem Oberteil eine weitere Hülle in Form einer Jacke. Etwa eine halbe Stunde geht es in das Hochtal hinein, bevor sich der Weg teilt.

An der Wegteilung vor dem Anstieg über den Graf Meransteig.

Links ginge es über den Trawiessattel zum Bodenbauer, rechts über den Graf Meransteig zum Schiestlhaus. Das war mein Weg und der war gut zu gehen, ich aber wohl angesichts meines anfänglichen Tempos schon immer öfter zu kurzen Stehenbleibern veranlasst.

Im Graf Meransteig.

Auf dem Graf Meransteig hatte ich das erste Mal nach meiner langen Pause wieder das Gefühl, wieder etwas steigen zu müssen – wobei ich da derzeit wohl nicht der Maßstab bin. In einigen Serpentinen und kurzen Hangquerungen kam ich aufwärts, dann dreht der Weg an Steilheit abnehmend nach links rund um den Rotgangkogel und Richtung Hochschwabgipfel.

Schön langsam wird es weniger steil und der Weg dreht nach links.

Von rechts kommt bald der von der Seebergalm und über die Aflenzer Staritzen führende Weg daher, dann ist es nicht mehr weit.

Gleich treffe ich auf den von der Aflenzer Staritzen kommenden Weg.

Eine halbe Stunde ist hier angeschrieben – so lange dauert es aber nicht mehr. Am Hang unterhalb der Eismauer in einem Rechtsbogen entlang, vorbei an einer noch gut mit Schnee gefüllten Riesendoline vorbei, kam ich an die letzten Aufwärtsmeter und war nach Vollendung des Rechtsbogens ein paar Minuten nach 17 Uhr beim Schiestlhaus, das erst wenige Minuten vor seinem Erreichen auftaucht.

Die letzten steileren Aufwärtsmeter.
Vorbei an jener Riesendoline.

Heute tauchte die Hütte auch ziemlich trüb auf, Nebel zog hier heroben herum.

17.05 Uhr – Tagesziel Schiestlhaus.

Damit hab ich eine schöne Tour geschafft und, neben dem Durchhalten meiner müden Gelenke, das Erfreuliche: kein Regen, obwohl es gegen Schluss schon sehr bedrohlich aussah. Kaum in der Hütte kam aber ein erster Regenguß, dem nach einer nochmals längeren Regenpause der über die Nacht durchgehende Regen folgte. Und abends begann auch ein ziemlicher Sturm. Schlecht ist das Wetter auch für morgen vorhergesagt, deswegen und vor allem, weil ich es mir zumindest derzeit nicht in einem vom Schiestlhaus bis nach Eisenerz  zutraue, soll es morgen auch nur zur Sonnschienhütte gehen. Und zwar in den Winterraum, die Hütte selbst ist seit ein paar Tagen zu und sperrt erst Mitte Oktober wieder auf – Jagdsaison.

So, und dann war da nichts mehr am Freitag. Der erste Blick hinaus wanderte in den dichten Nebel, und der Sturm ging ungezügelt dahin. Damit konnte ich nur hoffen, dass sich das tagsüber und rechtzeitig vor allem mit dem Sturm noch gibt, und legte vormittags nochmals ein 2stündiges Nickerchen nach. Auch zu Mittag war noch nichts besser, allerdings die ersten Leute bereits nach unten hin abgestiegen. Bis 14 Uhr wartete ich noch, ein paar Leute waren auch schon von unten heraufgekommen. Ein bisschen heller war es mittlerweile geworden, bei den Windverhältnissen, die wohl oben am Gipfel nicht besser, sondern eher noch schlechter sein würden, traute ich mich aber nicht, den Weg zur Sonnschienhütte anzugehen. Also der Entschluss, wieder hinunterzugehen. Um 14 Uhr zog ich los und war recht bald aus dem Nebel heraußen. Auch der böige Wind war je weiter herunten desto weniger und verträglich geworden. Am Abstiegsweg gings bergab, über den Graf Meransteig, über die Obere Dullwitz an der Voisthaler Hütte vorbei und schließlich über Voisthalergasse und die Untere Dullwitz zur Florlhütte (wo ich 3 Wandersleute unterwegs auf dem Nordalpenweg traf). Zwischendurch hatte ich ja noch überlegt, mir in Seewiesen ein Zimmer zu nehmen, morgen öffentlich nach Eisenerz zu fahren und sonntags noch den Tag zwischen Eisenerz und Radmer anzugehen (in Eisenerz hatte ich allerdings noch immer kein Quartier gefunden). Bei der Florlhütte hallofonierte ich aber um knapp vor 3/4 5 erst noch meinen Bruder an, ob es von Seewiesen heute noch eine Verbindung heimwärts gäbe. Als er mir das bestätigte, war klar, dass ich heute nur noch heimfahren würde. Ich erreichte ganz knapp den Bus um 18.03 nach Mariazell und durfte nochmals Mariazellerbahn fahren. Knapp 2 Stunden später hätte es aber auch noch eine Verbindung über Kapfenberg gegeben. Noch ein paar Fotos von heute:

Schade, dass es diesmal wieder nicht so wie gewünscht hingehauen hat – Wetterpech halt bzw. bewusst Wetterrisiko eingegangen und verloren. Vielleicht probiere ich es über den Hochschwab nochmals im Oktober, ansonsten ist die Tour auf nächstes Jahr verschoben.

Ein Gedanke zu „Ein Besuch am Schiestlhaus.“

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