Zentralalpenweg 02B Kalser Route Tage 1 bis 4: Heiligenblut – Matreier Tauernhaus

Feldkirch habe ich in der Zwischenzeit am Zentralalpenweg erreicht – doch das soll es noch nicht gewesen sein. Ein paar Schönheitsfehler gibt es noch und es gibt Alternativrouten. Die einen wollen noch so gut es geht ausgebessert, die Alternativrouten begangen werden. Wenn sich beides in einem erledigen lässt, umso besser. Und so verhält es sich diesmal: an der Route des Hauptwege über den Klagenfurter Jubiläumsweg vom Sonnblick zum Hochtor, an der bin ich gescheitert, damit besteht hier eine Lücke. Und zum Füllen dieser Lücke ist der 02B da, der u. a. den Klagenfurter Jubiläumsweg vom Sonnblick bis ins Tauerntal umgeht. Und der ist diesmal dran. In 4 Tagen wollen wir, mein Bruder ist diesmal dabei, von Heiligenblut bis zum Matreier Tauernhaus kommen, womit zwar nicht ganz der Lückenschluss bei der Alten Prager Hütte gelingt, aber so streng will ich auch nicht sein.

Unsere Planung ist mit 4 Tagen recht moderat, es sollte sich von den Wegstrecken her alles recht gemütlich ausgehen. Außer das Wetter spielt einmal nicht mit und ganz super waren die Vorhersagen ja nicht. Schwierigkeiten technischer Art sollten uns aber auf diesem Wegstück, anders als auf der in etwa parallel führenden Hauptroute, keine erwarten.

Tag 1 (24.08.2019): Heiligenblut – Salmhütte

Heute war mal wieder die früheste Variante des Aus-Wien-Wegkommens dran, der Zug um 05.37 musste es sein und wurde es. Es ging über Salzburg nach Spittal an der Drau und von Spittal mit dem Bus über Winklern nach Heiligenblut, wo wir knapp vor 13 Uhr anlangten. Längere Bahnfahrt, nämlich bis Lienz, und kürzere Busfahrt von Lienz ging nicht, da hätten wir in Winklern eine Stunde Wartezeit gehabt auf den Anschluss nach Heiligenblut gehabt – wollten wir nicht.

Es geht hinaus aus Heiligenblut. Links mittig das Leitertal, in das es später hinein Richtung Salmhütte geht.

Abwanderbereit gemacht, marschierten wir um 1 los und zunächst weiter hinein ins Mölltal und in den Heiligenbluter Ortsteil Winkl. In Winkl, einem locker verbauten Ortsteil, kamen wir zur Wolfgangkapelle und zweigten hier links ab.

Durch Winkl weiter hinein ins Mölltal. Bald sind wir bei der Wolfgangkapelle.

Schon ein wenig aufwärts und bald den Asphalt verlassen, kamen wir zu einem letzten Parkplatz. Ab da zog eine Forststraße in Kehren ziemlich steil bergan und wir erreichten nach einer Stunde die Bruchetalm.

Die Forststraße beginnt zu steigen.
Wir erreichen die Flächen der Bruchetalm.

Ein wenig legt sich die Steilheit während der Überquerung der Almfläche.

Bruchetalm.
Die Tafel hängt schon länger da.

Auch hinter der Alm zieht der Weg weiter über Forststraßen, hinter der Wegteilung einerseits Elberfelder Hütte, andererseits Salmhütte auf einer erst in den letzten Jahren in den Berg geschlagenen Schneise. In der amap ist hier noch Steig eingezeichnet.

Die Straße „ziert“ den Berg erst seit kurzem.
Ausblick zum Volkerthaus und zur Franz-Josefs-Höhe.

Der alte Steig zur Trogalm ist neben der Straße kaum mehr zu erkennen, eher noch im oberen Bereich schon nahe bei der Trogalm. Und die erreichten wir nach nochmals ein paar Kehren von der erwähnten Wegteilung um 3/4 3.

Zur Trogalm.

Praktischerweise genau um die Zeit, denn genau da begann es kurz zu regnen und wir konnten uns unterstellen. Wettermäßig hatten wir das aber auch so erwartet – von immer wieder Schauern und auch mal Gewittern war in der Vorhersage die Rede. Nach 10 Minuten war dieser (erste) kurze Spuk vorüber, wir hatten auspausiert, es ging weiter und wir landeten bald am Leiterbach und damit am Eingang ins Leitertal, wo auch ein Weg vom Glocknerhaus kommend einmündet.

Am Eingang ins Leitertal.

Da wurde noch Wasser nachgetankt, bevor es ins Tal hineinging. Und der Anstieg ins Leitertal, der ging gleich wieder ordentlich bergauf, sodaß der Bach bald tief unter uns in einer Schlucht blieb. Man gönnte uns aber auch immer wieder ein paar flachere Meter am Hang über dem Leiterbach.

Durchs Leitertal. Flachere Schritte.

Wir erreichten dann eine Bachsperre bzw. den Ausgang eines Stollens, der Wasser von der Pasterze hierher bringt.

Zur Sperre des Leiterbaches.

Dahinter wurde der Weg in punkto Steilheit gemütlicher – sonst war er auch nirgendwo wirklich ungemütlich – und wir wanderten bald an der Leiteralm vorbei, die sich wohl auch schon mitten im Stadium des Verfallens befindet.

Vorbei an der Leiteralm.

Der Leiter Ochsnerhütte gings nun durch den Graben des Leiterbachs entgegen und knapp davor gabs wieder Regentropfen.

Richtung Leiter Ochsnerhütte – die ist schon zu erkennen.

Unser Tempo erhöhten wir daher und waren knapp nach 4 bei der Almhütte, die erst kürzlich renoviert wurde.

Gleich bei der Leiter Ochsnerhütte.

Mit dem Halter plauderten wir eine Zeit lang, er meinte, dass schon kein Regen mehr kommen würde – woran wir angesichts des herumziehenden Wetters nicht wirklich glauben wollten. Und wir würden recht behalten. Knapp vor 1 /2 5 gings vorerst ohne Regen weiter, noch weiter angenehm mäßig ansteigend an der Berger Ochsnerhütte vorbei Richtung Talschluss.

Vorne die Berger Ochsnerhütte. Das dahinter müsste der Glatzberg sein, und der hat in etwa dieselbe Höhe wie die Salmhütte.
Mörmlingers überall.
Weiter das Leitertal hinein. Vor uns die Pfortscharte – da gehts morgen drüber.

Massen von Murmeltieren huschten im Bereich der Berger Ochsnerhütte, wo erstmals ein Weg zur Glorerhütte abzweigt, um uns herum. Dahinter fing der Weg auch wieder mehr zu steigen an, ein Steinmandl rechts noch weit oberhalb von uns deutete uns aber erstmals den in-etwa-Standort der Salmhütte an. Und dann zog Nebel auf und bald gabs wieder Regentropfen.

Es beginnt zuzuziehen.
Minuten später. Kühe im Nebel und bald auch im starken Regen.
Regengarderobe.

An einer Herde Kühe vorbei, schmissen wir uns ins Regenzeug, zur rechten Zeit – denn der Regen wurde immer stärker und schließlich donnerte es auch 3mal in unserer Gegend.

Richtung Salmhütte – es regnet bereits.
Schon in den Schlußserpentinen zur Salmhütte.

Kopf nach unten, Tempoerhöhung, und so gings zügig aufwärts am Hang entlang und schließlich noch in ein paar Serpentinen zur Hütte, die wir um 1/2 6 erreichten.

Nicht mehr weit. Gleich sind wir wieder im Trockenen.

Der Regen dauerte noch länger an, später am Abend war aber Schluss und uns waren Rundblicke gegönnt. Der Sonnblick etwa im Osten, und der Glockner ganz nah – und wenn ich mir den so anschaue, kann ich kaum glauben, dass ich da jemals oben war.

Blick Richtung Hoher Sonnblick.
Der Glockner ganz nahe.

(Wegstrecke: 12 km)

Tag 2 (25.08.2019): Salmhütte – Großdorf

Um 7 Uhr gabs heute Frühstück, die Verhandlungen gestern, ob wir denn Kuchen in der Früh bekämen, der noch in Massen herumstand, oder (wie überall überteuertes) Frühstücksbuffet oder dann doch eher gar nichts, hatten ein gutes Ende für uns – wir bekamen Kuchen. Die Nacht verbrachten wir in einem 6er-Lager zu 4t – das war in Ordnung so.

Guten Morgen von der Salmhütte.

Herumgebrodelt hat heute niemand, also waren wir auch schon um 20 nach 7 auf dem Weg, in einen Tag, der wohl nicht allzu lange werden sollte – wie geschrieben, war die Planung diesmal eine eher vorsichtige.

Salmhütte.
Guten Morgen auch vom Glockner.

Wir dürften auch die ersten gewesen sein, die die Hütte verließen und wir zogen Richtung Pfortscharte hin.

Los gehts Richtung Pfortscharte.

Zunächst geht es da ein paar Meter abwärts und über  das Bett des Leiterbachs drüber.

Zur Salmhütte zurückgeschaut.
Rechts von uns nochmals der Großglockner.

Das breite Bett des Bacherls gequert, begann auch schon der Anstieg in die Scharte, und der war in Teilen ziemlich steil.

Aufwärts in die Pfortscharte.

Eine erste Stufe noch im eher grünen Gelände gemeistert, zog der Weg ein wenig flacher zu einer nächsten Abzweigung – wieder mal zur Glorer Hütte – und zieht dann in einigen Serpentien auf schottrigem Untergrund steil in die Scharte.

Zwischendurch ein wenig flacher.
Unten rechts die Salmhütte. Uns gegenüber das Schwerteck.
Bald haben wir die Pfortscharte erreicht.
Der steile Schutthang in die Pfortscharte.

Die hatten wir recht bald, um 20 nach 8 erreicht, Fleece wurde wieder angezogen und meine Stöcke wurden für den nun kommenden steilen Abstieg einsatzbereit gemacht.

Blick auf die andere Seite in Richtung Freiwandspitze.

Der war dem Anstieg recht ähnlich, anfangs war der Untergrund ein wenig brösliger, dann gings über erdig-schottriges Gelände in vielen Serpentinen abwärts auf etwa die Höhe, von welcher wir den Anstieg gestartet hatten – 2570 m.

In vielen Serpentinen abwärts ins Ködnitztal.

Wir gelangten an eine weiter Abzweigung, wieder zur Glorer Hütte, zogen aber auf dem Johann Stüdl-Weg an den Hang unterhalb der Schneide zwischen Ködnitztal und Leiterbachtal.

Ködnitztalhangwandern Richtung Stüdlhütte.

Eine Abzweigung zur Lucknerhütte ließen wir unbeachtet, wir wollten beim Weg zur Stüdlhütte nicht mehr allzu viel Höhe verlieren. Schön breitete sich der Glockner vor uns aus, allerdings vollkommen aper, und der Ködnitzkees ist nur noch ein Schatten dessen, was er war, als wir in Jugendzeiten einmal über den Normalweg auf dem Glockner waren.

Vor uns wieder Meister Glockner.

Hinter uns war die Aussicht in die Schobergruppe, auch ein Gebiet, in welchen wir in Jugendzeiten ein paar Gipfel abgegrast hatten, eine schöne, wenn auch dauernd Wolken herumzogen. Das Gelände war auf dem Weg dem Glockner zu nun auch wieder grasiger und wir gelangten an die Stützen der Materialseilbahn zur Adlersruhe. Vor der Stufe hinauf zum Ködnitzkees drehte unser Weg dann zur Stüdlhütte und das bisschen Bergauf, das es noch zu bewältigen galt, war wenig zu spüren – es ging heute alles wieder gut und vor allem flott.

Am Talende des Ködnitztals zur Stüdlhütte.
Ein Blick hinaus übers Ködnitztal.

Denn schon um 10 waren wir bei der Hütte angelangt und eine Knödelsuppenstärkung stand bevor.

Die letzten Meter zur Stüdlhütte.

Und als ich mich um 1/2 11 innerlich gewissermaßen schon auf den baldigen Beginn des Abstiegs vorbereitete, sprang mein Bruder plötzlich auf und meinte er geht noch auf den Hausgipfel der Stüdlhütte, den Farnatkogel, knapp 100 hm über der Hütte liegend.

Der Fanatkogel hinter der Stüdlhütte.

Etwas überrascht war ich, und Bruder auch schon weg. Gefragt, ob ich denn mitkommen wollte, wurde ich leider nicht – ob ja, ob nein, weiß ich jetzt auch noch nicht.

Dieser Blick zum Großglockner vom Fanatkogel wurde mir vorenthalten.

Um knapp nach 11 war er auch schon wieder da und gleich danach gingen wir weiter. Es war heute nur noch Abstieg dran. Der führte uns zuerst über den Hüttenzubringerweg in einigen Serpentinen ganz flott abwärts und teilweise durch Nebelfetzen sichteingeschränkt zur Lucknerhütte. Viel mehr Verkehr war hier, als noch oberhalb der Stüdlhütte.

Abwärts ins Ködnitztal.
Zur Lucknerhütte.

Nach einer Stunde waren wir bei der Lucknerhütte und von dort gings weiter abwärts auf der Zufahrtsschotterstraße hinunter Richtung Lucknerhaus.

Weiter abwärts zum Lucknerhaus.

Da kann man, wenn man den schon flachen Bereich erreicht, an der linken Seite des Ködnitzbaches der Schotterstraße ausweichen, was wir auch machten. Über einen Steig gelangten wir über Weideflächen und durch buschiges Gelände zum Lucknerhaus, wo sich wieder mal das Blech türmte.

Rückblick zu Lucknerhütte und Großglockner.
Gleich beim Lucknerhaus.

Kurze Pause machten wir hier trotzdem, fast 900 hm im Bergab erfordern ein Auskühlenlassen der Knie, aber auch ein paar Happen zu essen. Anschließend galt es nur noch Kals bzw. das nebenan liegende Großdorf zu erreichen.

Lucknerhaus.

Der Beginn führt entlang der heraufführenden Straße, nach der ersten Kehre zweigt ein breiter Weg ab, der uns bis hinunter ins Tal führte.

Ausblick talauswärts, knapp nachdem wir die Straße verlassen haben.

Vorbei an einigen schönen, einsam daliegenden Höfen, nur da gabs meterweise Asphalt, und irgendwie kurzweilig, obwohl wir gerechnet hatten, dass sich die Wanderung ködnitztalauswärts unendlich ziehen würde.

Vorbei am Groderhof beim Abstieg Richtung Kals.
Noch ein Ködnitztalauswärtsgehfoto.
Schließlich taucht Kals vor uns auf.

In unserem Quartier waren wir erst für 17 Uhr angekündigt, schon um 3/4 3 saßen wir auf einem Bankerl auf den Wiesen über Kals. Somit brodelten wir statt in der Früh jetzt am Nachmittag noch ein bißchen herum, gingen dann, statt nach Kals hineinzugehen, über den Wiesenweg nach Großdorf und standen schon um bald nach 15 Uhr vor unserem Quartier.

Großdorf, Tagesziel. Das Tal ganz links gehts morgen hinein.

Regen rührte sich bis abends nicht, wenn auch der Blick vor allem in die Schobergruppe ziemliches Wettern dort  und damit relativ nahe vermuten ließ.

(Wegstrecke: 18 km)

Tag 3 (26.08.2019): Großdorf – Sudetendeutsche Hütte

Auch heute gabs wieder um 7 Uhr Frühstück, wir ließen uns aber etwas mehr Zeit morgens – vor allem nettes Plaudern mit der netten Hauswirtin dauerte etwas länger. Sollte aber nichts ausmachen, dass wir erst um knapp vor 3/4 8 aus dem Haus kamen, so weit war auch die heutige Strecke nicht. Durch den Ort und einem Neubau für eine neue Gondelbahn vorbei gingen wir auf einer Asphaltstraße zur Jausenstation Tembler, dahinter beginnt die Schotterstraße.

Blick nach Kals und ins Ködnitztal.
Großdorf.

Schon die nun folgenden Kehren gingen recht flott bergauf, ein Vorgeschmack auf den weiteren Anstieg zum Kals-Matreier-Törlhaus.

Hinein ins Tal des Raseggbachs.

An einer Wegteilung bogen wir nach links ab und noch gings auf breiterem Weg, aber schon immer steiler werdend das Tal hinein.

Steiler wirds, auch wenn das am Foto nicht wirklich zu erkennen ist.

Schließlich endet der breite Weg und auf einem schmalen Steig gings in vielen Serpentinen bis hinauf zu einer Kapelle.

Zur Kapelle auf etwa der Hälfte des Ansteigs zum Kals Matreier Törlhaus.

Geschwitzt hatten wir schon genug, drum nahmen wir nach einer Stunde die Möglichkeit wahr, auf dem nebenan liegenden Bankerl ein paar Minuten zu pausieren und unsere Trinkflaschen um ein paar Schlucke leichter zu machen.

Hinter der Kapelle folgen einige wenige flache Meter.

Hinter der Kapelle gabs die einzigen wenigen flachen Meter am Anstieg zum Törl und zur Hütte, bald setzt sich der Weg wieder in steilen Serpentinen fort. Und das schon bald nicht mehr im waldigen Gelände, sondern durch Buschwerk und hohe Gräser, und willkommenen Himbeersträuchen.

Der Blick zum wolkenverhangenen Glockner.
Und steil wirds wieder durch Busch und Strauch und an immer weniger Bäumen vorbei.
Im Aufstieg Richtung Kals Matreier Törl.

Nach etwa 1 3/4 Stunden tauchte erstmals die Hütte vor uns auf, ein wenig legte sich der Hang zurück, es ging aber immer noch ausreichend steil über Almflächen der Hütte entgegen.

Da vorne dann die Hütte im Törl zwischen Kals und Matrei.
Runterblick nach Kals von kurz vor der Hütte.

Diese erreichten wir um 3/4 10. Auch erste Seilbahnwandersleute kamen bereits zum Stärken nach der anstrengenden Bergfahrt von der Bergstation der Goldriedbahn herüber.

Kals-Matreier-Törlhaus.

Nach einer halben Stunde setzten wir unseren Weg auf dem Sudetendeutschen Höhenweg fort.

Weiter geht’s vom Kals-Matreier-Törl-Haus.

Der führt zunächst über einen grasigen Kamm über die Kalser Höhe bis hin ins Törl zwischen Kalser Höhe und Weißem Knopf.

Runterblick nach Matrei.
Am Weg zur Kalser Höhe. Links am Hang ist schon der Weiterweg zur Sudetendeutschen Hütte zu erkennen.

Dort trennt sich dann der Weg zum Blauen Knopf und ins von Großdorf erreichbare Schigebiet, für uns gings links an den westlichen Hang des Blauen Knopfes.

Bei der kleinen Hütte knapp hinter der Kalser Höhe.
Knapp nach der Abzweigung an den westlichen Hang des Kamms zwischen dem Tauern- und Dorfertal.
Richtung Hohes Tor. Das liegt hinter der vor uns herunterziehenden Felsschneide.

Viel Sonne begleitete uns bisher, immer mehr aber begannen Nebelfetzen herumzuziehen, viele der ringsum liegenden hohen Gipfel waren den ganzen Tag über nicht zu sehen. Über steile Grashänge führte der Weiterweg, aber immer auf gutem Weg – vielleicht mit Ausnahme der Serpentinen, die uns an der unterhalb der Brillingsschneid, zu deren Umgehung wir wieder hinunter auf eine Höhe von 2350 m mussten, vorbeiführten.

Da vorne gehts unterhalb des Grats vorbei.

Die Schneid passiert, gings wieder aufwärts in das Hohe Tor.

Ins Hohe Tor.

3/4 12 wars und hier gleich eine Pause wäre ganz nett gewesen. Die Rastbank hier war aber besetzt und so gingen wir noch 10 Minuten weiter und nahmen dann am Wegrand Platz.

Rückblick zum Hohen Tor. Der Gipfel dahinter der Weiße Knopf.
Gleich gibts Pause.

Auch 10 Minuten Rast waren drinnen, von dem, wie wir Zeit hätten, eigentlich noch viel mehr – dann gings mit dem Hangwandern weiter. Weiter auf Wegen durch steile Grashänge gings vorbei am Brunnerkogel und unterhalb eines Sattels unter das Tschadinhörndl.

Unterhalb des Sattels zwischen Brunnerkogel und Tschadinhörndl.
Unterm Tschadinhörndl gehts dahin. Es folgen ein paar Serpentinen aufwärts, bevor es in das Dürrenfeld geht.

Nach ein paar steilen Serpentinen im Bereich der Sunz waren wir außerhalb des grasigen Geländes und mit Überschreiten eines von der Vorderen Kendlspitze herunterziehenden Kamms im Dürrenfeld und im ausschließlich steinigen Gelände.

Es wird steinig. Am Weg ins Dürrenfeld.

Rechts von uns zeigten sich hier die Kendlspitzen, wobei die Gipfel allerdings zumeist im Nebel lagen, und vor uns die Dürrenfeldscharte.

Vor uns das Dürrenfeld, die Dürrenfeldscharte und links die Bretterwandspitze.
In die Dürrenfeldscharte. Hinter mir die Bretterwandspitze.
Andere Blickrichtung: in die Dürrenfeldscharte.

Besprochen hatten wir schon, dass wir heute einen der umliegenden 3000er-Gipfel mitnehmen würden. Die Auswahl fand zwischen der Vorderen Kendlspitze und dem Gradötzspitz statt. Der leichtere sollte es werden. Als sich am Weg zur Dürrenfeldscharte dann kurz der Gipfel der Vorderen Kendlspitze zeigte, war klar, dass wir zweiteren probieren werden. Der Weg hinauf zur Vorderen Kendlspitze durch ein steiles Geröllfeld sah nicht gerade einladend und äußerst mühsam aus, der anschließende Gipfelgrat soll leichte Kletterei sein.

Zur Vorderen Kendlspitze geschaut – der Schutthang in die Scharte links davon lud uns nicht gerade ein.

Das recht flache Dürrenfeld durchwandert, gings noch ein paar steilere Serpentinen hinauf in die Scharte und da hatten wir bereits Ausblick zur Sudetendeutschen Hütte, und 1/4 2 wars erst – ein Gipfel daher zeitmäßig auf jeden Fall drinnen.

In der Dürrenfeldscharte.
Erster Blick zur Sudetendeutschen Hütte.
Und retour geschaut übers Dürrenfeld. Rechts die Bretterwandspitze.

Kurzes Päuschen in der Scharte, dann gings über 70 hm versichert durch ein Wandl abwärts und wir hätten zur Hütte nur noch das weite Kar ausgehen müssen.

Abstieg von der Dürrenfeldscharte.
Abstieg von der Dürrenfeldscharte – andere Richtung. Gleich sind wir durch durch das Wandl.

Dazwischen liegt aber die Abzweigung zum Gradötzspitz und die nahmen wir. Über blockiges Gelände und immer steiler werdend, meisterten wir den Anstieg über etwa 300 hm in etwa einer Stunde.

Da gehts jetzt noch rauf. Gradötz, oder Gradetzspitz, auch Gradötzkogel findet man.
Aufwärts zum Gradötzkogel. Je weiter oben, desto steiler.

Voll zugezogen hatte es in der Zwischenzeit auch, Ausblick am Gipfel hatten wir daher genau Null.

Ca. 10 Minuten sinds noch zum Gipfel.
Gipfelsteinmann Gradötzspitz.

Kurz blieben wir trotzdem sitzen, bald wurde es uns aber zu kühl und wir verließen den Gipfelsteinmann bald.

Ungeahnte Talente. Bruder betätigt sich im Abstieg als Wegewart.

Sogar die Handschuhe brauchte ich dann und am selben Weg wie aufwärts gings abwärts und nach einer 3/4 Stunde waren wir wieder an der Abzweigung, an der wir den 02B verlassen hatten.

Wieder zurück an der Abzweigung zum Gradötzkogel.

Am restlichen Weg zur Hütte hörten wir dann auch noch weit entferntes Donnern, von rechts und links zogen dunkle Wolken daher, aber wir hatten ja nicht mehr weit.

Jetzt hammas gleich.

Das Bachbett des Steiner Bachs gequert, gibts noch eine kurze Gegensteigung, schließlich gehts abschließend noch ein paar Meter bergab zur Hütte, in die wir um 16 Uhr einkehrten.

Noch gleicher samma da bei der Sudetendeutschen Hütte.

Gewitter gabs heute keines mehr, ein wenig Regen dafür schon. Ein kuscheliges Zweibettzimmer bekamen wir zugewiesen.

Ausblick übers Steiner Tal in Richtung Tauerntal. Abends schaut das nicht so gut aus.
Links der Gradötz, ganz rechts die beiden Kendlspitzen.
Blick zum Nussing. In die Richtung geht es morgen weiter.

Im Übrigen äußerst liebenswerte Hüttenwirtsleute hier heroben. Kami, aus Nepal stammend, mit Frau und Schwager bewirten die Hütte, sind aber angesichts der schwierigen Versorgung der Hütte am Zweifeln, ob sie sie weiterbewirtschaften wollen – regelmäßig marschiert er mit bis zu über 60 kg Nachschub am Buckel mehr als 700 hm aufwärts – was er auch für morgen vorhat, allerdings „bloß“ mit etwa 35 kg. Er siehts aber auch mit Humor: „Wenigstens bleibe ich fit.“ Die Materialseilbahn daneben, die ist defekt und soll in nächster Zeit einmal abgebaut werden.

(Wegstrecke: 12 km und Abstecher auf den Gradötzkogel)

Tag 4 (27.08.2019): Sudetendeutsche Hütte – Matreier Tauernhaus

Wie in den letzten beiden Tagen gabs wieder um 7 Frühstück, Verzögerung gabs heute keine, somit waren wir um 1/2 8 auf dem Weg. Wunderbar war das Wetter in der Früh, war schon schön an einem so klaren Morgen in die rundumliegende Bergwelt und nach gegenüber in Richtung der hinter Matrei liegenden Lasörlinggruppe zu schauen.

Hat was, so ein klarer Morgen hoch oben. Blick von der Sudetendeutschen Hütte Richtung Lasörlinggruppe.

Für uns stand heute im Prinzip nur Abstieg auf dem Programm, mit der Ausnahme des morgendlichen Aufstiegs in die Nussingscharte, sowie dem wohl mittäglichen Aufwärtsmetern entlang der Felbertauernstraße zum Matreier Tauernhaus. Das oder das Venedigerhaus, falls noch Zeit und Lust da wäre, sollte unser diesmalige Schlußpunkt sein.

Erste Pause nach ein paar Metern. „Schuhe binden“ oder „Socken richten“. 😉
Am Weg Richtung Nussingscharte.
Letzter Blick zurück zur Sudetendeutschen Hütte und zum Gradötz.

Von der Sudetendeutschen Hütte gings zuerst einmal ein wenig abwärts in Richtung des Nussing bis hin zu ein paar Bachläufen, hinter denen und einem vom westlichsten Wellachkopf herunterlaufenden Kamm der sehr gemäßigte Anstieg in die Scharte begann.

Der Nussing vor uns.

Steinige Wege durch Wiesenflächen, erst am Schluss liegen ein paar Felsbrocken im Weg.

In die Nussingscharte.
Rüberblick von knapp vor der Nussingscharte zum Nussing. Dürfte ein wilder Übergang sein.

Nach einer Dreiviertelstunde waren wir in der Scharte und ca. 1300 hm des Abstiegs über den Karl-Jirsch-Weg hinunter zur Felbertauernstraße begannen. Die waren bis zur Kessleralm durchgehend sehr steil.

In der Nussingscharte.
Ausblick ins Tauerntal mit dem Großvenediger. Rechts der Tauernkogel oberhalb der St. Pöltnerhütte.
Rückblick in die Nussingscharte.

Anfangs war es Blockhüpfen, schließlich ging es in vielen Serpentinen und zweimal nichtwasserführende Bachbette querend weiter abwärts.

Am Beginn des Abstiegs zur Kessleralm.
Dem Venediger entgegen. Sieht zumindest fast so aus.
Steil bergab. Erstmals ist die Kessleralm zu erkennen.
Eine der Bachquerungen. Vorne kommt uns grad ein Markierungs- bzw. Wegeerhalterduo des AV entgegen – wir hatten keine Beschwerden.

Auch bergab gings heute ziemlich gut bei mir, fast gelang es mir, an meinem Bruder dranzubleiben. Die Kessleralm hatten wir schon länger im Blick, relativ rasch kam sie näher.

Schon nahe dran an der Kessleralm.

Abschließend ging es über die der Alm anliegenden Wiesenflächen drüber, noch über den Petersbach und schon auf einem Fahrweg zur Alm.

Da kamen wir her. Rückblick zum Nussing.
Kessleralm.

Dort waren wir um 10 und kehrten insbesondere auf eine gestern erhaltene Empfehlung ein.

Unser Empfangskomitee bei der Kessleralm.

In der Sudetendeutschen Hütte nämlich hatte uns das Hüttenbuch verraten, dass er am Vortag da war. In der folgenden SMS-Korrespondenz gabs dann die Empfehlung für uns, doch den Käse auf der Kessleralm zu probieren. Das taten wir, Käsebrot, Milch und Schafgarbensaft gelangten in unsere Mägen, jeweils ein größeres Stück Käse in unsere Rucksäcke und nach nettem Plaudern mit der Almerin, die sämtliche ihrer 8 Enkeln heroben hatte, machten wir uns nach einer halben Stunde wieder an den Weg.

Es geht weiter von der Kessleralm.

Der führte zunächst weiter über den Fahrweg zur Materialseilbahn der Alm und dann in einen Steig, der uns am Hang entlang, mit ein paar eingestreuten Serpentinen abwärts zur Oberen Taxeralm führte.

Am Beginn des Abstiegs von der Kessleralm. Noch nicht weit von der Materialseilbahn.
Abstieg ins Tauerntal.
Ausblick Richtung Matrei. Das rechts dürfte der Ochsenbug sein.

Zwischendurch gabs ein unangenehmeres Stückerl, wenige zu querende Meter, die wohl eine Mure verlegt hatte und die uns im Gatsch selbst auf dem vermeintlich gut gefundenen Weg da durch, bis fast zu den Knöcheln einsinken ließ. Bald nachher waren wir bei der Oberen Taxeralm, ein Almdorf, deren Hütten offenbar als Ferienhäuser vergeben werden.

Die Obere Taxeralm.

Bis jetzt war der Weg trotz viel bergab ein guter. Hinter der Alm begann dann die Forststraße, die uns hinunter an die Felbertauernstraße brachte.

Hinter der Oberen Taxeralm beginnt das Forststraßenwandern und damit der weniger aufregende Teil unserer heutigen Tour.

Schon die nicht wirklich aufregend, führte uns unten angekommen unsere Route auch noch an der Straße ein paar Meter gewissermaßen in die falsche Richtung. Knapp vor einer Straßengalerie konnten wir nach rechts abzweigen und gingen wieder in die richtige Richtung. Allerdings war der Weg auch weiterhin kein Schmankerl. Eine Bank am Wegrand gabs wenigstens bald, die wir um 1/4 1 zum Rasten nutzten.

Mittagspause.
Rückblick zu Nussing und Nussingscharte.

Auf Asphalt gings dahin, längere Zeit, ein wenig bergauf, und auch recht warm wars. Nicht gut. Besser wurde es, als wir kurz wieder an der Felbertauernstraße anstießen, da aber links davon ein schmaler Weg ansetzte.

Weiter hinein ins Tauerntal. Der Weg schon angenehmer als zu Beginn.

Anschließend gings unterhalb der Straße durch Waldflächen, Almflächen und auch noch ein wenig bergan, bevor wir flachen Schrittes im Almdorf der Schildalm anlangten – offenbar auch ein Ferienhäuserdorf.

Zur Schildalm.

Auch dahinter gings über Wiesen weiter und bald tauchte auch die rechts von uns liegende Felbertauernstraße nach rechts an den Hang ab und hinauf zum Tunnel.

Zwischen Schildalm und Matreier Tauernhaus.

Für uns hieß das, dass das Matreier Tauernhaus nicht mehr weit sein konnte. Am linken Rand der Flächen am Ende des Tauerntals gings noch über Wiesenweg, dann durch ein paar Waldflecken durch und schließlich an die Abzweigung zum Matereier Tauernhaus. Genau an dieser Ecke, um 3/4 2, tauchten neben uns einige Steinpilze auf und wir waren noch gut beschäftigt, zumindest ein halbes Sackerl zu füllen. Ein Einzelexemplar hatte Bruder schon bei Abstieg von der Oberen Taxeralm eingesammelt.

Diesmalige Ausbeute.

Schließlich gings über die Wiesen rund um das Tauernhaus ins dortige kleine Dorf und wir hatten um 1/4 3 unsere diesmalige Tour beendet.

Über Wiesen zum Dörfchen rund ums Matreier Tauernhaus.

Denn den Weiterweg zum Venedigerhaus ließen wir, obwohl es sich zeitlich wohl noch knapp ausgegangen wäre – aber der Weg hinein zum Matreier Tauernhaus war eben nicht der Kracher und machte nicht mehr Lust auf Mehr.

Wegtafeln beim Matreier Tauernhaus.

Die Einkehr im Tauernhaus stand noch an, um knapp nach 4 ging unser Bus nach Lienz und per Bahn mit Umsteigen in Villach waren wir um knapp 1/2 12 wieder in Wien.

(Wegstrecke: 17 km)

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