Zentralalpenweg 02A Ruster Route Tag 3: Draßburg – Rust

Da stand mir in den Wettervorhersagen für beide Tage zu viel von Regen und Gewitter,  als dass ich mich an diesem Wochenende in höhere Regionen gewagt hätte. Tiefer gelegen und flach, nicht allzu lange Etappen und zweitägig – da kam mir schnell das Restlwandern auf der östlichen 02A-Route im Burgenland in den Sinn. Draßburg als Start, Breitenbrunn als Ziel mit Zwischenstation in Rust oder Oggau. Allerdings würde es eine Übernachtung zwischendurch zu Hause werden – nach 4 Anfragen mit ebenso vielen Absagen bzw. keiner Rückmeldung hatte ich keine Lust mehr weiter nach einem Quartier zu suchen. Vorteil: der kleine Schwarze, der Mini-Rucksack reichte aus.

Tag 3 (22.06.2019): Draßburg – Rust

Etwa sechs Stunden sollte ich für heute veranschlagen – angenehm, der Wecker läutete daher nicht allzu früh. Erst um 8 auf, den Zug um 09.25 direkt nach Draßburg nahm ich und war knapp vor 1/2 11 am Ausgangspunkt am Bahnhof Draßburg. Blauen Himmel gabs am Vormittag nicht – bei der Herfahrt schüttete es in Ebenfurth gerade ziemlich stark – es war auch nicht sehr warm, allerdings äußerst dampfig. Was ich auch schon sehr bald sehr merken sollte. In Draßburg war die Straße zwar nass, von oben rührte sich aber nichts mehr.

Hinaus aus Draßburg. In Richtung der Erhebung zwischen Draßburg und Klingenbach.

Nach dem Ausgang aus Draßburg gehts auf einen windradbestückten Hügel und ja, die paar Aufwärtsschritte da, wenn auch im sehr gemütlichen Tempo, die brachten einmal die ersten Schweißtropfen auf meine Birne.

Nur ein bisserl aufwärts – smekidampft.

Und dann gehts zuletzt auf diesen Hügel im dichten Grün aufwärts, da rührte sich kein Lüfterl und ich erschwerte mir das Ganze auch noch ein bisserl: statt da einmal durch einen Buschstreifen auf dessen rechte Seite zu wechseln, blieb ich auf der linken und landete bald im dichten, stacheligen Gesträuch. Und bildete mir zunächst ein, auch wenn mir mein Hoppala schon bewußt war, dass ich da schon durchkommen würde. Nix da, schließlich wieder retour, nass vom Schwitzen, nass vom vom regenfeuchten Gemüse rundum und das Gebein ziemlich zerkratzt von den Stacheln, wechselte ich an die andere Seite des Buschstreifens.

Nö, da ging bald nichts mehr.
Viel besser, und gleich ist die kleine Steigung geschafft.

Da gings dann gemütlich an die letzten Meter auf die Erhebung, die zwischen Draßburg und Klingenbach liegt und ich bog nach links und Richtung Zagersdorf ab. An den Windrädern und schon einigen Weingärten vorbei mit zwischendurch einem schönen Rückblick nach Draßburg, wanderte ich die Höhe entlang und schließlich gings nach einer Kapelle schon auf Asphalt abwärts nach Zagersdorf.

Rückblick nach Baumgarten, links, und Draßburg, rechts.
Höhenwandern Richtung Zagersdorf.

Zagersdorf und das nachfolgende Siegendorf sind keine Erwähnung wert – an der Straße entlang, am Einkaufszentrum vorbei, viel Verkehr, Lärm, bäähhh. Es zog sich, bis ich in Siegendorf nach rechts in eine weniger befahrene Straße einbog und schießlich zu jenem Platz mit Kapelle und jenem Gasthof kam, wo wir zur zweit vor schon mehr als 5 Jahren am 07er eingekehrt waren. Hier führt der 02A in meiner Richtung nach rechts, über den Nodbach drüber und wieder links und hinaus aus Siegendorf. Knapp eine Stunde ist man unterwegs, um Zagersdorf und Siegendorf hinter sich zu bringen.

Zagersdorf.
Schon am Ende und im ruhigeren Teil von Siegendorf.

Dann wirds wieder besser. Am Ende von Siegendorf geht es nach rechts und in Richtung der Hügelgräber.

Am Weg zu den Hügelgräbern. Vorne die Königsschüssel.

An der Königsschüssel vorbei, einem offenbar, also von meiner Seite aus so zu beurteilen, eingezäunten Gipferl, kam ich dann nach etwa 2 1/2 Stunden Gehzeit zu einem solchen Hügelgrab eines hochgestellten Mannes aus der Zeit um 1200 v. Chr. und machte das, wofür der anliegende Rastplatz da ist – rasten.

Rastplatz bei den Hügelgräbern.
Die Geschichte zum Kriegergrab von Siegendorf.

Der Weiterweg führt anschließend noch bis zum Waldrand auf Asphalt dahin, und zweigt unmittelbar nach dem Waldrand nach links auf einen Feldweg ab. Leicht zu übersehen, also zumindest für mich, auch weil meine mitgenommene ausgedruckte Karte genau da abgeschnitten war. Nach ein paar Meter falsch also wieder ein paar Meter zurück nach richtig und über den Feldweg folgte ein ganz angenehmer Wegteil.

Aus dem Wald und hinein in diesen Feldweg.

Leicht abwärts und dann unterhalb eines Höhenzugs entlang kam ich an eine querende Schotterstraße. Die Karte zeigte mir geradeaus an, was ich auch machte, mich da allerdings durch den Rand eines Getreidefelds durchkämpfen musste.

Feldwegwandern Richtung Sommerhof.
Kein Weg, trotzdem durch. Auf Höhe des Sommerhofs.

Es schadet nicht, wenn man an dieser Kreuzung kurz nach links geht und entlang des Bacherls seinen Weiterweg sucht – ist auch richtig, auf diesen Weg traf ich nach meiner Feld- und hohe Wiesen-Querung wieder. Da war ich auf Höhe des Sommerhofs und vor mir machte sich eine lange Schottergerade breit. Da muss man durch, wohl einen guten Kilometer gings an eine Straße, die von St. Margareten kommt und ins Ungarische hineinführt.

Lange Schottergerade. Statt der Distel hätten dem Eindruck nach auch Kakteen gut hierher gepasst.

Der langen Geraden war damit noch nicht genug, denn nachdem ich diese Straße gequert hatte, gings an die nächste lange, wieder geschätzt einen guten Kilometer, Schottergerade, die schon hin zum St. Margarethner Gemeindewald führt.

Richtung St. Margarethner Gemeindewald.

Nicht ohne vor dem Wald nochmals nach links weg über Schotter und gerade am Wald entlang ein paar 100 m entlang zu führen. Dann durfte ich hinauf in den Wald abbiegen. Erfrischend quasi, denn die Sonne zeigte sich in der letzten Stunde fast durchgehend, was die eh schon Schwüle noch ein wenig weniger erträglich machte. Und zwar durfte ich in den kühleren Wald hineinwandern, da drinnen machten sich allerdings die Gelsen breit.

In den Schatten, in den St. Margarethner Gemeindewald.

Was mich zu einer Beschleunigung meiner Schritte veranlasste, langsames Gehen oder gar Stehenbleiben war eher nicht so angenehm. Erst gings ein wenig bergan, nach einer flachen Stufe kam ich an die letzten wenigen Meter hinauf auf den bzw. knapp vor den Höhenzug westlich des Neusiedler Sees. Denn knapp davor gibts nochmals einen Schlenkerer, mit dem sog. ‚Jagdschloss‘ und anliegenden Rastbänken dazwischen, die ich um 15 Uhr ihrer vorgesehenen Verwendung zuführte – Gelsen waren da zum Glück nicht mehr.

Das Jagdschloss – steht zumindest an der Tafel.

Bald danach hatte ich dann wirklich schon Ausblick zum Neusiedler See und es ging abwärts in Richtung dahin.

Vor mir der Neusiedler See.
Da gehts hin: Rust.

Allerdings mit einigen Unterbrechungen: da standen Kirschen- und Marillenbäume am Wegrand, die nicht unbeachtet bleiben wollten. Soviel Obst auf einmal hatte ich wohl schon lange nicht mehr zu mir genommen – Vitaminschock, quasi. Schließlich kam ich abwärts zum Fahrradweg der von Mörbisch nach Rust führt, und an dem führen auch 02A und auch der von Mörbisch kommende 07er entlang.

Gleich hab ich es für heute geschafft und bin in Rust.

An der Westseite des Neusiedler Sees wanderte ich somit bis nach Rust, das ich um 1/4 5 erreichte. Samstag war – gut, der Getränkenachschub vom Nahversorger war gesichert. Um knapp vor 17 Uhr ging dann mein Bus nach Schützen, von dort gings mit der Bahn heim. Und falls es morgen am Vormittag nicht allzu sehr schüttet, dann mach ich mich morgen noch an den Restweg der Ruster Route des 02A bis Breitenbrunn.

Aja, was die Markierung angeht: nicht gut – so schlecht markiert wie dieses Teilstück hab ich noch selten, oder nie, eine Strecke einer der ‚großen‘ Weitwanderwege erlebt: hin und wieder ein Taferl, und die eher 40 als 30 Jahre auf dem Buckel, und die erste Farbmarkierung heute ist mir am Weg hin zum St. Margarethner Gemeindewald aufgefallen – auch eher 40 als 30 Jahre alt.

(Wegstrecke: 24 km)

Und dann regnete es am Sonntag tatsächlich. Die Regenkarte beobachtete ich am Vormittag länger, bis ich mich knapp vor Mittag entschied, heute wandernd nichts mehr zu unternehmen. Wenn ich in Rust oder Oggau übernachtet hätte, wäre ich vermutlich schon wegmarschiert und hätte meinen Weg durch den Regen ans Ziel gefunden. Denn den ganzen Nachmittag konnte man weiter den starken Regen rund um den Neusiedler See beobachten. Also richtig entschieden. Aber irgendwann wird sich diese Ganzflachetappe zwischen Rust und Breitenbrunn auch noch ausgehen – vielleicht nicht bei Schönwetter, aber jedenfalls nicht bei fast durchgehendem Regen.

Ein Gedanke zu „Zentralalpenweg 02A Ruster Route Tag 3: Draßburg – Rust“

  1. Ich habe diese Etappe im Winter gemacht und den Naturfreunden bescheidgegeben. Der freundlichen Antwort des Landeschefs folgte aber offenbar noch keine Markierungstätigkeit … Fritz meinte, das geht schon seit Ewigkeiten so dahin …

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