Zentralalpenweg Tage 63 und 64: Saarbrücker Hütte – Tilisunahütte

Dann doch noch einmal 3 Tage Zentralalpenweg – unverhofft kommt oft. Kurz zog schon einmal der Winter ins Hochgebirge ein, dem Schnee wurde aber in den letzten Tagen wieder der Gar aus gemacht und wunderbares Herbstwetter mit spätsommerlichen Temperaturen zog wieder ein – und bei mir zu jeder Gelegenheit die Webcam von der Bielerhöhe, um dem Schnee beim Verschwinden zuzusehen. Somit disponierte ich Mitte der Woche meine Wochenendpläne um (die Steiermark wärs ansonsten geworden) und entschloss mich, das Wochenende noch einmal in Vorarlberg zu verbringen. Genug Zeit für die Beendigung des 02er hatte ich nicht, sondern bloß 3 Tage inkl. Anfahrt. Am Samstag abends oder Sonntag in der Früh soll es öffentlich bis zum Vermuntstausee gehen und von dort zur Tübinger Hütte – entweder über die Saarbrücker Hütte oder über das Hochmadererjoch. Für die beiden weiteren Tage sind die Tilisunahütte und die Douglasshütte, beide noch offen, die Ziele und Dienstag abends oder Mittwoch vormittags soll/muss ich wieder die Zausfahrt nach Wien antreten. Danach bleiben noch 3 Tage Zentralalpenweg für das nächste Jahr über, dann so bald es irgendwie möglich ist.

Tag 63 (07.10.2018): Saarbrücker Hütte – Tübinger Hütte

Lange wußte ich selbst nicht, wie ich mir dieses Wochenende am 02er genau verplanen sollte. Der Lünersee war das Ziel, aber sonst – schon mit dem Nachtzug nach Vorarlberg? Dann ginge sich am Sonntag die Tour über Saarbrücker Hütte und Seelücke zur Tübinger Hütte aus. Oder doch erst Sonntag in der Früh? Dann müsste ich übers Hochmadererjoch zur Tübinger Hütte gehen, was anderes ginge sich da zeitmäßig nicht aus. Erst hatte ich mich auf die erste Möglichkeit festgelegt, am Samstag nachmittags disponierte ich um und wollte noch zu Hause schlafen, doch spätabends, als ich grad den Rucksack für morgen packte, begann ein kurzes Selbstgespräch im Kopf, das mit einem: „Ach, ich fahr doch gleich zum Bahnhof“ endete. Um 23.33 ging der Zug in Richtung Bludenz und wie es absehbar war, kam ich damit zu kaum Schlaf – waren vielleicht 1 ½ Stunden, die während der bis 06.20 dauernden Bahnfahrt zusammenkamen. Ganz beendet war das Bahnfahren damit noch nicht, es ging noch in das Montafon nach Schruns und von dort mit dem Bus hinauf zum Vermuntstausee. Damit war ich um 9 Uhr dort, wo wir vor 4 Wochen in den Bus eingestiegen und heimgefahren waren – Gert ist diesmal übrigens nicht mit, er hat keine Zeit, irgendwelche Workshops sind ihm wichtiger … (;-)). Und als ich da aus dem Bus stieg, fiel gleich auf, dass da doch noch einiges an Schnee in höheren Lagen herumliegt.

Am Beginn des Kromerbachtals mit Blick Richtung Kleinlitzer und der links am Hang liegenden Saarbrücker Hütte. Und mehr Schnee als gedacht leuchtet mir da entgegen.
Der Vermuntstausee.

Damit war ich mir wieder unsicher – über die Saarbrücker Hütte oder doch gleich übers Hochmadererjoch und diesfalls vielleicht gleich weiter bis Gargellen. Ich ging einmal los, hinunter von der Silvrettastraße auf die Höhe des Stausees und auf die Zufahrtsstraße zur Saarbrücker Hütte und hinter zwei flotten Burschen, die mit mir aus dem Bus gestiegen waren und später dann zur Tübinger Hütte abzweigten. Die Zufahrtsstraße war mein vorgegebener Weg hinauf zur Hütte, oder gegebenenfalls nur zur Abzweigung zur Tübinger Hütte, und ging gleich einmal ordentlich los. Ganz gut sah auch das Wetter aus, am Start des Tages gabs dem Eindruck nach mehr Blau als Wolken. Und somit schwitzte ich mich ein paar Kehren hoch und kam schließlich dorthin, wo ich eine Entscheidung zu treffen hatte: gerade weiter zur Saarbrücker Hütte oder rechts abbiegen und gleich zur Tübinger Hütte.

An der Abzweigung zur Tübinger Hütte über das Hochmadererjoch.

Aber was, ich probiers, dachte ich mir und notfalls kehr ich um, und geh den anderen Weg – das ginge sich dann zur Tübinger Hütte schon auch noch aus – etwa 3 1/2 Stunden sollten es von der Abzweigung dorthin sein. Sollte alles klappen, so sollte es auch kein langer Tag werden, dann hatte ich genug Zeit. Also weiter auf der Zufahrtstraße der Saarbrücker Hütte entgegen, die man von der Busstation bereits sieht.

Der Saarbrücker Hütte entgegen.

An der Alten Zollwachhütte vorbei, ging ich auch hinter den Schwarzen Böden auf der Straße weiter.

Vorbei an der alten Zollwachhütte.

Die hier zuletzt genommene Abkürzung ließ ich bleiben. Nur am Schlußhang nahm ich den zur Hütte führenden Steig und war um ½ 12 bei der Hütte.

Saarbrücker Hütte mit dem Großen Seehorn.
Nach knapp 2 1/2 Stunden bei der Saarbrücker Hütte.

Die ist seit zwei Wochen zu und winterverpackt, bloß ein Winterraum ist offen – und den erreicht man per Klettersteigeinlage über zwei Steigleitern.

Zum Winterraum der Saarbrücker Hütte.
Und dessen Zustieg.

Den Winterraum begutachtet, nahm ich auf der einzigen auf der Terrasse verbliebenen Bank Platz und frühstückte einmal – obwohl das mit dem Essen durch die nächtliche Bahnfahrt eh ziemlich durcheinander gekommen war.

Ausblick zum Vermuntstausee.

Nach einer halben Stunde der Rast machte ich mich wieder abwanderbereit, die Kühle hier heroben machte es aber notwendig, Jacke und Handschuhe in Verwendung zu bringen.

Nach einer ausgiebigen Pause gehts von der Saarbrücker Hütte weiter.

Außerdem schaute die Sonne nur noch sehr sporadisch hervor, es zog langsam zu. Bis zur Seelücke gings jetzt noch auf dem von vor 4 Wochen bekannten Weg, in der Seelücke hatten wir ja umgedreht. Zwischen Blöcken und oft schuttig zog der Weg nach oben. Schnee zeigte sich, war aber nicht dramatisch.

Nebenan liegen Großlitzner und Großes Seehorn.
In die Seelücke gehts.

Und ich dachte mir, dass ja die Seelücke der höchste Punkt für diesmal sein sollte – wenns da geht, sollte alles folgende schneemäßig auch funktionieren. Recht langsam war ich unterwegs, immer im Hinterkopf, dass ich heute viel Zeit haben sollte. Auch oben in der Seelücke machte ich Pause und es mir kurz im dortigen Unterstand bequem.

Die Unterstandhütte in der Seelücke.
Zurückgeschaut zur Saarbrücker Hütte.

Danach gings an neue Wege und in die Schweiz– weiter zum Plattenjoch wollte und sollte ich, über den Talschluss des Seetals.

Da gehts weiter – an den Talschluss des Seetals.

Der abschüssige erdig-geröllige Weiterweg, der uns zuletzt zum Abbruch brachte, der war eigentlich halb so wild, 2 Stellen darin, wo man kurz mal heftiger die Fersen und Kanten einsetzen sollte – da kam heute später noch unangenehmeres.

Die ersten Meter aus der Seelücke hinter mich gebracht.

Schließlich gings dann zwischen Blöcken und auf erdigen Wegen ohne jeden Abschuss bergab ans Ende des Seetals. Das Plattenjoch war dann auch nicht jenes Joch, das ich von der Seelücke aus anvisiert hatte – das Plattenjoch sieht man von dort nämlich gar nicht.

Am Weg ins Hintere Seetal. Irgendwo da vorne stellte ich mir zuerst das Plattenjoch vor.
Derweil taucht das Plattenjoch rechts von mir auf.

Knapp vor der Wegteilung Seetal erkennt man rechts ein Kar und einen Kamm – dorthin sollte es gehen. Bei der Wegteilung, links geht’s zur Seetalhütte des SAC, machte ich wieder eine der mehreren Rasten, dann zog der Weg anständig steil bergan.

Zur Wegteilung im Hinteren Seetal.
Die dortigen Wegtafeln.

Im Kar wird’s kurz flacher, dann geht’s direkt in das Plattenjoch, wieder steil und an zwei Stellen mit einer Kette versichert – vor allem die erste an einer erdig-nassen steilen Stelle war nicht unnotwendig.

Im Kar unterhalb des Plattenjochs. Da vorne in der Flanke zieht die alte 02er-Route von der Schweizer Lücke ins Plattenjoch.
Da rauf ins Plattenjoch.
Ausblick nach Süden. Ins Seetal.

Um 3/4 3 stand ich im Plattenjoch und es hatte mittlerweile vollkommen zugezogen, also stand ich im Nebel im Plattenjoch.

Im Plattenjoch.

Etwa 100 m in Richtung Schweizer Lücke (da ging die jetzt gesperrte 02er-Originalroute drüber), da steht wieder ein Unterstand. Neugierig wie ich bin, sah ich mir den auch an – ein kleines Hütterl mit einer Bank drinnen und, wegen Nebels von heroben nicht erkannt, man hätte hier Aussicht bereits zur Tübinger Hütte.

Die Unterstandhütte gleich beim Plattenjoch.

Zurück beim Plattenjoch gings nun an den Abstieg eben dorthin. War der Schnee bisher nur wenig und wenig störend, so kam das jetzt anders. Steil bergab geht’s vom Plattenjoch und nordseitig, da lag genug Schnee im Weg. „Im Weg“ ist gut, denn eigentlich ist der ganze Hang reines Geröllrutschgelände.

Das waren die ersten Meter aus dem Plattenjoch.
Und das sind die nächsten Meter.

Vorsichtig tastete ich mich hinunter, und es gab zum Glück eine vielleicht ein oder zwei Tage alte Spur, der ich folgen konnte und die mir die Aufgabe wesentlich erleichterte. Wenigstens zog der dichte Nebel jetzt ein wenig weg, der Blick nach unten hin wurde frei.

Wenigstens die Sicht wird wieder besser.

Wirklich anstrengende steile Höhenmeter hinter mich gebracht, gings kurz etwas flacher über ein geradezu angenehmes Schneefeld, dann gleich aber an die nächste Steilstufe. Auch da gabs noch Schnee, aber schon wesentlich weniger als oben nach dem Joch.

Die nächste Steilstufe hinunter zur Schwabenplatte.
Wenn dem Markierungsteam Farbe übrig bleibt …
Rückblick von der Schwabenplatte auf den Abstiegsweg. Das Plattenjoch liegt rechts um die Ecke, den Unterstand erkennt man am Foto nicht, liegt aber vorne am Kamm.

Wieder flacht das Gelände dann ab, in dem Bereich, den die Karte mit Schwabenplatte bezeichnet, und als die nächste Steilstufe beginnt, tauchte dann endlich die Tübinger Hütte vor mir auf.

Die Tübinger Hütte taucht auf.

Noch eine Pause und dann noch einen steilen Serpentinenweg über schon almige Flächen gelangte ich um ¾ 5 zur Tübinger Hütte – da hatte ich mir wirklich viel Zeit gelassen, auf eine Uhr hatte ich den ganzen Weg nicht geschaut.

Rechts die Westliche Plattenspitze. Und schon nahe bei der Tübinger Hütte.
Tübinger Hütte.

In der Tübinger Hütte bezog ich den Winterraum, zweistöckig – unten ein Aufenthaltsraum und die Kochgelegenheit samt Ofen, oben als Schlafraum einer der Lagerräume der Hütte mit 12 Lagern. So lässt sichs aushalten – insoferne aber Pech, oder Glück, gehabt, wie mans sieht, denn zu ist die Hütte erst seit heute Mittag.

(Wegstrecke: 6 km und 5 km Anstieg zur Saarbrücker Hütte)

Tag 64 (08.10.2018): Tübinger Hütte – Tilisunahütte

Und dann war gestern abends die Sache mit dem Alarm. Um knapp nach 22 Uhr, gerade wollte ich mich zur Ruhe betten, ging im Haus der Alarm los. Abwechselnd an 5 Stellen im Haus. Einen Rundgang ums Haus später hatte ich festgestellt, dass es weder irgendwo brannte, noch eingebrochen wurde. Telefonisch erreichte ich den Hüttenwirt nicht, ein SMS blieb am Abend unbeantwortet. Die beiden Melder im Schlaf- und im Aufenthaltsraum des Winterraums drehte ich auf, somit war der Alarm wenigstens im Winterraum abgestellt, zu den Meldern im Resthaus kam ich nicht. Mit den zum Glück eingepackten Ohrenstöpseln funktionierte das mit dem Schlafen auch, wenn auch erst später als gewollt. In der Früh lief der Alarm im Haupthaus noch immer. Wegen der gestrigen Einschlafverzögerung hatte ich den Wecker ein wenig vorgedreht, und kam heute ein bißchen später als geplant weg in einen recht langen Tag. Um 07.30 hatte ich mir den Rucksack umgeworfen, und war dahin.

Abmarsch von der Tübinger Hütte.

Zuerst nur etwa 100 m, dann gingen mir meine Stöcke ab, die ich im Vorraum des Winterraums hängen hatte lassen. Retour, Neustart und der klappte. Und der begann mit dem flachen Ausgehen des Talschlusses des Garneratals sehr angenehm.

Erst flach den Talschluss des Garneratals ausgehend.

Unterhalb der Kessispitze führt der Weg an den Beginn des Kars, in welchem es hinauf zum Garnerajoch geht. Dieses hatte ich zuerst, auch wieder mal falsch, als mein nächstes Zwischenziel anvisiert, das Mittelbergjoch. Allerdings liegt dieses doch ein Stück weiter nördlich, hinter dem Mittelberg. An zwei Steinhütten, ob Alm- oder alte Zollhütte, weiß ich nicht, vorbei (da gibts eine unmarkierte Wegteilung – der 02er nimmt den rechten Weg, links gehts zum Garnerajoch), und weiterhin flach unterhalb des Mittelbergs dahin, erreichte ich dann den Anstieg zum Mittelbergjoch.

Eine der beiden Hütten.
Rückblick zur Tübinger Hütte. Rechts die Westliche Plattenspitze, links darunter das Plattenjoch, wo ich gestern herkam.
Weiterhin flach unterhalb des Mittelbergs dahin.

Der Weg dreht nach links und ein paar steilere Meter später, vorbei an einer Menge Steinböcke, die mich kaum eines müden Blickes würdigten, erreichte ich nach etwa 1 1/4 Stunden das Mittelbergjoch und hatte von hier Blick auf die nächste Zwischenstation, das Vergaldner Joch.

Aufwärts ins Mittelbergjoch.
Der Weiterweg Richtung Vergaldner Joch.

Die Sonne, die beleuchtete mich auch schon, allerdings bekommt der unmittelbare Weiterweg aus dem Mittelbergjoch wohl überhaupt nur wenig Sonne ab – da lag nämlich einiger und recht harter Schnee im Weg.

Rückblick auf die ersten Meter des Abstiegs aus dem Mittelbergjoch.

Trotzdem ließ sich das leicht meistern, der Weg war breit genug und dem Schnee konnte mit Hüpfen von Stein zu Stein gut ausgewichen werden. Anschließend gings flach in Richtung Vergaldner Joch, wo mir am Weg dorthin bei meiner ersten kurzen Rast nochmals zwei Steinböcke ihre Aufwartung machten.

Zwischen Mittelbergjoch und Vergaldner Joch.
Pausenausblick. Da bleibt man gerne sitzen.

Ein kurzer, teilweise wieder mit Ketten versicherter steilerer Aufstieg brachte mich um 1/2 10 ins Vergaldner Joch.

Ins Vergaldner Joch.
Zurückgeschaut zum Mittelbergjoch.

2 Jöcher hinter mich gebracht, gings nun wieder abwärts in ein Tal, das Vergaldner Tal.

Es geht abwärts ins Vergaldner Tal. Vorne ist die Vergaldaalpe schon zu sehen.

Recht gemäßigt bergab gehts da zunächst, bevor der Steig einen Linksbogen macht und steiler abwärts zu einer Wegkreuzung am Talschluss des Vergaldner Tals führt.

In den Talschluss des Vergaldatals. Der Gipfel im Hintergrund müsste die Rotbühelspitze sein.

Eine Menge Leute kam mir da entgegen, waren aber die einzigen Wandersleute, die ich auf meiner diesmaligen Tour traf, mit Ausnahme jener wenigen, die abends auch die Tilisunahütte bevölkerten. Auch funktionierte das mit dem Bergabgehen heute überraschend gut. Im Gegensatz zu meinen sonstigen Bergabkünsten kam ich mir heute fast wie eine Gemse vor, ging ganz locker und ohne Kniebeschwerden voran. An der Wegteilung am Talschluss führt links ein Weg hinauf zum Valzifenzer Joch, der Zentralalpenweg macht eine nach rechts führende Spitzkehre und es geht von da weg das lange Tal hinaus bis nach Gargellen. Erst noch auf einem Steig und vorbei an der Rotbühelhütte, einer Jagdhütte, dann erreichte ich die ins Tal führende Schotterstraße.

Vorbei an der Rotbühelhütte.

Auf der gelangte ich gemütlichen Schrittes zur Vergaldaalpe, wo ich um 1/4 12 die nächste Pause einlegte. Bewirtschaftet war sie nicht mehr, aber Wassernachschub konnte mir ein Brunnen bieten, Essnachschub bot mir meine Proviantbox.

Vergaldaalpe.

Weiter zog sich der Weg talauswärts auf der Schotterstraße.

Rückblick ins Vergaldatal.
Abwärts ins Gargellental. Gegenüber liegt der Gargellner Alptobel.

Einmal wird ihr über einen schmaleren Weg ausgewichen und schon im Wald erreichte ich vor Vergalda eine Wegkreuzung. Da war ich mir ob der Streckenführung des 02ers nicht sicher – hinein nach Vergalda und auf der Straße nach Gargellen, oder doch rechts abbiegen?

Jene Wegkreuzung vor Vergalda.

Ich jedenfalls bog rechts ab, und ging oberhalb des Suggadinbachs am unteren Hang des Schmalzbergs nach Gargellen – ist sicher der angenehmere, weil nicht asphaltierte Weg.

Ich erreiche Gargellen.

Bei der Talstation der Schafbergbahn bog ich dann zur durchs Tal laufenden Straße ab und war wenig später um 10 vor 1 im Ort Gargellen. Die Mittagspause samt Schnitzel fiel länger aus, ein Stunde trödelte ich im Ort herum, bevor ich mich an den Weiterweg hinauf zum Sarotlajoch machte.

In Gargellen.

Ein steiler Weg hinaus aus Gargellen sollte mich nun erwarten, so wurde mir erzählt, und war auch so. Ich ging den Weiterweg über den Wasserfallweg entlang des Rongg-Wasserfalls an.

Über eine Wiese gehts hinaus aus Gargellen.

Über eine Wiese gelangte ich an den Ausgang des Rongg-Wasserfalls, überquerte das Gewässer und schwitzte mich rechts des Wasserfallgrabens ziemlich ansteigend hinauf.

Vorbei am Ausgang des Wasserfalls.

Nicht nur, dass sich sowieso heute kaum eine Wolke zeigte, wars nun am Nachmittag und relativ weit herunten, Gargellen liegt auf etwas über 1400 m, auch sommerlich warm.

Steil bergauf gehts entlang des Wasserfalls dahin.
Rückblick nach Gargellen.

Der Weg dreht dann nach rechts und noch weiter im steilen Gang erreichte ich den Fahrweg, der zur Ronggalpe führt – über diesen lässt sich von Gargellen auch heraufwandern. In den bog ich links ein und unvermindert steil ging es zur Ronggalpe hinauf.

Zur Ronggalpe.

Bei der Ronggalpe zieht der Weg an den Hang, geht unterhalb der Hütten der Alm vorbei und über eine Wiese gelangte ich wieder in den Wald.

Rückblick über die Wiesen der Ronggalpe. Links vor dem Stock der Ritzenspitzen gehts ins Vergaldatal.

Da gings dann etwas flacher dahin bis ich die Untere Röbialpe erreichte.

Zur Unteren Röbialpe.

Anschließend wollte auch noch die Obere Röbialpe erreicht werden. Und wieder wurde der Weg sehr steil.

Weiter gehts von der Unteren Röbialpe.

Meist am Waldrand entlang gings über Almflächen fast 300 hm sehr direkt nach oben. Vorbei an den Restfundamenten einer alten Hütte kam dann das bei der Oberen Alm stehende Kreuz in den Blick und nach einer 3/4 Stunde von der Unteren war ich um 20 nach 3 bei der Oberen Alm.

Da stand mal eine Hütte. Links im Hintergrund Vergalda.
Das Kreuz da oben gehört schon zur Oberen Röbialpe.

Eine Pause war hier wieder dran.

Knapp vor der Oberen Röbialpe geht sich nochmals ein  Blick nach Gargellen aus.
Die Obere Röbialpe.

Der Weg führt von hier nach rechts weiter unterhalb des Hangs, der hinauf zum Kamm, der zum Borstkopf und zu den Röblispitzen führt, und die Hochtäler des Röbibaches und des Sarotlabaches trennt. Flach gehts dahin, bis der Weg von der Sarotlalalpe daherkommt. Dann dreht der Weg nach links an den Hang des Tals des Sarotlabaches. Und auch meine nächste Zwischenstation zeigt sich ab hier: die Gegend um den Sarotlapass.

Es geht in den Hang oberhalb des Sarotlabaches. Vor mir in der Mitte die Sarotlaspitzen, links davon der Sarotlapass.

Leicht steigend gings nun dem Sarotlapass entgegen. erst durch lichtes Erlengesträuch, dann über steinige Alpflächen und herbstlich rötlich gefärbte Heidelbeersträuche, immer wieder durchzogen durch tiefe, von den Röbispitzen herunterziehende schottrige Rinnen.

An den Schluss des Tals des Sarotlabaches.

Am Talschluss wird der der Weg schließlich steiler und macht die noch notwendigen Höhenmeter in den Sarotlapass. Den Abschluss bildet eine weitgezogene Steigkehre, die mich dann von rechts kommend in den Sarotlapass ziehen ließ.

Talauswärts geschaut: gegenüber liegt der Schmalzberg, dahinter die Valiseraspitze.
Nach einer langgezogenen Steigkehre gehts zum Sarotlapass.

Die letzten Meter ins Joch waren dann relativ flach. Die Sonne auf der anderen Seite war bereits verschwunden und es war merklich kühler geworden, im Sarotlajoch, wo ich auch wieder für die nächste halbe Stunde in Graubünden einwanderte, erfreute sie mich dann wieder.

Ins Sarotlajoch.
Wegtafeln im Sarotlajoch (die hier angegebenen Zeiten halte ich für äußerst zuversichtlich). Und: Ein Hinweis auf den 02er!
Ausblick nach Graubünden.

Aber fast 2 Stunden hatte ich von der Oberen Röblialpe trotz keiner weiteren Rast hierher gebraucht, 1/2 6 wars mittlerweile.

Rückblick ins Sarotlajoch, mit einer der Röblispitzen.

Der Weg zum Plasseggenpass, der führte mich nun unterhalb der Sarotlaspitze dahin. Etwas geröllig und etwas abschüssig wars teilweise, aber angesichts der noch leuchtenden Sonnenstrahlen angenehm zu gehen.

Am Weg zwischen Sarotlajoch und Plasseggenpass.

Bevor ich endgültig in den Schatten eintauchte, machte ich noch eine Rast – ich war doch schon auf in etwa der Höhe der Tilisunahütte, da sollte der heutige Restweg eher gemütlich und ohne viel Auf und Ab dahingehen – dachte ich mir.

Im Plasseggenpass.

Im Plasseggenpass drehte ich wieder Richtung Norden und war zurück in Vorarlberg.

Es geht zurück ins Vorarlbergerische.

Vom Pass sah es zunächst auch so aus, als ob es grad einmal ein Stück bergab und anschließend nahezu flach dahingehen sollte. Das stimmte aber nur bedingt, nämlich nur für den ersten Teil des Weiterwegs. Danach gings in ständigem Auf und mehr Ab über die Flächen am Ende des sich gegen den Plasseggenpass ziehenden Tals und unterhalb der Weißplatte und der Scheinfluh dahin. Kam mir wohl bloß sich ziemlich ziehend vor, da der Tag doch schon recht lange war und ich mir die Tilisunahütte schon sehr sehnlich herbeiwünschte.

Rückblick auf den teilweise grabenähnlich, und auf erdig-schmierigem Steig dahinziehenden Weg vom Plasseggenpass – der liegt rechts um die Ecke.

Und die kurze, aber steile Steigung dann hinauf in den Grubenpass, die war mir gar nicht mehr recht.

In den Grubenpass.

Da mühte ich mich schon ordentlich hinauf und mich interessierte nicht einmal mehr der Blick zur und in die dort stehende alte Zollhütte – offen oder nicht? – angesichts der schon einkehrenden Dunkelheit keine akut zu klärende Fragestellung. Hinter dem Grubenpass führt der Steig leicht abwärts zwischen Felsen hindurch, dann tauchte vor mir eine weitere alte Zollhütte auf.

Die Zollhütte knapp vor der Tilisunahütte. Noch einmal links um die Kurve, dann sieht man die Hütte.

Eine letzte Kurve nach links und ich erkannte vor mir endlich die Tilisunahütte, bzw. schon eher nur noch die Lichter derselben – die Nacht war eingekehrt. Den Weg vor mir erkannte ich aber schon noch und flach dahin gings in Richtung Hütte. Ein paar wenige Höhenmeter aufwärts noch direkt vor der Hütte waren die letzte Anstrengung für heute, bevor ich um knapp vor 1/2 8 die Tilisunahütte betrat. Etwas verdutzt sah man mich da an – wenigstens übertraf jetzt aber die Menge an Gästen die Menge an Hüttenleuten. Mit mir waren insgesamt 5 Leute in der Hütte eingekehrt, alle hatten ein eigenes Zimmer bekommen, und wichtig: ich um die späte Zeit unkompliziert auch noch etwas zu Essen, und fast noch wichtiger: den wohlverdienten Radler. Morgen soll die Hütte lt. den Wirtsleuten noch einmal sehr voll werden.

(Wegstrecke: 23 km)

Es gibt sie doch: 02er-Tafel bei der Tilisunahütte.

Ja, und mit einem 3. Tag wurde es dann den Wegverhältnissen geschuldet doch (wieder) nichts. Alarm ist heute Nacht zum Glück keiner losgegangen, für gute Nachtruhe war daher gesorgt. Wie geplant kam ich morgens um 1/2 8 Uhr von der Tilisunahütte weg und hatte als nächstes Zwischenziel die Lindauer Hütte.

Abmarsch bei Sonnenaufgang von der Tilisunahütte.

Dazu musste ich noch aufwärts in die Schwarze Scharte, bevor es über den Bilkengrat abwärts zur Lindauer Hütte gehen sollte. Ein traumhafter Tag war wieder, blauer Himmel, ein wenig frisch noch und guter Dinge gings los. Die schlechten Dinge kamen als ich um einen Hang herum in die Schwarze Scharte kam.

Hangwanderung zur Schwarzen Scharte. Rechts das Schwarzhorn.
In der Schwarzen Scharte.

Denn der Weiterweg von hier, der war mit noch hartem, teilweise eisigem Schnee gefüllt, und nebenan gings einige Meter, also einige 100 m steil bergab. Etwas, womit ich gar nicht gerechnet hatte, als ich ziemlich siegessicher in den heutige Tag loszog. Und meine Spikes hab ich in der Regel nur mit, wenn ich sie nicht brauche, und, wie heute, nicht mit, wenn ich sie brauchen könnte.

Schaut jetzt nicht arg aus – der im Weg liegende Schnee war aber pickelhart und eisig und kleinräumig nicht zu umgehen. Unten sieht man schon die Lindauer Hütte.

Der Entschluss war schnell gefasst: zurück zur Hütte und Abstieg nach Tschagguns – obwohl ich vermutlich ’nur‘ zwei oder drei Stunden hätte warten müssen, dann wäre ob der Wärme der Schnee schon weich geworden.

Wieder retour zur Tilisunahütte. Der Gipfel dahinter ist die Weißplatte.
Blick zum Sulzfluh-Gipfel.

Um 3/4 9 ging ich wieder bei der Hütte vorbei und wählte, da auf den Wegtafeln die kürzeste Zeit dafür angeschrieben war, den Kessiweg hinunter in das Montafon.

Vorbei an der Tilisunahütte.
Nochmals zur Tilisunahütte zurückgeschaut.

Erst gings da noch sehr angenehm gemächlich bergab, das ändert sich bald, als ich hinunter in den Graben des Walserbachs zog.

Anfangs sehr gemütlich bergab. Links vorne die Tschaggunser Mittagsspitze.

Am Bach gabs eine Pause für ein 2. Frühstück, dann gings schon durch Erlengestrüpp zur Walser Alm und weiter hinunter ins Gampadelstal und bei einer zur Gampadelsalpe gehörenden Hütte zur Zufahrtsstraße zur Talstation der Materialseilbahn zur Tilisunahütte, die Straße zieht dahinter weiter hinauf bis zur Tilisunaalpe.

Abwärts in den Graben des Walserbachs.
Zur Walser Alpe.
Rückblick in den Graben des Walserbachs und zum Schwarzhorn.
Hinunter ins Gampadelstal.

Ich kam anschließend bei der Gampadelsalpe vorbei, dann gings in einigen Kehren hinunter zu den Häusern von Manuaf. Mittlerweile war die Straße asphaltiert, es zweigt dann aber im Bereich des Ziegerbergs ein Fußweg weiter hinunter ab, den ich benutzte.

Die Gampadelsalpe.
Es geht Schruns entgegen.
Hinausblick in das Montafon Richtung Bludenz. Für mich gehts da vorne rechts in den Fußweg nach Tschagguns.

Teilweise sehr steil gings schließlich über einen Kiesweg an den Ortsrand von Tschagguns.

Steil bergab in das Montafon.

Ein Apfelpause vor dem Einwandern gönnte ich mir noch, und war dann um 1/2 2 im Zentrum von Tschagguns. Von da wars nicht mehr weit zur Bahnhaltestelle und 2 Minuten, nachdem ich diese erreichte, kam auch schon mein Zug nach Bludenz.

Tschagguns.

Somit steht mir im nächsten Jahr bei der Fortsetzung der lange Aufstieg zur Tilisunahütte mit mehr als 10 km und 1700 hm bevor – 4 bis 5 Stunden werde ich dafür schon rechnen müssen. Und schade, dass es wieder nicht wie geplant hingehauen hat. Aber an das hab ich mich eh auch schon gewöhnt. Für nächstes Jahr hat sich auch Gert schon wieder angemeldet, wenn ihn nicht gerade Workshops daran hindern, wichtigeres zu unternehmen.

Der Hüttenwirt von der Tübinger Hütte hatte sich mittlerweile auch bei mir gemeldet – ein Melder im Keller der Hütte war defekt.

4 Kommentare zu „Zentralalpenweg Tage 63 und 64: Saarbrücker Hütte – Tilisunahütte“

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