Zentralalpenweg 02 Tage 61 und 62: Mathon – Saarbrücker Hütte

Die letzten beiden Wochenende hat mir das Wetter ziemlich vermiest, da ging nicht wirklich etwas im Hochgebirge, auch sonstige Unternehmungen ließ ich lieber bleiben. Nicht, dass ich mir weiterhin die Dauerhitze gewünscht hätte, oder dass der Regen nicht notwendig gewesen wäre, aber so ein Mittelding wäre mir recht gewesen und vor allem, wenn sich der Regen eher auf wochentags verlegt hätte. Ursprünglich wollte ich schon die letzten beiden Wochenenden am 02er verbringen, und mich an diesem mit meinem Bruder an die Beendigung des Rupertiwegs machen. Mein Bruder hat jetzt dankenswerterweise auf „sein“ Wochenende verzichtet, das haben wir auf Ende September verschoben, somit geht sich heuer zumindest noch ein 02er-Wochenende aus. Und das wollte ich mir ursprünglich auf 5 Tage verlängern und bis zur Douglasshütte kommen – da gibts von der Talstation der Bahn zum Lünersee eine Busverbindung nach Bludenz. Da hatte aber die Tretmühle was dagegen und es sollten somit nur 3 Tage werden, bis Gargellen. Aber auch das haute dann nicht hin – 2 Tage und die Saarbrücker Hütte war die Ausbeute dieses Wochenendes.

Die weite Anfahrt machte es wieder notwendig, den ersten Tag alleine der Anfahrt zu widmen. Gert aka gtwo war wieder mit dabei und für uns gings Freitag mit Zug und Bus zurück ins Paznauntal, diesmal bis Mathon – unsere Wirtin von letztens in Kappl, da wollten wir eigentlich übernachten, die hatte sich die Hand gebrochen, drum gabs da diesmal kein Zimmer für uns. Von Mathon gehts dann morgen über das Lareintal zur Heidelberger Hütte, wo wir wieder auf die von Ischgl kommende Normalroute des 02er treffen werden. Und hoffentlich auch gleich weiter bis zur Jamtalhütte, damit sich, so wars ja geplant, in den folgenden drei Tagen auch wirklich der Weg bis nach Gargellen ausgeht.

Tag 61 (07.09.2018): Mathon – Jamtalhütte

Auf 7 Uhr konnten wir die Frühstückszeit am Samstag nach früher verhandeln – sollte ausreichend sein, denn Regen oder gar Gewitter sollten uns heute nicht überraschen und damit einen ganz frühen Start notwendig machen – bestes Wetter war vorhergesagt.

Ins Paznauntal hingeschaut. Der Gipfel da, würde ich meinen, ist die Gorfenspitze (© gtwo).

Nach ein wenig Herumtrödeln – ich wars nicht – waren wir um 3/4 8 aus dem Haus und auf dem Weg in Richtung Lareintal (man findet auf den Wegtafeln und Beschilderungen auch Laraintal, auch Loreintal).

Aufbruch aus Mathon.

Dazu gings einmal aus dem Ort hin zur Trisanna, den durch das Paznauntal fließenden Fluß und nach Überquerung bis zur nächsten Brücke auf Höhe von Valzur flach taleinwärts dahin.

Mathon im Rückblick.

Bei der nächsten Brücke zweigten wir in die hier wegführende Forststraße und die fängt dann langsam zu steigen an. Über eine weite Kehre führt die Forststraße zur Lareinalm, die lässt sich aber über einen steilen Waldweg abkürzen, was wir auch machten.

Vom Abkürzer wieder auf die Forststraße (© gtwo).

Wieder auf der Forststraße angelangt, gings diese immer weiter ins Tal hinein.

Blick nach gegenüber über das Paznauntal in die Verwallgruppe.

Ein paar Kehren zwischendurch, mal den Lareinbach querend und angenehm bergan gings zur Alm. Zuletzt über einen die Straße abkürzenden Wiesenhang standen wir um knapp vor 9 bei der Lareinalm.

Bei der Lareinalm.

Milch- und Kaffeeeinkehrwillig waren wir, die gute Stube auch geöffnet, allerdings war grad niemand da, der uns hätte bewirten können. Also ließen wir das mit der Einkehr bleiben und gingen weiter. Bald hinter der Alm hatten wir auch die waldigen Flächen verlassen und hatten die Almflächen weiter hinein ins Tal vor uns.

Weiter und flach hinein ins Lareintal.

Recht flach gings da dahin. Vor uns tauchte dann der Stock der vielen Fluchthörner auf, denen wir entgegenwanderten. Ich meist recht weit voran, denn Gert brachte seinen Fotoapparat zum Glühen – ist schon eine schöne Gegend da. Schattig und recht kühl wars noch, aber schön langsam kämpfte sich die Sonne hinein ins Tal.

Unser nächstes Zwischenziel vor uns – die Zollhütte.

Nach einer weiteren guten Stunde waren wir schließlich bei der Zollhütte schon gegen Talende hin. Hier endet auch die ins Tal führende Schotterstraße und hier machten wir auch erstmals eine Rast.

Aus dem Lareintal, da kamen wir her (© gtwo).
Lareinbachwasserspiele (© gtwo).
Bei der Zollhütte.

Knappe 700 hm hatten wir schon hinter uns gebracht, die aber kaum merkbar waren und flott dahingingen.

Über den Lareinbach gehts weiter.
Nochmals die Zollhütte im Lareintal (© gtwo).

Auf den nun folgenden Höhenmetern war das dann anders, diese etwa 550 hm bis ins Ritzenjoch, die merkte man ordentlich. Hinter der Zollhütte gings noch kurz am Lareinbach und noch flach dahin, dann dreht der Steig aus der Richtung Fluchthorn weg und nach links hinauf ins Ritzentörl.

Hinter der Zollhütte kurz nochmals flach am Lareinbach entlang.
Dann dreht der Weg Richtung Osten zum Ritzentörl und wird steil (© gtwo).

Und das in durchaus steiler Manier. In vielen kleinen Serpentinen hangelten wir uns nach oben – die Flottigkeit des Gehens bis zur Zollhütte war auch dahin, ganz schön schwer waren meine Oberschenkel heute. Wir begegneten dann auch zwei einsamen Kühen, die links von uns und auf einer Höhe von schon fast 2500 m herumwanderten – die werden beim Abtrieb wohl eher vergessen oder nicht gefunden worden sein.

Eine der zwei vergessenen Kühe (© gtwo).
Aufstieg zum Ritzenjoch. smeki trottet hinterher (© gtwo).

Vorbei an ein paar imposant herumstehenden Felstürmen und zuletzt etwas flacher, schon durch geröllig-blockige Umgebung gelangten wir um 3/4 12 ins Ritzenjoch. Traumhaftes Wetter war zwar, hier heroben blies aber unangenehm der Wind.

Das Ritzenjoch kommt näher (© gtwo).
Rückblick auf den Aufstieg und ins Lareintal.

Ein Stück retour und halbwegs windgeschützt gings wieder ans Rasten, und daran meine Knie abwärtswanderbereit zu machen – heißt, Kniestrumpf anlegen und Stöcke vom Rucksack nehmen.

Im Ritzenjoch. Richtung Hohen Kogel geschaut. (© gtwo).

Gert, seit etwa einem 3/4 Jahr begeisteter Yoga-Schüler vollführte (wie meistens) zum Pausenschluss noch ein paar seiner Verrenkungen in der Scharte, dann machten wir uns auf in die Schweiz und zur von der Scharte bereits zu sehenden Heidelberger Hütte.

So schaut das dann aus.
Abwärts nach Graubünden zur Heidelberger Hütte im Fimbatal.

Noch am Nachmittag über das Kronenjoch sollten wir wieder zurück in Tirol sein.

Hinausgeschaut ins Fimbatal. An dessen Beginn liegt Ischgl – und hier führt der 02er eigentlich herein.

Abwärts über Almflächen, belauert und begleitet von einer Masse von Murmeltieren, gelangten wir um 1/4 2 zur Hütte.

Belauert von Kuh …
… und Murmeltier … (© gtwo)
… gelangen wir zur Heidelberger Hütte.

Und waren damit, nachdem wir sie bei der Darmstädter Hütte in der Verwallgruppe verlassen hatten, wieder auf der Route des Hauptwegs des 02ers. War recht belebt hier, Mountainbiken dürfte in der Gegend heute am Programm gestanden haben. Für uns gabs eine Einkehr, eine Kleinigkeit gegessen, eher Großigkeiten getrunken und um 2 gings wieder weiter. 3 3/4 Stunden waren von hier noch bis zur Jamtalhütte angeschrieben, schien uns etwas optimistisch, und war dann auch so.

Die 3 3/4 Stunden zur Jamtalhütte, die stimmten nicht ganz.

Hinein ins Fimbatal und an den dessen Talschluß gehts hier weiter.

Weiter gehts von der Heidelberger Hütte.

Gemütlich, aber flott kamen wir voran, meist recht flach, ein paar steilere Stufen zwischendurch, kamen wir zu einer längeren flachen Stufe, wo der Fimbabach schön dahinmäandert.

Weiter hinein ins Fimbabachtal.
Der wohl einzige Hinweis auf den 02er beim Abstecher nach Graubünden (© gtwo).
Durchs Fimbabachtal (© gtwo).

Zwischendurch kamen wir an der Abzweigung zum Zahnjoch vorbei, dem alten Weg zur Jamtalhütte, der aber wg. Steinschlaggefahr nicht mehr erhalten wird. An Wollgrasflächen vorbei und entlang des Bachrandes kamen wir um ca. 1/2 4 zu einer Wegzweigung beim in der Karte mit 2547m bezeichneten Punkt, der (dem?) Foppa Trida.

Vorbei an Wollgrasflächen (© gtwo).
Pause. Bei der Kote 2547 an der Abzweigung zum Fuorcla Davo Dieu (© gtwo).

Links führt der Weg zum Fuorcla Davo Dieu, gerade gings für uns weiter, aber erst nach einer weiteren kurzen Rast. Und dann zeigte mir Gert, was er drauf hat. Er übernahm die Spitze – ja, und dann zog er in einem Tempo davon, das ich nicht mithalten wollte und ihn ziehen ließ.

Und dann zieht er davon, der Gert.
Noch ein Rückblick ins Fimbatal.

Ging aber besser, als der erste Anstieg des Tages in das Ritzenjoch, die Oberschenkel waren leichter geworden. Über schuttig-erdige Hänge, teilweise recht steil, zog der ganz gute Weg wieder in die Westrichtung und zum Kronenjoch.

Beim Aufstieg ins Kronenjoch (© gtwo).

Zwischendurch, an einem Bachlauf, machte ich nochmals Halt und füllte meine schon leeren Wasserflaschen auf. Nachdem dann ein von der Krone herunterziehender Kamm umrundet war, wird es etwas flacher und am Hang entlang kam ich zunächst in das „falsche“ Kronenjoch – von wo man augenscheinlich recht einfach den Gipfel der Breiten Krone mitnehmen könnte.

Das letzte Stück ins ‚falsche‘ Kronenjoch.
Rückblick ins Fimbatal vom ‚falschen‘ Kronenjoch (© gtwo).
Die Breite Krone, offenbar kein allzu schwieriger 3000er (© gtwo).

Gert, der schon mindestens 20 Minuten heroben war, nahm mich da wieder in Empfang und wir marschierten die paar Minuten weiter ganz eben ins richtige Kronenjoch – 2974 m hoch und höchster Punkt für diesmal.

Ins richtige Kronenjoch (© gtwo).
Der Abstieg vom Kronenjoch zur Jamtalhütte beginnt.

Der Abstieg begann so, wie ein Teil des Aufstiegs ins Joch ausgesehen hatte – schuttig-erdig und relativ steil und wir gelangten in eine Flachstufe, an deren Ende nochmals Rasten dran war. Wir waren bereits 10 Stunden unterwegs, fast 3/4 6 wars schon, ca. 1900 hm bergauf hatten wir heute schon geschafft, schön langsam zog es sich.

Ein Stück des Abstiegs zur Jamtalhütte hinter uns gebracht, gibts noch eine Rast (© gtwo).

Zwei weitere kurze Steilstufen später und schon wieder im grüneren Gelände kamen wir an der Wegteilung zum Futschölpaß vorbei und waren recht bald dahinter beim Finanzerstein.

Am Weg zum Finanzerstein (© gtwo).

Der Riesenstein und sein hinein gebauter Verschlag dürfte früher wohl dem Zoll gedient haben, heute ist das Ding ein Unterstand – wussten wir zuvor auch nicht.

Finanzerstein samt Unterstand.
Rückblick über den Finanzerstein ins Tal des Futschölbachs. Links hinten liegt das Kronenjoch (© gtwo).

Nach der Inspektion des Unterstands gings dann recht gemäßigt weiter bergab in den Bereich des Breiten Wassers, einer ebenen Fläche, durch die der hier fließende Futschölbach seine vielen Bahnen zieht.

Zum Breiten Wasser (© gtwo).
Am Breiten Wasser.

Am Ende der ebenen Fläche kam auch die Jamtalhütte in den Blick, nicht zu früh, dem Befinden nach eher zu spät.

Jamtalhütte voraus.

Am Rand des Tals des Futschölbachs gings weiter bergab, knapp vor der Hütte überquerten wir noch den Bach und standen kurz danach um 1/4 8 bei der Jamtalhütte.

Gleich bei der Hütte. Dahinter sieht man bereits, rechts wegführend, unseren morgigen Weiterweg Richtung Getschnerscharte (© gtwo).
Überquerung des Futschölbachs. Gleich danach sind wir bei der Hütte. Der Gletscher oben im Hintergrund ist das Totenfeld.

Die hinterließ dann einen guten Eindruck bei mir – zum einen war noch Essen kriegen um die Zeit kein Problem, zum anderen war das Zimmerlager für eine Berghütte reinster Luxus. Da machte die etwas unpersönliche Atmosphäre auch nichts aus.

Morgen dann solls wie gesagt zur Saarbrücker Hütte gehen, eine nicht ganz so weite Strecke  und nicht ganz so viele Höhenmeter wie heute. Und das wieder bei bestem Wetter.

(Wegstrecke: 25 km)

Tag 62 (08.09.2018): Jamtalhütte – Saarbrücker Hütte

In der Früh gings mir heute nicht ganz so gut. Leichter Dünnpfiff und ein etwas flauer Magen waren da der Grund dafür. Nicht wirklich Ahnung, woher das kam, möglicherweise war irgendwo das aus einem Bacherl gefasste Wasser doch nicht ganz so sauber, wie es wirkte. Egal, los gingen wir wie geplant. Bzw. nicht ganz, denn es war schon 1/4 9, als wir dann die Hütte verließen. Irgendwer hatte da getrödelt – ich wars wieder nicht.

Abmarsch von der Jamtalhütte. Dahinter liegen die Gamshörner (© gtwo).

Von der Jamtalhütte muss man am Weg zur Getschnerscharte, über diese führt der Übergang zur Bielerhöhe, ein paar Meter absteigen zum Lauf des Jambachs, bevor es an den Anstieg geht.

Blick hinaus ins Jamtal. Da draußen liegt Galtür.
Über den Jamtalbach (© gtwo).
Und ein Blick taleinwärts zum Jamtalferner.

Und der ist dann durchaus steil und zum Teil ziemlich abschüssig. Gleich nach der Überquerung des Jambachs befindet sich eine Wegkreuzung, da heissts rechts zu gehen, links ginge es Richtung des Totenfeldgletschers. Und gleich danach nimmt die Steigung Fahrt auf.

Am Beginn von etwa 700 hm Aufstieg zur Getschnerscharte (© gtwo).

Anfangs durch Erlengesträuch hindurch wird der Hang unterhalb des ehemaligen Gletscherbeckens des Getschnerferners steil gequert.

Aufwärts hinaus aus dem Jamtal.
Hinübergeschaut in den Osten. Zur Jamtalhütte (© gtwo).

Das Gelände wird dann steiniger, die Vegetation dürftiger und über ein paar sehr steile Aufschwünge gelangten wir in ein kurzfristig etwas flacheres Kar.

Wir gelangen in ein Kar und kurz wird es flacher. Es geht aber gleich wieder an den rechten Hang (© gtwo).

Wir überquerten den Abfluß aus dem Becken und folgten dem Steig weiter an den rechten Rand. Mit der Flachheit wars da gleich wieder vorüber, am Hang gehts schließlich und schon steiler in schon blockigeres Gelände. Schön langsam gings auch meinem Innenleben im Bereich von Magen und Darm etwas besser. Und gleichzeitig wars runderherum wieder wunderschön, wetter- und gegendmäßig – auch heute machte die Wanderung wieder viel Vergnügen, auch wenns wieder einige Höhenmeter waren. Knapp 700 zunächst zur Getschnerscharte.

smeki ‚im Nachstieg‘. Am Weiterweg zur Getschnerscharte (© gtwo).

Da ließen wir uns zunächst auch täuschen, visierten den hinter dem Rest des Getschnerferners liegenden kamm- oder gratartigen Übergang als die vermeintliche Getschnerscharte an – sah von der Ferne etwas fordernd aus. Aber das war sie nicht – hinter einer kurzen Kraxeleinlage tauchte rechts von uns ein weiteres Kar auf und dahin und zur da schon zu sehenden Scharte samt Wegtafeln gings.

Den Grat da vorne hielten wir zuerst für die Getschnerscharte.
Das ist die ‚richtige‘ Getschnerscharte.

Und das dann auch nicht zu schwierig. Teilweise etwas bröselig und abschüssig gings unterhalb der Mittleren Getschnerspitze dahin, mit ein paar Einlagen, die die Hilfe der Hände notwendig machten.

Zur Getschnerscharte.

Zuletzt über einen Felsen turnend erreichten wir um 1/4 12 die Scharte und hatten hier wieder wunderbare Ausblicke – auf das was schon war, und auf das was uns in den nächsten Stunden erwarten würde.

In der Getschnerscharte angelangt (© gtwo).

Da waren wir noch kurz alleine, zwei Damen, mit denen wir im Aufstieg das „Überholen – Überholen lassen“-Spiel praktiziert hatten, und eine Partie junger Leute, die in ziemlichem Tempo auf uns aufholten, kamen bald nach uns.

Da gehts weiter. Zur Bielerhöhe und dem Silvrettastausee.
Da kamen wir her. Jamtalhütte, das Tal des Futschölbachs und links die Fluchthörner.

Eine knapp 1 /4 Stunde ließen wir hier die Füße baumeln, nicht ohne dass Gert wieder Zeit für seine Yoga-Verrenkungen fand.

Grad viel los in der Getschnerscharte. Wir ziehen weiter (© gtwo).

Als die ersten gingen wir auch wieder aus der Scharte weg. Der Weg führt dann wieder erdig-bröselig und teilweise auch über Gletscherschliff des nur mehr als Schneeflecken vorhandenen Madlenerferners über glatte Felsen dahin, für mich gings da gut – Gerts Gelände war das nicht gerade.

Abwärts von der Getschnerscharte.

Dann wurde es wieder blockiger und wir hoppelten noch immer im steileren Gelände von Stein zu Stein.

Es wird flacher im Abstieg.
Rückblick in die Getschnerscharte.

Flacher wurde es dann, und wir kamen an die Abzweigung zur Wiesbadner Hütte. Die ging links weg, wir wechselten hier über den Bach an die andere Seite des Weißen Baches, wo es am Hang kurz einmal versichert und ein paar Schritte recht abschüssig dahin ging.

Am Hang oberhalb des Weißen Bachs entlang.

War aber gleich gemeistert und wir wanderten anschließend vollkommen flach über Wiesenflächen dem Runden Kopf entgegen – ein von dieser Seite quasi aus dem Boden wachsender Gupf.

Das da vorne ist der Runde Kopf.

Vor dem Runden Kopf gibts nach rechts eine Abzweigung zum Hennekopf, der Weg zur Bielerhöhe dreht da nach links und es geht abwärts ins Bielbachtal.

Abwärts zum Bieltalbach.

Steile Serpentinen führten uns da hinunter und schließlich am Bachgraben entlang. Gleich hinter einer Bachsperre konnten wir das Gewässer queren und gelangten auf die auf der anderen Seite des Baches führende Schotterstraße.

Gleich da vorne wird der Bieltalbach gequert (© gtwo).

Und die gings unterhalb des Kamms zum Radkopf nun entlang bis zum Silvretta-Stausee.

Zur Bielerhöhe.
Über den Stausee Richtung Westen geschaut.

Am Stausee entlang gelangten wir um 1/4 3 zur Bielerhöhe und hatten wieder eine Einkehr vor uns.

Am Stausee entlang zur Bielerhöhe. Rückblick (© gtwo).

Gulaschsuppe und Wurstsalat verdrückten wir, bevor wir uns nach fast einer Stunde wieder auf den Weg machten.

Da nahmen wir Platz. Länger (© gtwo).

Auf das letzte Stück für heute zur Saarbrücker Hütte, nochmals lagen fast 600 hm vor uns, denn von der Bieler Höhe geht es einmal ein Stück abwärts zum Madlenerhaus (das hat derzeit geschlossen, und sieht nicht gerade danach aus, als ob es eifrig renoviert würde) und dahinter entlang der Ill nochmals zwischen Latschen und Wiesenflächen ein paar Meter bergab.

Das derzeit geschlossene Madlenerhaus.
Und vorerst noch flach neben der Ill dahin in Richtung Kromerbachtal. Zuvor schon aber zweigt der 02er nach links in den Hang zur Tschifernella.

Wir kamen dann zur nächsten Abzweigung, geradeaus ginge der direkte Weg zur Tübinger Hütte über das Hochmadererjoch. Zur Tübinger Hütte führt der 02er auch, allerdings über die Saarbrücker Hütte und die war unser nächstes Ziel. Somit zweigten wir nach links und an den Hang unterhalb der Tschifernalla ab. Ein schmaler Steig führte uns da wieder anständig steigend hinauf auf die Fläche.

Recht steil gehts hinauf auf die Flächen der Tschifernella.

Durch viel Gesträuch gings durch, teilweise ein wenig abschüssig, aber kein Problem. Wir gelangten dann auf die Fläche der Tschifernella, wo es mit der Steigung etwas weniger wurde , wir aber weiterhin kontinuierlich Höhenmeter machten.

Wir erreichen die Flächen der Tschifernella (© gtwo).

Schließlich sahen wir rechts unter uns im Kromerbachtal eine Hütte – Gerts Verdacht, dass sei die Saarbrücker Hütte, den konnte ich ausräumen, denn dazu hatten wir noch zu wenige Höhenmeter seit der Bielerhöhe gemacht. Und auch schon bald tauchte die Saarbrücker Hütte tatsächlich vor uns auf, und zwar noch recht weit über uns – was uns momentan nicht gerade glücklich machte.

Die Saarbrücker Hütte taucht am Hang des Kleinlitzner taucht auf (© gtwo).

Insgesamt recht flach gings dann dahin, an zwei kleinen Seechens vorbei und schließlich im kurzen Bergab hinunter zur Zufahrtsstraße zur Saarbrücker Hütte, die noch immer weit über uns thronte.

Vorbei an einem der beiden kleinen Seen (© gtwo).
Zur Zufahrtsstraße zur Saarbrücker Hütte. Rechts oben thront die Hütte.

Über die Zufahrtsstraße könnte man ein wenig ausholend auch zur Hütte gelangen. Wir aber gingens über den Abkürzer an, über einen teilweise recht steilen Steig. Meine letzte Pause machte Gert dann nicht mit, er winkte mir dann schon von der Hütte herunter, als ich mich an die letzten Höhenmeter machte.

Saarbrücker Hütte mit Kleinlitzner.

Nochmals steile letzte Meter brachten mich dann um knapp 3/4 7 zur Saarbrücker Hütte, die gut besucht, aber nicht voll war.

Auf den letzten Metern zur Saarbrücker Hütte.

So kamen wir wieder zu einem 3er-Zimmerlager für uns – das hätten wir wieder schlechter erwischen können.

(Wegstrecke: 16 km)

Und für den 3. Tag hatten wir nun vor, von der Saarbrücker Hütte bis nach Gargellen zu kommen. Dort mussten wir einen Bus um knapp nach 17 Uhr erwischen, um heute noch nach Wien zu kommen.

Die Saarbrücker Hütte morgens (© gtwo)..

Wir wussten schon, dass der Weg von der Saarbrücker Hütte zur Tübinger Hütte nicht mehr jener sein sollte, der (noch) in den Wegbeschreibungen des AV beschrieben ist. Der soll angesichts des Gletscherrückgangs und der sich auflösenden Berge nicht mehr begehbar sein – die Ausweichroute führt über die Seelücke und die Schweizer Seite zum Plattenjoch und trifft dort wieder auf den ursprünglichen Weg.

Über den Original-02er gehts nicht mehr. Ausgewichen wird über die Seelücke.
Nämlich dahin: links der Mitte liegt die Seelücke.

Dazu sollte es aber nicht mehr kommen. Von vorne: früher sollten wir heute weg – wie gesagt: ein Bus war zu erwischen. So gingen wir knapp nach 7 von der Saarbrücker Hütte los und zogen hinauf in Richtung Seelücke.

Unterwegs Richtung Seelücke (© gtwo).
Rückblick zur Saarbrücker Hütte.

Kein schwerer Weg, über erdiges und blockiges Gelände gings flott anziehend zur von der Hütte schon sehbaren Seelücke.

Im Hintergrund der Großlitzner, ein vom Eindruck her unbesteigbarer Gipfel (© gtwo).
In die Seelücke mit der Unterstandhütte.

Um Punkt 8 waren wir in der Scharte, begutachteten den dortigen Unterstand und inspizierten den Weiterweg über den Talschluß des Seetals zum Plattenjoch – und der gefiel Gert gar nicht.

Zurück zur Hütte geschaut.
Blick hinüber zur nicht mehr gangbaren 02er-Route über die Kromerlücke, den Übergang zum Kromergletscher.

Ein abschüssiger, erdiger Steig führt da von der Scharte weg, jenes Gelände, von dem ich schon gemerkt hatte, dass ihm das gar nicht taugt und er sich da regelmäßig unwohl und unsicher fühlt.

In der Seelücke mit dem Unterstand. Links wäre es weiter in Richtung Plattenjoch gegangen – für uns heute allerdings nicht mehr.

Nach ein bißchen Überlegen ging ich einmal ein kurzes Stück vor und schließlich kam ein ‚Lieber nicht‘ von hinten. Somit war es das für diesmal – wir entschlossen uns zum Rückweg zur Silvrettastraße.

Kein weiterer Abstecher nach Graubünden. Wegtafeln in der Seelücke.

Alleine wollte ich nicht weitergehen – wenn man zu 2t weggeht, dann sollte man auch zu 2t ans Ziel kommen, oder sich zumindest, wenn es die Möglichkeit gibt, am Ziel wieder treffen. Umgekehrt erwarte ich mir das eigentlich auch. Somit bergab, wieder an der Saarbrückner Hütte und dann über den Fahrweg weiter bergab bis zur Silvrettastraße beim Vermuntstausee.

Wieder vorbei an der Saarbrücker Hütte (© gtwo)..
Saarbrücker Hütte mit Kleinlitzner (© gtwo).

Zwischendurch bei einer alten, versperrten Zollwachhütte gabs eine Pause, zwischendurch zogs auch einmal ziemlich dunkel herum in Form schwarzer Wolken und zwischendurch gabs aus diesen Wolken auch ca. 5 Regentropfen – vollkommen unerwartet eigentlich.

Mit einem Mal ziehen einige sehr dunkle Wolken über uns hinweg – und bringen ca. 5 Regentropfen. Im Bereich der Schwarzen Böden (© gtwo).
Kurze Pause und Zollwachhütteninspektion. Verschlossen war sie (© gtwo).
Abwärts zum Vermuntstausee.
Genau in der Mitte die Saarbrücker Hütte. Rechts davon der Kleinlitzner, dahinter rechts das Große Seehorn und links der Großlitzner.

Um 12 waren wir an der Straße, waren uns zuvor nicht sicher, ob wir Richtung Landeck oder Schruns fahren sollten.

Gleich beim Vermuntstausee (© gtwo).
Zur Busstation an der Silvrettastraße.

Der nächste Bus, der kam – nämlich genau, als wir an die Straße gelangten, ging nach Schruns, also fuhren wir hinunter in das Montafon. In Schruns ließen wir uns Zeit und ein paar Bahnen sausen, gingen stattdessen auf ein Eis. Um 1/2 2 gings mit der Bahn nach Bludenz und von da weiter nach Wien. Zaus waren wir wieder um 1/2 9.

Zum Abschluss ein Bahnhof: jener von Schruns.

Ich nehme an, dass das für heuer das letzte Mal 02er war – bleibt somit noch ca. 1 Woche, bis ich in Feldkirch lande.

Nächstes Wochenende ist außerwandermäßig verplant, in 2 Wochen gehts ans Ende des Rupertiwegs.

Ein Gedanke zu „Zentralalpenweg 02 Tage 61 und 62: Mathon – Saarbrücker Hütte“

  1. Gratuliere zum schönen Bericht und sehr schöne Fotos einer wirklich sehenswerten Landschaft. Und auch „Daumen Hoch“ zum Abbruch – auch ich bin der Meinung, beim Wandern und Bergsteigen gilt das Eheversprechen „in guten wie in schlechten Tagen“ und man bleibt zusammen.

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