Oberösterreich-Runde Tag 7 bis 9: Oberkappel – Oberhaag/Aigen-Schlägl

Das Jahr beginnt mit dem Weiterweg rund um Oberösterreich. In Oberkappel bin ich zuletzt Mitte Dezember angekommen, weiter sollte es diesmal in Richtung des und in den Böhmerwald gehen. Die in den vergangenen Tagen für die Jahreszeit recht milden Temperaturen und die für die nächsten Tage deutlichen geringeren Temperaturen vorhergesagten Bedingungen ließen mich hoffen, auf gut ausgetretenen und harten Wegen ohne viel Gefahr des Einsinkens durch den Böhmerwald zu kommen und eventuell auch Plöckenstein und Hochficht mitnehmen zu können, beide doch über 1300 m hoch, dazu kams aber dann doch nicht. Auch ob ich 2 oder 3 Tage unterwegs sein sollte, ließ ich mir witterungs- und daher launeabhängig offen – es wurde die längere Version, trotz miesen Wetters blieb die Wanderlaune erhalten.

Anreise nach Oberkappel, mit der Bahn nach Kleinzell, weiter mit dem Bus, war wieder mal am Tag vor Beginn der Tour, also bereits am Freitag – bei Anreise am Samstag wäre ich frühestens erst um knapp 13 Uhr da gewesen. Zu wenig Zeit, um das erste Tagesziel in Vorderanger noch zu einer halbwegs vernünftigen Zeit zu erreichen, auch unter der Vorgabe, dass ich nur bis 19 Uhr den Schlüssel im Quartier bekäme (aber immerhin hatte ich nun ein Quartier am Weg zwischen Kollerschlag und Schwarzenberg gefunden – man erinnere sich an meine mehrmaligen Beschwerden in den letzten Berichten – für die Fortsetzung der Böhmerwaldrunde von Rohrbach-Berg nutzt mir das gefundene Quartier allerdings recht wenig, außer ich hab ich hab mal wieder Lust auf eine 45 km-Tagestour).

Tag 7 (13.01.2018): Oberkappel – Vorderanger

Später als üblich ging ich heute weg – im Gasthof, wo ich übernachtete war Freitag abends eine Veranstaltung, so wurde ich gebeten, bitte doch frühestens um 8 Uhr zum Frühstück aufzutauchen. Sollte mir recht sein, so lange war der Tag dann auch nicht geplant, bloß zu lange für einen erst-13 Uhr-Abmarsch. Viel Bekanntes sollte mir heute nicht unterkommen, nur die ersten Kilometer über Hutstein wies mir der Rupertiweg meinen Weg, dort sollte ich diesen dann Richtung Norden verlassen. Später, etwa auf Höhe von Kollerschlag sollte der Böhmerwaldrundweg zu mir stoßen, allerdings (noch) nicht bekannte Teile des Wegs. Um knapp nach 1/2 9 verließ ich den Gasthof, suchte noch den gleich daneben liegenden Nahversorger auf, und startete so um 3/4 9.

Abwandern aus Oberkappel.

Wie gesagt, erst auf bekanntem Weg. Nicht nur der 10er, auch der Mühlviertler Mittellandweg nimmt den Weg von Oberkappel hinauf nach Hutstein, und zieht dann weiter noch mit dem Rupertiweg bis zum Ameisberg. Etwa 250 hm gehts von Oberkappel hinauf nach Hutstein, die Aufgabe war nach etwa 40 Minuten erledigt. Ziemlich ins Schwitzen kam ich da gleich. Oben angelangt zieht eine Straße weiter nach Vatersreith.

Vor mir Vatersreith und der Ameisberg. Ich bog hier aber links ab.

Bis Vatersreith kam ich aber nicht mehr, knapp davor verließ ich die markierten Wege.

Zurückgeschaut nach Hutstein.

Der Weiler Hochödt war mein nächster anzusteuernder Punkt, dazu bog ich vor Vatersreith von der Straße links weg und war bald im Wald, wo ich abwärts nach Hochödt etwa 150 hm wieder verlor. Unmarkiert, aber kein Problem auf Forstwegen da hinunter zu finden (Bloß der Bildbaum, den die amap an einer Wegekreuzung zeigt, machte ein kleines Orientierungsproblem – sehr versteckt und sehr klein geraten).

Vorbei an Hochödt.

Nach Hochödt gehts dann schon wieder zwischen Wiesen und bald hinter Hochödt war ich wieder an der von Oberkappel kommenden Straße. Dieser folgte ich jetzt bis von rechts der Graben des Holzbachs herzieht, wo ich links abbog und am Bach entlang  zur nächsten großen Lichtung kam, wo Holzbach und Schöflbach zusammenfließen.

Wo sich Holzbach und Schöflbach treffen.

Einen Links-Rechtsbogen im leichten Bergauf zog ich wieder zwischen Wiesen und ich war in Haselbach.

Nach Haselbach.
Und durch Haselbach.

Eine schmale Verbindungsstraße durch den Wald führt mich weiter nach Fuchsödt, wo von der anderen Seite des die Grenze ziehenden Osterbaches Wegscheid Markt schön herüberschaute.

Gegenüber liegt Wegscheid Markt.

Von Fuchsödt gehts noch weiter auf der Straße bis zum Grenzübergang Kollerschlag/Wegscheid. Knapp danach gings endlich wieder weg vom Asphalt. Eine kurze Waldwanderung führte mich entlang des hier führenden Grenzbachwegs an den Waldrand und längere Zeit an diesem entlang.

An den Waldrand und an diesem entlang weiter.

Bis zu einer kleinen, museal erhaltenen Hütte der Zollaufsicht. Dort machte ich nach 2 3/4 Stunden eine erste kurze Rast. Für länger Rasten wars doch zu kühl – viele Grade über Null dürfte es den ganzen Tag nicht gehabt haben, abschnittsweise kam auch noch ein nicht angenehm eisiger Wind dazu.

Kurze Rast bei einer alten Zollaufsichtshütte.

Knapp hinter der Zollhütte verschwand ich wieder im Wald. Angenehm dahin gings Richtung Kollerschlagermühle, wo in der Zwischenzeit der Böhmerwaldrundweg, die grüne (meine), gelbe und rote Variante von Kollerschlag daherkommt.

Zur Kollerschlagermühle.

Bei der Kollerschlagermühle setzte ich kurz falsch an, kam aber zum Glück bald drauf. Etwas bergan gings nun zu einem Anwesen (hier zweigt der grüne Böhmerwaldrundweg nach Osten Richtung Niederkraml und Julbach weg), und von diesem dann an der westlichen Seite des Spielbergs herum. Bald wieder im Wald, wo zwischendrinnen an der Nebelberger Mühle am Grenzbach vorbeigekommen wird. Eine kurze knackige Steigung führte mich dann wieder aus dem Bett des Grenzbaches heraus und bald hinaus aus dem Wald, wo am Waldrand vor mir rechts Nebelberg und links Stift am Grenzbach auftauchten.

Links liegt Stift am Grenzbach, rechts Nebelberg.

Nach Stift musste ich. Dort gings am Jagawirt vorbei (jener, wo seit ca. 2 1/2 Monaten kein Bett zu kriegen ist) vorbei, gleich dahinter an einem Sportplatz und noch ein Stück weiter hatte ich für mich eine Routenänderung zu den vom Böhmerwaldrundweg benutzen Wegen vorgesehen (roter und gelber Weg führen hier weiter über Heinrichsberg nach Julbach und von dort nach Kohlstatt).

Auf dem lokalen 15er-Weg Richtung Kohlstatt.

Es ging links ab in Richtung Kohlstatt, wobei dieser Weg mit der Wegnr. 15 versehen ist – also kann bis dahin auch nichts schiefgehen. Nach einem guten Kilometer weiteren Straßenwanderns, mit um 13 Uhr einer nächsten kurzen Pause dazwischen, zweigte ich nach rechts in den Wald

Da vorne gehts rechts in den Wald.

und eine Forststraße führte mich, teilweise noch schnee- bzw. eher dick eisbedeckt erst ein wenig bergauf, dann wieder hinunter, durch den Schiffler Wald.

Sehr viel Ordnung am Wegesrand.

Beim Hof Schmidl traf ich wieder auf die Straße, die ich eine halbe Stunde zuvor verlassen hatte und folgte dieser bis Kohlstatt, das ich um knapp vor 14 Uhr erreichte.

Aus dem Schiffler Wald zur Straße nach Kohlstatt.

Hier kam der Böhmerwaldrundweg wieder von rechts daher und gäbe es hier auch einen Gasthof (der allerdings, was Übernachtungen betrifft, preislich über meinen Limits liegt, daher für eine Übernachtung nicht in Betracht kommt).

Rückblick nach Kohlstatt. Das Gebäude ganz links, der Gasthof, ist Oberösterreich, rechts davon ist Bayern.

Hinter Kohlstatt gings über eine Wiese und nochmals auf eine Straße, die zu ein paar hier anliegenden Höfen führt. Dann zweigte ich wieder in unasphaltierte Gegenden. Wald, Waldrand, Wald und etwa entlang des hier Finsterbach genannten Grenzbachs gings weiter bis ich auf eine Straße traf. Für danach hatte ich mir eigentlich wieder einen ‚eigenen‘ Weg angesehen, aber irgendwie passten Karten und wie es hier tatsächlich aussah, gar nicht zusammen, also meines Erachtens. Somit ließ ich bei Bräuerau die eigene Wegführung bleiben und ging der Böhmerwaldrunde nach.

Wandern durch die sehr zerstreute Siedlung Bräuerau.

Die führte mich nach der Querung einer großen Wiese und an einem Haus vorbei wieder in den Wald und bergab zu einer von Julbach kommenden Straße. Dahinter wollte ich mich auch nochmal an einer eigenen Route versuchen, nachdem ich aber keinen Übergang über den hier in den Grenzbach mündenden Bach fand, ließ ich auch das und ging wiederum böhmerwaldrundwegmarkiert durch den Hinterwald.

Nach fast einer 3/4 Stunde noch immer in der Streusiedlung Bräuerau. Vor mir der Hinterwald.

Als es da kurz an den Waldrand ging, gings für mich einmal scharf links wieder in den Wald retour (gerade weiter käme man nach Klaffer) – ein Weg zwar, der wegen Windbruchs als gesperrt angeschrieben war, allerdings tatsächlich schon vollkommen freigearbeitet war. Am nördlichen Ende des Hinterwalds, kurz bevor ich die von Klaffer kommende Straße erreichte, nahm ich dann für ein paar hundert Meter doch eine unmarkierte Abkürzung und gelangte da an die Große Mühl.

An der Großen Mühl.

An dieser entlang und über diese drüber, ziemlich feucht und sumpfig wars da rund um den hier in seinem Verlauf ganz frei belassenen Fluss, erreichte ich dann die Straße zwischen Breitenberg und Klaffer.

An die Straße zwischen Klaffer und Breitenberg. Bei den Häusern vor mir gehts morgen früh zum Frauenholz. Heute aber rechts nach Vorderanger.

Auf dieser musste ich noch ein Stück Richtung Klaffer gehen, da zog ziemlich kalt der Wind über die Gegend, bis ich bei einem rechts liegenden Waldflecken nach rechts abbog und von hier direkt an den Urlsee und zu meinem dort liegenden Quartier kam. Um knapp vor 3/4 5 war ich da, wie geplant eigentlich.

Am Tagesziel.

Morgen steht dann kilometermäßig ein bisschen kürzerer Tag an, wobei ich gespannt bin, wie es hinauf in den Böhmerwald und auf knapp 1300 m und vielleicht weiter hinauf klappt.

(Wegstrecke: 28 km)

Tag 8 (14.01.2018): Vorderanger – Holzschlag

Morgendlicher Ausblick zum Urlsee.

Heute konnte ich es somit der kürzeren Strecke wegen recht ruhig angehen. Allerdings sollte mich mein Weg ja zumindest über 1200 m führen und da oben schaute es, wie gestern, nicht gerade vielversprechend aus. Denn, man sah dieses Oben nicht. Der Höhenzug des Böhmerwaldes lag im Nebel. Frühstück gabs in dem Feriencamp, in dem ich untergebracht war, zwar schon um ½ 8, bis ich aber wegging, wars ¼ 9 und da wars auch noch ziemlich kalt – was sich allerdings über den Tag nicht ändern sollte. Ein Stück meines Weges von gestern musste ich retour, also auch wieder auf der Straße, die von Breitenberg in Bayern daherkommt und nach Klaffer führt. Wo ich gestern bei der Großen Mühl von links daherkam, gings knapp danach rechts von der Straße weg leicht bergan und an ein paar Häusern vorbei in Richtung des Frauenholzes.

Am Weg von Vorderanger zum Frauenholz.

Jetzt nicht unbedingt nötig, aber hier wird mit etwas Streckenverlängerung der Straße ausgewichen – auch der hier führende Böhmerwaldrundweg, auch ‚meine‘ grüne Variante ist da kurz dabei, macht das so. Allerdings geht der um das Frauenholz herum, ich ging etwas kürzer durch den Forst durch.

Durch das Frauenholz.

Ich kam dann wieder an die Straße, verließ sie nach einer Brücke aber gleich wieder in die versprengte Ortschaft Hinteranger.

Durch HInteranger in Richtung Michlegg-Forst.

Vor mir lag der Forst Michlegg, den ich nun an zu durchwandern hatte. In Hinteranger geht’s einmal scharf links weg noch weiter auf einem asphaltierten Güterweg zu einem Hof, anschließend geht’s zwischen Wiesen und Feldern hin an den Rand des Forsts.

Bald verschlingt mich der Wald.

Dort steht ein kleines Hütterl, vermutlich auch eine alte Zollhütte, die ist aber offen und kann als Unterstand benutzt werden.

Offen.

Dann gings an der westlichen Seite den Forst umrundend auf Forststraßen dahin. Meist gut zu gehen, allerdings gabs immer wieder hartgefrorene, auch eisige Passagen, die mich doch ein paar Mal zum Zaubern brachten.

Durch Michlegg.

Nach 1 1/4 Std. Waldwanderung kam ich dann an ein Haus, eine alte Einsiedelei aus dem 18. Jhdt. Nach ingesamt bisher 2 ½ Std. machte ich hier eine kurze Rast, wieder sehr kurz, da kalt, eher noch kälter als gestern.

Ich gelange zur Einsiedelei schon knapp vor Schwarzenberg.

Nicht weit hinter der Einsiedlei kam ich dann aus dem Wald. Hier gäbs zwei Möglichkeiten weiter nach Oberschwarzenberg zu kommen: einerseits links und über den Zinngießerhof, oder konventionell über Schwarzenberg und auf der Straße, da wo ich im Frühjahr vom Nordwaldkammweg heruntergekommen bin.

Nach mehr als 1 1/2 Stunden raus aus dem Michlegg. Rechts oder links?

Die Bedingungen, eisig war der Wind und schön langsam kam ich in eine Höhe, auf der abseits der Straße durchgehend der Schnee lag, ließen mich Variante 2 wählen. Über einen Weg zwischen Wiesen und kleinen Wäldchens war ich in Schwarzenberg und ging von hier auf der Straße nach Oberschwarzenberg.

Schwarzenberg am Böhmerwald.

Da wars grad 3/4 12 und ein wenig Aufwärmen im Gasthof in Oberschwarzenberg wäre mir gerade recht gewesen. Da standen aber so viele Autos rundherum, dass ich mir das überlegte und doch gleich weiterging.

Gleich raus aus Oberschwarzenberg.

Über die Straße gings weiter berglauf bis an deren Ende, wo zu meinem Erstaunen am dortigen Parkplatz auch eine Menge Autos standen. Und hier begann auch der Steig hinauf in Richtung Dreieckmark zwischen Dreisesselberg und Plöckenstein, und der war, wie ich ihn mir erhofft hatte.

Aufstieg in Richtung Dreieckmark.

Gut gespurt von Schnee- und Wanderschuhen, pickelhart und nicht rutschig. So konnte ich den teilweise recht steilen Weg angenehm nach oben steigen.

Und der war gut zu gehen.

Immer wieder kamen mir Leute mit und ohne Schneeschuhe entgegen. Relativ windstill war der Anstieg auch lange Zeit, endlich. Je weiter ich nach oben kam, desto mehr windete es aber wieder und als dann am Kreuzungspunkt der verschiedenen Wege Richtung Dreieckmark, Dreisessel, Teufelsschüssel und Nordwaldkammweg gerade Absteigende ein „wah, hier ist es ja richtig warm gegenüber oben“ von sich gaben, nahm ich ohne viel Zögern von meiner erwogenen Kammwanderung über den Plöckenstein Abstand. Es ging für mich somit (annähernd) die Route des Nordwaldkammwegs weiter.

Hier dann doch lieber auf direkterem Weg nach Holzschlag.

Ein schmaler Steig, auch gut ausgetreten, brachte mich an die Forststraße, die hinauf zur Zwieselhütte führt. Ab da wars zwar nicht mehr so gut, aber ausreichend gespurt, und der Schnee weiterhin hart genug – ohne jedes Risiko irgendwann tief einzusinken.

Auf der Forststraße zur Zwieselhütte.

Bergan gings bis auf 1240 m zur Unterstandshütte, das sollte mein höchster heute erreichter Punkt sein.

Zwieselunterstandshütte.
Ausblick aus der größeren der beiden Hütten.

Da stand ich mich auch kurz unter, um einen Schluck zu trinken und 2 Minuten Füße hängen zu lassen. Mehr ließ Kälte und der hier starke eisige Wind, der auch in den Unterstand hineinblies, nicht zu. Nebelig wars hier heroben auch, also auch von daher Zeit, die Höhe wieder zu verlassen.

Weiter gehts von der Zwieselhütte.

Über eine Forststraße gings bergab, anfangs gemäßigt, später, nach der Abzweigung zur Adalbert-Stifter-Quelle (kein Bedarf heute), etwas steiler bergab und um den Buchenwald herum.

Um den Buchenwald herum.

Man trifft dann noch an zwei Abzweigungen, bei der Grundseeau geht’s rechts, etwas später links, und nach einer längeren Geraden war ich am Grenzübergang Plöckensteinersee.

Beim Grenzübergang Plöckensteinersee.

Hierher müsste ich retour, wenn ich mich morgen dann zur Kammwanderung über den Hochficht entschliessen sollte, ansonsten wird mir in naher Zunkunft der Böhmerwaldrundweg den Kammweg zwischen Dreimarkeck und Hochficht zeigen. Beim Grenzübergang geht’s nach Holzschlag rechts weg und in knapp einer ¾ Stunde immer leicht bergab zu meinem heutigen Tagesziel – mit der Herausforderung der Querung eines belebten Schihangs am Schluss – ich habs aber überlebt.

Noch eine Schipistenquerung, dann bin ich gleich da.

Schon um ¼ 4 trudelte ich im sog. Ereignishaus des Stifts Schlägl ein. Mit nicht viel später als 16 Uhr hatte ich heute gerechnet, die Nichtmitnahme des Plöckensteins wird die andere 3/4 Std. an Zeit gebracht haben. Zimmer im Hauptgebäude hätte ich auch noch bekommen, erst wieder morgen kommen neue Kinder- bzw. Schikursgruppen hier an, nahm aber wieder mit dem Wanderquartier im Nachbarhaus vorlieb. Etwas kühl erst zwar, aber Heizkonvektoren und Kachelofen machten die Bude mit ein wenig Geduld angenehm warm. Morgen sollte es auf den Hochficht gehen, das Gefühl sagt mir aber schon heute, dass nicht und ich mir einen anderen Weg nach Schöneben suchen werde. Mal schauen.

(Wegstrecke: 25 km)

Tag 9 (15.01.2018): Holzschlag – Oberhaag/Aigen-Schlägl

Dass ich heute nicht auf den Hochficht gehen würde, war mir gleich nach dem Aufstehen klar. Einerseits eher Lust auf flaches Dahinwandern, zum anderen zeigte mir der Blick hinaus nach wie vor Nebel und trübes Wetter, was die Lust Höhenmeter zu machen, nicht erhöhte. Also Zeit lassen in der Früh, ein wenig weniger Zeit würde ich heute brauchen und einen Zug in Aigen-Schlägl wollte ich um 1/2 6 erreichen, das sollte sich mit wenig Streß ausgehen. Geschlafen habe ich wunderbar, heute im Schlafsack besser als in den beiden vorherigen Nächten. Frühstück bekam ich keines, hätte es heute erst ab 9 gegeben, da sollte die Ereignishausmannschaft für den Empfang der Schikursgruppen wieder auftauchen, aber der Wurstsalat war mir gestern abends eh zuviel, also gabs gleich deftig Wurstsalatrest in der Früh. Erst um 1/2 9 ging ich aus der guten Stube. Ein bisschen draufgeflankerlt hatte es über Nacht, aber frisch spuren musste ich wohl nicht, dazu wars zu wenig.

Holzschlag.

Vom Ereignishaus Holzschlag ging ich auf der Straße zur Zufahrtsstraße von Ulrichsberg zur Skiarena Hochficht, überquerte diese und hatte erst einmal recht flache ca. 7 km am Hang des Hochficht nach Schöneben vor mir. Auf einer Forststraße, die gleichzeitig auch Radweg ist, gings da auf hartem Schnee, stellenweise ein wenig glatt, etwa 7 km dahin.

Über Forststraße wandern am Südhang des Böhmerwalds.

Aufregendes gabs da zwischendurch nicht, ich gelangte nach etwa 1 1/2 Stunden nach Schöneben.

Vorbei an Schöneben.

Hier gäbs auch eine Übernachtungsmöglichkeit, allerdings nur für prallgefüllte Geldbörsen, 3stellig legt man da für eine Übernachtung hin – also eher nix für Otto und Ottilie Weitwanderer und – in. Am Waldrand vor Schöneben ging ich an diesem vorbei und gelangte schon hinter Schöneben auf die Straße, die zum Grenzübergang Schöneben führt. Kurz berührte ich hier den Nordwaldkammweg, der zweigt aber gleich wieder nach links in Richtung Hochficht ab, der nach wie vor im Nebel versteckt war.

(Kein) Blick zum Hochficht.

Für mich gings noch weiter auf der Straße. Erst knapp vor dem Grenzübergang zweigte ich nach rechts in die Seitenstraße, die nach Sonnenwald und zur Jausenstation Blauer Hirsch führt.

Die Jausenstation Blauer Hirsch. Heute geschlossen.

Die ist auf dieser Etappe übrigens die einzige Einkehrmöglichkeit zwischendurch, das zwar schon nach etwa 2 1/2 Stunden Gehzeit, aber heute für mich eh kein Thema: Montag, Dienstag Ruhetag, heute war Montag. Ich befand mich nun auf dem Schwemmkanalradweg, der mich weiter begleiten sollte. Allerdings wollte ich hier ein Stück näher an den Rand Oberösterreichs. So folgte ich nicht dem bezeichneten Kanalweg, sondern ging bald nach Sonnenwald nach links weg und suchte mir einen weiter außen liegenden Weg über Forststraßen.

Geradeaus führt der Kanalweg weiter. Links ging ich.

Den fand ich auch, hier setzte es mich allerdings recht bald einmal sehr unsanft auf die vier Buchstaben, sodaß jetzt abends, wo ich das schreibe, meine rechte Pobacke noch immer protestiert. In einem weiten Rechtsbogen ging ich meinen Weg weiter und stieß nach weiteren 1 1/4 Stunden wieder auf den Kanalweg, der von rechts daher kam.

Da kommt er wieder von rechts, der Kanalweg.

Dem folgte ich jetzt bis zur Straße, die von Oberhaag hin zum Moldaustausee führt (da trifft man übrigens zwischendurch auf den sog. Waldsteig, der unser Zubringerweg zum Bärnstein beim Beginn des Rupertiwegs war). Zwischendurch bei einer Rast- und Erklärstation an der Schrollenbachschleuse des Schwarzenbergschen Schwemmkanals, nach schon über 4 Stunden machte ich erste Rast – wie gestern wieder nur sehr kurz, kalt wars, man fror ziemlich schnell wieder ein.

An der Schrollenbachschleuse des Schwarzenbergschen Schwemmkanals.
Wer mehr zum Schwemmkanal wissen will, …

An der Straße angelangt, ging ich auf dieser kurz in Richtung Moldaustausee, dann gings rechts wieder in den Wald und ich folgte jetzt den lokalen Wegen 40 und 42, Waldsteig und Schwemmkanalrundweg.

An der Straße Richtung Moldaustausee.

Ganz ausgehen wollte ich den Zacken, den Oberösterreich hier macht, hinein in die Bayrische und in die Torfau. Anfangs wieder auf manchmal eisigrutschigen Forststraßen zweigte ich dann in einen schmaleren Weg und dann hinderte man mich am Weiterkommen.

Ab von der Forststraße in einen schmaleren Weg.

Also am geplanten Weg, der war nämlich gesperrt. Abhalten ließ ich mich zuerst nicht, allerdings wurde dieser Weg bald sehr schmal und war mit hartem, hohem und vor allem löchrigem und durchbrechendem Schnee gefüllt. Unangenehm, das wollte ich nicht, also retour und über die Umleitung weiter.

Nach einem Versuch ließ ich mich dann doch überzeugen.

Ich kam dann an einem kleinen Hütterl vorbei, das mir recht kam. Knapp zuvor war ich unversehens im harten Schnee eingebrochen und in einen eisigen dreckigen Bach bis zum Knöchel versunken. In der Hütte wechselte ich daher die Socken, damits wieder ein wenig trockener würde.

Hütterlausblick.

Bei der Hütte zweigte ich über einen schmalen Weg in Richtung meines ursprünglich geplanten Weg und mit ein wenig Herumsuchen erreichte ich diesen und auch die andere Seite der Sperre – auszumachen an einem in anderer Richtung aufgestellten Verbotsschildes.

Wieder auf geplanten Wegen.

Und was dann besonders erfreulich war nach bisher 2 1/2 Tagen grau in grau – die Sonne kitzelte mich immer wieder, dem Gemüt tat das sehr gut.

Da ist sie, die Sonne.

Weiter gings im leichten bergaufbergab auf Waldwegen dahin, der Weg dreht dann nach rechts und ich gelangte an den Schwemmkanal. Eine gleich da stehende Bank animierte mich zum Rasten, gleich danach kam ich aber zum Durchlass des Igelbaches, wo mir eine Unterstandshütte ein wenig mehr Komfort geboten hätte.

Rastplatz und Unterstandshütte beim Iglbachdurchlass.

Hinter dem Iglbachdurchlass waren es noch einige Meter Waldsteige, dann erreichte ich eine Forststraße, die ich nicht mehr verließ und die mich an den Waldrand und nach Oberhaag brachte. Den Nordwaldkammweg traf ich hier wieder, der von Süden von Wurmbrand daher kommt, und weiter nach Grünwald und zum Panyhaus führt.

Letzte Forststraßenmeter.

Von Oberhaag will ich dann auch meine Runde um Oberösterreich fortsetzen und entweder eben über den Nordwaldkammweg, oder ein wenig unterhalb über Unterhaag und die Bergwiesen zunächst nach Wurmbrand gelangen.

Dann bin ich in Oberhaag.

Für diesmal war hier allerdings Schluss, bzw. musste ich noch hinunter nach Aigen-Schlägl. Alternativen zu einem Straßenhatscher gibts hier wohl nicht, also hatte ich noch für etwa eine 3/4 Stunde straßenwandern vor mir. Das verging auch angesichts des netten Vorausblicks und der untergehenden Sonne auch recht flott und angenehm und ich war um 3/4 5 in Aigen-Schlägl.

Zum Abschluss abwärts von Oberhaag nach Aigen-Schlägl.

Zum Zug ging sich inklusive Nahversorgerbesuch alles locker aus. Um knapp vor 1/2 6 stieg ich in die Bahn und genoss noch die Fahrt durch das Mühlviertel. Bald komm‘ ich wieder.

(Wegstrecke: 30 km)

Die Tourenplanung bei alpenvereinaktiv verrät: Es waren 83,1 km, dabei 1517 m im Aufwärts- und 1426 m im Abwärtsgang (OÖ-Runde bisher: 250,2 km, 3682 m rauf, 3512 m runter).

Geht ja eigentlich ganz flott dahin, mit meiner OÖ-Umrundung. 9 Tage sind es schon, die nächsten drei werden dann wohl im Februar oder März anstehen und sollten mich bis zum Bhf. Summerau bringen. Für zwischendurch schreien allerdings schon meine Schneeschuhe (und mein Bruder) nach ein paar Watscheltouren. Mal sehen, was uns da einfällt – Schnee gibts heuer ja genug. Ansonsten lächelt auch der Süden der Steiermark herüber, um zumindest einmal im Februar besucht zu werden.

2 Kommentare zu „Oberösterreich-Runde Tag 7 bis 9: Oberkappel – Oberhaag/Aigen-Schlägl“

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