Landesrundwanderweg Steiermark Tage 1 und 2: Eibiswald – Leutschach

Wieder so eine „Eigentlich“-Geschichte, bzw. mehrere: Ich wollte eigentlich schon am letzten Wochenende den Böhmerwaldrundweg oder die OÖ-Runde fortsetzen. Aber: kein Quartier in und um Kollerschlag, kein Quartier in und um Wernstein. Also war gar nichts mit Wandern. Dieses Wochenende dasselbe – kein Quartier in und um Wernstein, kein Quartier in und um Kollerschlag. Drei Tage wollte ich gehen, von Donnerstag bis Samstag – die erfolglose Suche dauerte bis Mittwoch abends, somit war der Donnerstag und irgendeine kurzfristige Umplanung schon zu vergessen. Dann die Suche nach einer Alternative: der Pielachtaler Rundwanderweg fiel mir zunächst ein, allerdings gabs in Loich auch kein Quartier für mich – damit hatte ich für diesmal die Lust auf diesen Weg verloren. Nächster Versuch, obwohl noch gar nicht für die nähere Zukunft vorgesehen: der Steirische Landesrundwanderweg mit einem Beginn in Eibiswald und gegen den Uhrzeigersinn, damit ich nach den ersten Tagen in der kalten Jahreszeit doch noch ein Stückchen weiterkommen könnte. Donnerstag abends erreichte ich nach mehreren Versuchen dann doch wen im Ghf. Wutschnig in St. Pongratzen und bekam nach einem „Eigentlich haben wir schon zu“ dann doch noch ein Quartier für Freitag auf Samstag. Damit am Freitag die Fahrt in die Südsteiermark, und mir steht eine Wanderung auf Routen des Südalpenwegs bevor: Am Freitag auf der 03A-Variante nach St. Pongratzen. Am Samstag auf der mir bekannten Hauptroute bis Leutschach und  zwischen Leutschach und Spielfeld hatte ich vor, wieder die 03A-Variante zu gehen und damit nicht über Gamlitz und Ehrenhausen. Bis nach Spielfeld sollte es, wieder mal ‚eigentlich‘,  in den beiden Tagen gehen.

Tag 1 (08.12.2017): Eibiswald – St. Pongratzen

Von Eibiswald bis nach St. Pongratzen ist es nicht allzu weit. So konnte ich einen späteren Zug nehmen- den um knapp nach 9 von Meidling in Richtung Graz. Bummvoll war er, erst ab Mürzzuschlag hatte ich einen Sitzplatz. In Graz stieg ich um, und weiter gings mit der Wieserbahn bis zum Bhf. Wies-Eibiswald.

Diesmal gleich zu Beginn der übliche Bahnhof: Wies-Eibiswald.

Klingt zwar gut, der Bahnhof ist aber in Wies, Eibiswald gute 3 km entfernt. Diese 3 km hatte ich also noch gewissermaßen als Zustieg zu bewältigen.

Richtung Eibiswald.

Mangels langer Vorbereitung, siehe oben, hatte ich mir auch nicht angesehen, ob ich denn bequemer als über die Straße nach Eibiswald kommen könnte, also mal ein Straßenhatscher. Um ca. 1/4 3 war ich in Eibiswald und suchte gleich einmal den am Kirchenplatz liegenden Wirten auf.

Wegweiser in Eibiswald.

Nach Toast und Getränk machte ich mich knapp vor 3 endgültig auf die Socken. 10 km solltens sein, mit doch ein paar Höhenmetern zwischendurch – würde wohl nichts mit dem Ankommen in St. Pongratzen bei Helligkeit werden – ich ging der Dunkelheit entgegen. Ich fürchtete mich aber nicht :-). Raus aus Eibiswald gehts gleich hinter der Kirche, erstmal ein paar steile Meter durch eine Neusiedlung durch und dann war ich auf einer in Richtung des Radlbergs und des Kamms des Poßrucks führenden Straße.

Rückblick nach Eibiswald.

Die entlang begann es ein wenig zu regnen, ein paar Tropfen sekkierten mich heute immer wieder.

In Richtung des Kamms des Radlbergs.

Immer wieder an ein paar Häusern vorbei, kam ich zu einem Gasthaus, wo ich bald danach an einer Straßenkreuzung links ging.

Da vorne gehts links weg.

Aber nur kurz, denn jetzt folgte der erste Nichtasphaltabschnitt für heute. Nach rechts gings an einem Schuppen vorbei über eine Wiese kurz steil bergab in den Graben des Feisternitzbaches.

Abwärts in den Graben des Feisternitzbaches.

Der wird auf einer Holzbrücke überquert und die verlorenen Höhenmeter bzw. mehr davon gehts auf einem Waldsteig wieder recht steil bergauf, schließlich am Waldrand zum Gehöft Woch.

Zum Hof Woch.

Da hatte ich wieder Straßenbelag unter mir und das für längere Zeit. Recht kurvig und recht flach folgte ich weiter der Straße, ging auf einer größeren Lichtung an einem weiteren Hof vorbei und war wieder im Wald.

Vorbei an jenem Hof.

Bald danach wird die Straße schottrig und auch bald danach zweigt der Weg nach rechts in den Graben des Großen Lateinbaches. Den dort ansatzweise, also die Geländer waren vorhanden, bestehenden Steg hätte ich gerne benutzt, so musste ich durch den Bach hüpfen, ging.

Geländer ohne Brücke über den Lateinbach.

Danach wurde es wieder steiler.

Hinter dem Großen Lateinbach gehts wieder steiler weiter.

Über eine Wiese und ein paar Forststraßenkehren im Wald gelangte ich nach Hochkorp. Aus Hochkorp gehts einige Meter nicht nur steil, sondern sehr steil hinaus. Danach dreht der Weg um eine Kuppe und führt flach zwischen Waldrand und der Böschung einer Wiese entlang.

Flach dahin zwischen Wiesenböschung und Wald.

Mittlerweile wars dunkel geworden, die letzten dämmrigen Lichtreste verschwanden gar gach. Steil wurde es jetzt auch noch einmal. Hinter dem Flachstück zwischen Wiese und Wald zweigt die Markierung, die noch schemenhaft zu erkennen war, auf einen steilen Kamm im Wald. Den hinter mich gebracht, gings über eine Wiese im nassen Schnee steil weiter und nach dem Übersetzen einer Schotterstraße schon weniger steil zum Zinnesbauer.

Zum Zinnesbauer. Dort dann kam die Stirnlampe zum Einsatz.

Da dann machte ich mir die Lichtschranke zunutze und holte mir gut beleuchtet die Stirnlampe aus dem Rucksack. Anders wäre der noch folgende, nicht mehr weite Weg (45 min waren es etwa noch) eher nimmer gut gegangen. Denn gleich nach dem Hof zweigt ein schmaler Hangsteig weg, über den man den eine Etage höher liegenden Forstweg erreicht. Der untere hätte mich zwar auch, aber mit riesigen Umwegen nach St. Pongratzen gebracht. So schlurfte ich jetzt durch nassen Schnee den Forstweg entlang, mal stolperte ich auch dahin. Dazwischen sah ich auch schon die beleuchtete Kirche St. Pongratzen, die  einige Meter über dem noch zu erreichenden Gästehaus liegt. Einmal kam ich noch bei einer Wegkreuzung vorbei, wo ich über die Kirche nach St. Pongratzen gelangen hätte können. Ich blieb bequem und blieb links und war dann um 1/2 6 am Tagesziel. Der Gasthof Wutschnig hier ist übrigens auch nur noch ein ehem. Ghf., wie man sie so oft hier in der südlichen Steiermark, auch in Kärnten findet. Zimmer bekommt man aber noch, und als Nächtigungsgast auch was für den Magen. Ich bekam dann eine Ferienwohnung in einer eigene Hütte, bzw. in der Hälfte davon.

Abends fings dann zu schneien an, wenn das so weiter geht, werde ich morgen wirklich Winterwandern.

(Wegstrecke: 10 km)

Tag 2 (09.12.2017): St. Pongratzen – Spielfeld

Und die morgendliche Überraschung war perfekt – es hatte über Nacht gute 20, wenn nicht gar knappe 30 cm Neuschnee gegeben.

Morgendlicher Ausblick.
In die Weststeiermark.

Gerechnet hatte ich gar nicht mit so viel Schnee, so musste ich mich in der Früh auf viel Schneestapfen einstellen. Wurde wirklich viel, allerdings waren die Teile, die über Straßen führen bereits in der Früh geräumt und das machte mir die Aufgabe ein wenig leichter. Vom Tagesziel Spielfeld konnte ich mich auch gleich in der Früh verabschieden.

Meine (halbe) Hütte.

Wäre schon bei anderen Bedingungen eine lange Strecke gewesen, bei diesen Bedingungen aber eher nicht schaffbar, so stellte ich mich auf Leutschach ein, wo zum Glück auch Samstag nachmittags ein Bus nach Leibnitz zur Bahn geht. Um knapp nach 8 kam ich weg und begann meine Schneetour. Wie gesagt, die Straße war geräumt, so konnte ich einmal ohne Probleme bis zur nächsten Straßenkreuzung gehen, wo die Markierung anschließend in einen direkt neben der Richtung Osten führenden Straße liegenden Weg zweigt.

Zur erwähnten Straßenkreuzung.

Der war dann die erste Herausforderung, aber noch genoss ich das Spuren ziehen – was heute noch anders werden sollte – sonst hätte ich hier auch der Straße folgen können.

Spuren ziehen.

Ich war dann kurz „drüben“, „bei den anderen“ und kehrte über den Grenzübergang Oberhaag in die Steiermark zurück.

Zum Grenzübergang Oberhaag.

Gleich dahinter ginge es dann zunächst auf einem Steig zur Jausenstation Tertinek vulgo Mukonig, ich nahm da aber erstmals lieber die geräumte Straße.

Rückblick. Auf dem ersten Hügel liegt die Kirche St. Pongratzen.

Rund um die Erhebung, die die 03er-Markierung, somit der StLRWW mitnimmt, gehts zur winterbedingt geschlossenen Jausenstation, allerdings wurde auch da grade fleissig Straße geräumt.

Zum Mukonig.

Was mir beim folgenden Wegstück allerdings nicht nützte, das führte nämlich auf einem Waldweg. Anstrengend spurte ich da meinen Weg in den jungfräulichen Schnee, der glücklicherweise noch recht leicht war.

Hinter dem Mukonig gehts ans Schneestapfen.
In die andere Richtung geschaut. Da durch gehts weiter.

Am Ende des Waldes nach erst einigen Metern bergauf hinter dem Mukonig, und dann einigen Metern bergab, traf ich kurz auf eine Straße, deren Geräumtheit gerade hier endete.

Das Stapfen ist (fürs erste) bald erledigt. Da vorne liegt die kurz berührte Straße.

Aber nicht diese war meine weiter zu folgende Straße, sondern ich musste noch durch einen beidseitig mit Zäunen begrenzten Weg über eine Wiese. Da nochmals stapfend, gelangte ich auf eine Forststraße, die, obwohl nicht asphaltiert, auch geräumt war. Die Straße führte mich ein wenig bergauf auf den Höhenrücken des Remschniggs an den Höfen Mocivnik und Wechtitsch vorbei.

Aus dem Wald hinaus zum Hof Mocivnik.

Nach einem kurzen Waldstück, wiederum im Bergan, kam ich dem Isaak nahe, auch eine Jausenstation, zur Wanderszeit – also jetzt nicht. Den Direktweg zum Isaak, der abseits der Straße geführt hätte, nahm ich nicht, da lag mir zuviel Schnee. Ich blieb bis zum Isaak weiter auf der Straße. Hinter dem Isaak dann aber blieb mir nichts anderes übrig, als neue Spuren hinunter zum Grenzübergang Arnfels/Kapla zu ziehen.

Abwärts durch den Schnee zum Grenzübergang zwischen Arnfels und Kapla.

Auch beim Isaak war man gerade mit dem Schneeschaufeln beschäftigt, und sah mich etwas entgeistert an, dass ich denn Richtung Pronintsch wolle, und überhaupt: derzeit wandern? Hoch war er der Schnee hinunter und hoch wäre er auch weiter gewesen, wäre ich weiter auf dem markierten Weg geblieben.

Bei Übergang auf der Straße zwischen Arnfels und Kapla. Hier zweigte ich links ab.

Aber bei den paar Häusern am Übergang überlegte ich mir dann anderes und entschloss mich, an der Nordseite des Höhenzugs meinen Weg zum Pronintsch zu suchen. Und das gelang auch ganz gut. Gleich bei den Häusern ging ich ein paar Meter in Richtung Arnfels, dann rechts weg und über eine hier noch geräumte Forststraße zu einem Hof.

Und gehe an der Nordseite des Poßruckkamms entlang. Hier am Weg in Richtung des Hofs Wocki.

Dann versuchte ich noch den nächsten Hof, den Wocki, machte da aber wieder kehrt, da lag dahinter wieder zuviel Schnee. Knapp davor war aber ein Forstweg abgezweigt, den versuchte ich, und wenn ich mich auf der Karte nicht irrte, sollte der mich bis unter den Pronintsch bringen. Und so wars dann auch. Ein Stück gings auf dem Forstweg bergab, dann zweigte in einer Kehre ein (nicht geräumter) Weg nach rechts an den Hang und dem folgte ich jetzt für längere Zeit. Mühsam war, dass der Schnee schön langsam nasser und schwerer wurde und meine Zehen etwas einkühlten, so hoch wie oben am Kamm war der Schnee hier im Wald aber bei weitem nicht.

Immer weiter im schon nassen Schnee unterhalb des Poßruckkamms entlang.

Aber nach langem flachen Schneewandern immer wieder um herabziehende Kämme herum, in einen Graben hinein, wieder um einen Kamm herum, war ich dann mit schon sehr nassen Schuhen um knapp vor 12 endlich an der Straße, die von Arnfels hinauf zum Pronintsch führt.

Endlich an der Straße zum Pronintsch.

Die ging ich dann ein Stück bergauf, und wollte eigentlich die mir bekannte 03er-Route hinunter nach Leutschach nehmen. Nicht mehr in Erinnerung war mir allerdings, dass das anfangs eine Forststraße ist – und diese war nicht geräumt. Also kurz umgeplant und hinauf zum Pronintsch und über die 03A Route und über Schlossberg hinunter nach Leutschach.

Vorbei am ehem. Ghf. Pronintsch.

Die Straße war dann wieder geräumt und ich konnte relativ flott meinen Weg nach Leutschach machen.

Durch Waldried. Vorne links der Montikogel.

Durch die Streusiedlung Waldried, am Montikogel samt Aussichtswarte und an Hohenegg vorbei, war ich dann um 3/4 2 in Schloßberg.

Schloßberg ist erreicht.

Eine Leberkäsesemmel später ging ich weiter die wenigen Minuten nach Leutschach und kehrte da um 2 noch auf süße Sachen ein. Um 1/2 5 ging mein Bus nach Leibnitz, also blieb ich länger in der warmen Stube. Nur die letzte halbe Stunde spazierte ich noch im Ort herum. Für Spielfeld gabs heute jedenfalls keine Chance, auch hätte der Weg hinter Leutschach hinauf in die Hügellandschaft zwischen Leutschach und Spielfeld wieder über Steige und Waldwege geführt, nichts für heute.

Leutschach. Auf den Bus wartend.

(Wegstrecke: 18 km)

Mal schauen, wie weit mich dieser Winter rund um die Steiermark führen wird. Bis Hartberg könnte es sich schon ausgehen. Vorrangig will ich aber in Oberösterreich weiterkommen, wobei der viele Schnee in letzter Zeit das Vorankommen in den und im Böhmerwald sehr erschweren, wenn nicht derzeit verunmöglichen wird – aber Schneeschuhe gäbe es ja auch. Am nächsten Wochenende sollten aber, mit Umplanung der vorgesehenen Nächtigungsorte, nochmals drei Tage am Weg rund um Oberösterreich drinnen sein.

5 Kommentare zu „Landesrundwanderweg Steiermark Tage 1 und 2: Eibiswald – Leutschach“

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