Arnoweg Tage 8 bis 10: Hirschbichl/Pechtl – Leogang

Wieder mal habe ich mir ein Wochenende verlängert, um heuer doch noch ein paar Tage auf dem Arnoweg verbringen zu können. Ende Mai bin ich nach dem Abstieg von Hirschbichl in St. Martin bei Lofer gelandet, hatte dann zwar noch vor, im Juni weiterzukommen, das ging sich aber nicht aus. Und bevor endgültig der Schnee auch in mittleren Höhen zuschlägt, wollte ich meine Pläne jetzt Anfang Oktober nachholen. Mit einer Planänderung – denn ursprünglich wollte ich die Alternativroute über die Loferer Alm gehen. Da oben gibts allerdings keine Übernachtungsmöglichkeit mehr, damit war die Variante gestrichen, da sich ansonsten die Tage nicht wirklich gut einteilen lassen, entweder saulang oder keinen ganzen Tag ausfüllend.

Samstag sollte es losgehen vom Ende des Wildenbachtals beim Hof Pechtl. Um auch ja den Weg bis zumindest zur Schmidt-Zabierow-Hütte zu schaffen, auch die Etappenverlängerung bis zur Prax-Biwakschachtel hatte ich mir als Möglichkeit offen gehalten, fuhr ich schon am Freitag nach Salzburg. Mittags um knapp nach 1/2 1 gings mit dem Zug wieder mal nach Salzburg und weiter nach Saalfelden (da war ich heuer schon öfter), und dann mit dem Bus nach St. Martin bei Lofer. In Saalfelden kam der Zug zwei Minuten zu spät an, somit war der Bus vom Bahnhof ins Zentrum weg und ich musste zur Station Postamt gschwinden Schrittes laufen, um grad noch so den Anschluss hinauf ins Saalachtal zu erwischen. Aber die Form dürfte passen, ging sich grad aus.

Eingang ins Wildenbachtal.

Um knapp vor 3/4 6 hupfte ich bei der Haltestelle Abzweigung Wildental aus dem Bus und ging noch den kurzen Weg hinauf und hinein nach Wildental zu meinem Quartier an. Dieselbe Straße, auf der ich damals von Hirschbichl und den Leimgräben herunterkam.

Noch flach ins Wildenbachtal hinein Richtung der Streusiedlung Hirschbichl.

War schnell erledigt, ein paar Höhenmeter auf der Straße und dann flach hinein zu den Häusern von Wildental. 1/4 7 war ich schon da.

In Wildental.

Hatte sich beim Hinausgehen mehr gezogen, kann mich aber erinnern, dass es damals ziemlich heiss und drückend war und ich am Vortag auch einen anstrengenden und langen, aber sehr zufriedenstellenden, Tag vom Königsee zum Ingolstädter Haus hinter mir hatte.

Morgen gehts dann mit der Kirche ums Kreuz gewissermaßen. Über die Hundsalm, wo ich wieder auf die Originalroute des Arnowegs treffen werde, und Au nach Lofer, und nachmittags dann an den Anstieg in die Loferer Steinberge zur Schmidt-Zabierow-Hütte.

Tag 8 (30.09.2017): Hirschbichl/Pechtl – Schmidt-Zabierow-Hütte

Gut geschlafen hatte ich, gute Voraussetzungen für einen doch recht langen Tag. Auch das Frühstück trug seinen Teil zu den guten Voraussetzungen bei.

Abwandern aus Wildental.

Ein paar Minuten nach 1/2 8 Uhr kam ich weg und ging bei schon recht angenehmen Temperaturen weiter auf der Straße das Wildenbachtal hinein.

Morgendliche Begleitung.

Recht bald einmal kürzte der Weg über Wald und Wiese ab, dann gings weiter bergan zum Hof Pechtl, mein Anschlußpunkt an den Arnoweg.

Hinein ins Wildenbachtal.

Von rechts kam ich Ende Mai vom Hirschbichlpaß und den Leimgräben daher, nach links ging ich diesmal.

Diesmal links in Richtung Hundsalm.

Beim nächsten Hof wandelte sich der Asphalt in Schotter und in einigen weiten Kurven und an einer Quelle vorbei, durchquerte ich dann eine Almfläche.

Am Weg zur Hundsalm. Über jene Almfläche drüber.

Zwei weitere Kehren, dann wurde es flacher und ich erreichte die Fläche der Hundsalm.

Hundsalm.

Bei der am oberen Rand der Alm stehenden Hütte, dem Miggl-Kaser platzte ich mich nach 1 1/2 Stunden erstmals hin, ließ mich vom schönen Ausblick berieseln und süffelte den Brunnen fast leer, gefühlt. Hatte auf dem Weg hier herauf schon genug Wasser verloren, warm wars bereits.

Ausblick vom Miggl-Kaser.

Hinter der Hundsalm gings recht bald wieder in den Wald. Der 01A zweigt hier links nach Lofer weg, für mich gings über einen schmalen Steig hinunter zur Auerweißbachalm.

Auerweißbachalm.

Bergab über die Alm gelangte ich an die Forststraße, die ich für lange Zeit (fast) nicht mehr verlassen sollte.

Dem Perhorn entgegen.

Im angenehmen Bergab gings dem Perhorn entgegen, einen bewaldeten Gipfel, den ich an der nördlichen Seite umrunden sollte.

Am Ende des Abkürzers vor dem Hagengut.

Einmal wird die Forststraße dann doch abgekürzt, schließlich tauchte rechts von mir die freie Fläche oberhalb des Hagenguts auf.

Oberhalb des Hagenguts am Waldrand dahin.
Blick in die Loferer Steinberge. Da hinein gehts heute noch.

Zwischen Wald und Wiesen gelangte ich an den zum Hagengut führenden asphaltierten Güterweg, blieb nur kurz auf diesem, dann zweigte die Markierung nach rechts ab.

Abzweigung nach Au und zur Mayrbergklamm.

Zur Mayrsbergklamm sollte es gehen, nachdem ich über steile Wiesen an ein paar Heuschobern vorbeigewandert war.

Über Wiesen steil bergab.

An der nächsten Wegkreuzung war aber eher nicht erkennbar, wo es denn in die Klamm gehen sollte. Meine Karte half auch nicht, die war an dieser Stelle zum Folgeblatt hin abgeschnitten.Ich tippte auf links, und lag falsch damit. Auf einer Forststraße gelangte ich von hier recht steil bergab auf die Straße, die links nach Au führt.

Ich komme nach Au.

Also keine Klamm, sondern gleich nach Au, wo ich um 1/4 12 war und nach schon einer Rast auf einem Bankerl bei der kleinen Kirche, auch noch im am anderen Ortsende liegenden Gasthaus einkehrte. Dauerte länger, erst um 10 nach 12 kam ich wieder weg. Weiter nach Lofer gings dann ohne nennenswerte Höhenmeter. Der Wegbeschreibung nach sollte man hier den Triftsteig nehmen, der ist allerdings seit einem Hochwasser in 2013 gesperrt und kann dem ausgehängten Hinweis zufolge nicht mehr wieder errichtet werden (hier findet sich ein Bericht von Trotzdem-Begehenden).

Zwischen Au und Lofer.

Also nahm ich die andere Möglichkeit, den angenehmen Spazierweg durch Wald und über Wiesen von Au nach Bairau knapp vor Lofer. Um knapp vor 3/4 1 war ich, nachdem ich die Saalach über den wieder neu errichteten Teufelssteg überquert hatte, in Lofer und gleich danach im Zentrum.

In Lofer.

Ein wenig spazierte ich im hier autofreien Zentrum herum, ging noch in den Supermarkt, um für den morgigen Sonntag genug Reserven zu haben und ging dann noch ein Stück an der zum Paß Strub führenden Straße aus Lofer hinaus. Bei einem Tennisplatz führte mich der Weg von der Straße weg. Die dort stehenden Bankerln nahm ich auch noch in Anspruch und um 1/2 2 ging ich den Weg in die Loferer Steinberge an. Etwas mehr als 1300 hm sollten das noch sein.

Entlang des Loferbachs.

Vorerst aber noch ganz flach am Loferbach entlang, dann dreht der Weg nach links und mit nur wenig Steigung gings einen Steig hinauf in das Loferer Hochtal.

Im Loferer Hochtal.

Dort erreichte ich wieder eine Straße, die mich durch das ganze Hochtal führte. Am Schluss schon etwas steiler ansteigend bis zum Parkplatz, der ziemlich gut mit Blech angefüllt war.

Knapp vor dem Parkplatz am Ende des Loferer Hochtals.

Ab dem Parkplatz ging die Steigung dann wirklich los. Erst noch gemütlicher, als der Steig nach links zu den Abhängen der Schwarzwand dreht, wird es sehr steil und in Serpentinen gehts über einen steinigen Weg zügig bergan.

Steil gehts bergan.

Die erste Quelle, die mir die Karte versprochen hatte, führte kein Wasser – schade, die geplante Rast fiel aus. Der Bewuchs wurde langsam niedriger und buschiger, und ich kam an den Steinresten der ehemaligen Steinbergalm vorbei.

Hier stand einmal die Steinbergalm.

Knapp vor der von der Karte versprochenen 2. Quelle wurde es ein bißl flacher, das Untere Tret, die erste Geländestufe, hatte ich erreicht.

Rückblick nach Lofer.

Diese zweite Quelle führte wenigstens ein bißchen Wasser – endlich, um 3/4 4 ein guter Grund, ein wenig stehen zu bleiben. Etwas verdarb mir meine kurze Rast allerdings der inzwischen eingesetzte leichte Regen. Der hielt sich bis fast zum Schluss permanent, immer wieder gabs mal mehr, mal weniger Feuchtigkeit von oben. Und es wirkte so, als ob die einzigen Regenwolken über den Loferer Steinbergen hingen, rundherum wars noch blau.

Schon immer näher am Tagesziel. Und die Regenwolke über den Steinbergen verschwindet nicht.

Durch immer felsiger werdendes Gelände zogs weiter steil hinauf, das Mittlere und Obere Tret kurzfristig wieder etwas weniger steil. Eine Pause gab ich mir noch, als ich zwischendrinnen dann schon im freien Gelände den Rucksack doch noch regenfest machte, eine dritte dann noch knapp bevor die Hütte vor mir auftauchte.

Die Schmidt-Zabierow-Hütte taucht auf.

Das letzte Stück war dann schon nur noch felsig. Langsamer war ich schon geworden, aber eine gute Regelmäßigkeit blieb bis zum Schluss.

In die schmale Scharte vor der Hütte. Dorthin gehts nach links, nach rechts in den Waidringer Nieder.
Zurückgeschaut aus der Scharte.

In einem schmalen Scharterl am Beginn der Großen Wehrgrube, hier zweigt der Nordalpenweg nach rechts zum Waidringer Nieder und nach Waidring ab, gings noch in 5 Minuten nach links zur Hütte.

Angelangt bei der Schmidt-Zabierow-Hütte.

Knapp vor 6 war ich da und recht voll wars.

(Wegstrecke: 20 km)

Tag 9 (01.10.2017): Schmidt-Zabierow-Hütte – Weißbach bei Lofer

Die Vorzeichen für heute standen nicht gut. Das fing schon damit an, dass ich nicht wirklich viel geschlafen hatte. Bis nach Mitternacht ging im Matrazenlager das Licht an und aus. Da half kein Meckern. Ja, und in der Nacht da schüttete es. In der Früh regnete es noch immer, aber ich stand mal wie geplant um 1/2 7 auf, um 1/2 8 wollte ich eigentlich die Fliege machen. Machte ich aber nicht, denn es regnete weiter.

Den Nebel weggedacht, sieht man nach Lofer hinunter.

Bis 9 wollte ich auf Besserung warten. Die gabs nicht, aber um 9 zog ich trotzdem los im Nebel und bei gerade nicht mehr ganz so starkem Regen.

Abgang von der Hütte bei Sauwetter.

Dass es heute nichts mit der Passauer Hütte werden würde, war mir da schon klar. Der Regen hielt sich auch noch lange. Ziemlich langsam und vorsichtig ging ichs an, war doch ein recht alpiner Steig hinüber in das Kirchental. Recht bald kam ich an der Abzweigung auf das Reifhorn vorbei, aber Lust auf Gipfel hatte ich heute noch weniger als sonst.

Bei der Abzweigung zum Reifhorn.

Unterhalb der nicht zu sehenden Gipfel der Loferer Steinberger gings für mich auf felsigen Steigen dahin, an riesigen Löchern im Boden vorbei. Nach anfänglichem leichten Bergab stieg der Weg dann wieder langsam bergan und ich kam ans untere Ende der Kleinen Wehrgrube.

Durch die Kleine Wehrgrube.

Hier nahm die Steigung nochmals Fahrt auf und ein Steig, der durchaus immer wieder auch Handeinsatz erforderte, und stellenweise noch unangenehm mit Schnee gefüllt war, brachte mich hinauf an die Abzweigung zum Großen Ochsenhorn, den höchsten Gipfel der Loferer Steinberge.

Bei der Abzweigung zum Großen Ochsenhorn.

Für mich gings dahinter nochmals einige Meter wieder durchaus fordernd, wohl vor allem aufgrund der Nässe, bergauf, dann dreht der Weg nach links und es ging in den steilen Abstieg über den sog. Schärdinger Steig ins Kirchental.

Da vorne war dann der höchste Punkt am heutigen Tag. Danach gings bergab, gute 1500 Höhenmeter.

Gut markiert gings durch die Steinlandschaft der Steinberge, nur vereinzelt über grasige Flecken. Die Steine hier waren auch besonders und bemerkenswert geformt und die Oberflächen markant geschliffen – Wasser und Eis, das hier wohl ganz besondere Arbeit geleistet – und die gemusterten Steinoberflächen machten immer wieder den Eindruck, als wären sie voller Fossilien – aber keine Ahnung, ob mein Eindruck stimmt. Die erste Steilstufe hatte ich dann vorsichtig und langsam gemeistert, es wurde ein wenig flacher, der Steig auch besser zu gehen. Allerdings kamen jetzt immer wieder Schotterfelder, die die neue Herausforderung bildeten.

Schemenhaft taucht das Praxbiwak auf.

Ein erstes Mal für heute setzte es mich dann auf den Hintern, aber bald tauchte dann endlich das Prax-Biwak auf. Um 3/4 12 hatte ich das Biwak erreicht, war endlich einmal für kurz im Trockenen.

Praxbiwak.

Ja und bestaunte das Biwak – eigentlich schade, dass es nicht für eine Nächtigung hier gereicht hat. Völlig neu hingestellt, Ofen, Bänke, Matrazen, alles da, auch ein guter Holzvorrat.

Praxbiwak – so schauts drinnen aus.

Ich musste aber wieder weiter, wieder in den Regen und ich erwartete mir jetzt wegmäßig eigentlich Besserung, zumindest für diese Verhältnisse.

Nochmals zum Biwak zurückgeschaut.

Anfangs wars auch so. Mit kurzen Aussetzern, die über kleingeröllige Stellen gingen, gings langsam hinab und es wurde grüner und die ersten Bäume tauchten auf.

Es wird grüner.

Was dann halt mit sich brachte, dass zwar weniger Steine, immer noch genügend aber, mein Vorankommen verlangsamten, dafür das nasse, rutschige Wurzelwerk eine neue Schwierigkeitsstufe eröffnete. Noch gings ja, ich kam dann an einer Quelle vorbei und dann aber mit einem Mal, schon im an sich schönen Lärchenwald gelandet, wurde die Markierung schlechter und der Weg wurde eine echte Herausforderung. Steil bergab kämpfte ich mich über Wurzelwerk und den feuchten, mit Herbstlaub verdeckten Weg, der auch noch oft verwachsen war und einige Male damit nicht gleich der Weiterweg erkennbar war. Jedenfalls erforderte der Steig volle Konzentration.

Kein schöner Steig.

Einmal setzte es mich hier nochmals auf das Hinterteil, wo ich ein wenig gefrustet gleich so wie ich gelandet war, im Dreck und Regen mal 5 Minuten so sitzen blieb. Irgendwann musste der Steig ja zu Ende gehen, also wieder weiter. Nach langem Gehen begegnete mir im Wald dann eine Gruppe Schafe, die hatten sich wohl verirrt – und wie ich später erfuhr, wurden sie auch schon gesucht.

Schafbegegnung.

Bald nach meiner Schafbegegnung dann endlich Gelände- und ein bißchen Umgebungsänderung – nach rechts zweigte ich weg (nicht gut markiert) und verließ die mich die letzte Zeit links begleitende Steilwand. Bald nach der kurzen Querung gings über einen steinigen Weg weiter steil bergab, bevor es wieder eine Querung nach rechts und nochmals einen steinigen sehr steilen Weg bergab ging. Und dann tauchte sie endlich auf: die Forststraße, die mir die Karte schon lange versprochen hatte. War echt eine Wohltat, die gleich folgende Kehre ging ich aus, anstatt sie über einen Steig abzukürzen. Und um zu den Schafen von vorhin zurückzukommen: hier begegnete mir dann ein Herr, der mich danach fragte, ob ich denn Schafe getroffen hätte. Und ich konnte ihn zumindest teilweise zufriedenstellen – 12 Stück gingen ihm noch ab, so viele waren es zwar nicht, die mir begegnet waren, aber wenigstens ein Teilerfolg. Hinunter zur Wallfahrtskirche von Maria Kirchental ging ich weiter auf der Forststraße, meine Beinchens hatten sich zu erholen.

Nach einem anstrengenden Abstieg auf sehr schlechtem Steig, dann wieder Forststraße unter den Füßen.

Um knapp nach 3/4 3 war ich bei der Kirche angelangt und holte mir beim nebenanliegenden Kiosk einen Radler, den hatte ich mir meiner Meinung nach redlich verdient.

Maria Kirchental.

Zu regnen hatte es auf dem letzten Stück des Abstiegs aufgehört, wenigstens etwas. Hinunter musste ich jetzt nach St. Martin, diese nochmals 240 Höhenmeter ging ich über den Wallfahrerweg an. Ein breiter, ausgebauter Steig, der mich zum Beginn der nach Maria Kirchental hinaufführenden Straße brachte.

Hinunter nach St. Martin.

Der Arnoweg führt zwar nicht in den Ort direkt hinein, aber ich ließ ihn nicht aus. Zum einen wollte ich eine Kleinigkeit essen, Gulaschsuppe wurde es, zum anderen wollte ich nachsehen, wo wir damals vor 15 Jahren am Nordalpenweg übernachtet hatten – die Frühstückspension gibts noch, allerdings das zugehörige kleine Kaufhaus nicht mehr.

St. Martin bei Lofer, schon im Rückblick.

Insgesamt hatte ich 6 3/4 Stunden inkl. Pausen für den Weg von der Hütte nach St. Martin gebraucht, ganz schön lange. Aber wenn ich den Weg so Revue passieren lasse, ist der Gedanke eher: gut ists gegangen. Zum Tagesabschluss stand nun noch der Weg nach Weißbach an, von dort würde ich morgen zur Passauer Hütte gehen. Dazu musste ich einmal zur Bushaltestelle bei der Abzweigung nach Wildental, womit ich dann seit vorgestern abends eine schöne Runde gedreht hatte.

Da bin ich wieder. Genau hier startete ich vorgestern am Abend meinen Weg nach Wildental.

Aber diesmal gings nicht hinein in das Tal des Wildenbachs, sondern ich zweigte nach rechts ab und begann die Wanderung durch das Saalachtal. Weitgehend ganz flache knapp 7 km führten mich an der Ostseite des Tals südwärts.

Im Saalachtal gegen Süden.

Rechts von mir meist Kuhweiden, mal direkt der Fluß, links von mir Wald und Berghänge.

Richtung Weißbach. Auch mal auf schmalen Steigen direkt am Fluß.

An einigen Bauernhöfen kam ich vorbei, die Einmündungen des Wildenbachs und des Grasenbachs überquerte ich, und nach einem letzten kurzen Bogen mitsamt kurzer Steigung links vom Fluss weg, wo ein Weg zur Hundsfußalm wegzweigt, war ich auf der Zielgerade nach Weißbach. Das erreichte ich um 18 Uhr und brauchte noch ein Quartier.

Auf der Zielgeraden nach Weißbach bei Lofer.

Einen gleich folgenden Landgasthof ließ ich noch aus, ein bißchen weiter im Ort drinnen gabs mehrere Privatzimmervermietungen. Da war gleich bei der ersten Nachfrage was gefunden. Und Schlaf von gestern habe ich heute eh genug aufzuholen.

(Wegstrecke: 14 km)

Tag 10 (02.10.2017): Weißbach bei Lofer – Leogang

Und wieder klappte es heute zeitmäßig nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Die Wegzeiten in der Beschreibung des Arnowegs sind entweder gar optimistisch oder ich beginne zu schwächeln. Die vorgesehenen 4 Stunden von Weißbach zur Passauer Hütte schaffte ich nicht. Ganz eindeutig nicht. Sonst wurde es aber ein guter Tag. In der Früh schwirrten zwar in größerer Höhe noch Wolkenfetzen umher, die Gipfel rundum lagen noch im Nebel. Es zeigten sich aber auch schon blaue Flecken, also waren die Aussichten ganz gut.

Start war in Weißbach.

Wie gewollt, kam ich um 1/2 8 Uhr aus Weißbach weg. Meine Vermieterin vermietet übrigens gar nicht mehr, also offiziell, erfuhr ich in der Früh. Wenn aber wer hereinstolpert und fragt, hat sie nach wie vor ein Zimmer frei. Einen Einkauf im örtlichen Nahversorger brachte ich noch hinter mich, dann hatte ich noch ein Stückerl bis zum Ghf. Frohnwies auf dem Radweg neben der Bundesstraße zu gehen, Hier verließ ich aber die vielbefahrene Bundesstraße, querte das hier breite Saalachtal und stand beim Hof Hacker am Hang zu den Leoganger Steinbergen und auf einer Forststraße.

Geradeaus würde mir die Karte raten. Rechts abzweigen sagt mir der Wegweiser.

Hier führte mich der Wegweiser zur Passauer Hütte aber gleich in einen schmalen Waldsteig, anders als die Karte, die mich zunächst noch am Rand des Tals ein Stück südwärts geführt und erst später auf einen Steig geführt hätte.

Forststraßenabkürzer.

Auf dem Waldsteig wurden dann gleich einmal einige recht steile Höhenmeter gemacht und ich landete anschließend wieder auf der Forststraße. Die gings weiter zügig am Hang oberhalb des Saalachtals bergan. Als es dann ein wenig flacher wurde, kam der in der Karte als Arnoweg verzeichnete Steig von links daher.

Rückblick nach Weißbach.

Im nochmaligen Wechsel steil – flach – steil gings weiter südwärts, dann begann die Straße in Richtung der Hochgrub hinein in die Leoganger Steinberge in einigen Kehren zu steigen.

Bald ist der Forststraßengeher geschafft.

Nach der letzten Kehre zogs dann noch in einem zunächst flachen Linksbogen dahin, dann errreichte ich nach fast schon 3 Stunden Gehzeit den Wegweiser, der mich auf dem Weg zur Passauer Hütte wieder in einen Steig wies.

Und der Weg in Richtung Hochgrub und Passauer Hütte zweigt in einen schmalen Steig.

Eine erste wenigminütige Pause machte ich hier, ging heute eigentlich wieder gut dahin. Der Steig führte mich dann kontinuierlich bergan unterhalb des steilen Hangs unter dem Kamm um den Vorderschoßriedel dahin. Und in wunderschön herbstlich-bunter Umgebung.

Die letzten Wolken verziehen sich auch von den Gipfeln der Leoganger Steinberge und das Mitterhorn taucht auf.

Ich erreichte nach einer weiteren etwa 3/4 Stunde die Hochgrubalm, wo ich der Versuchung einer Quelle und des sonnenbeschienenen Plätzchens nicht widerstehen konnte und den Rucksack wieder vom Buckel warf.

Ich gelange zur Hochgrubalm.

Diesmal fiel die Rast etwa 10 Minuten lang aus. Der mich meist umgebende herbstliche Wald wurde immer schütterer und vor mir taten sich langsam die Blicke zu den höchsten Gipfeln der Leoganger Steinberge, und den Hüttenbergen der Passauer Hütte auf.

Am Beginn der Hochgrub. In der Mitte der Gipfel des Birnhorns, rechts das Metzhörndl.

Ich erreichte das freie Gelände der Hochgrub und ab hier zog der Weg dann etwas steiler in Serpentinen und endgültig von der Sonne beschienen weiter. Wunderbar auch der Blick hinüber an die andere Seite des Saalachtals in das Steinerne Meer, und vor allem den Großen Hundstod, der direkt am Ingolstädter Haus liegt.

Gegenüber im Saalachtal: Das Steinerne Meer rechts mit dem Großen Hundstod und links die Reiteralpe. Links der Mitte die beim Abstieg vom Ingolstädter Haus zu durchquerende Kallbrunnalm.

Schon wurde ich vom Birnhorn und dem Mitterhorn beobachtet, in dessen Mitte am Rand der Mittagsscharte die Passauer Hütte liegt. Die tauchte dann auch bald links von mir auf. Nach der ersten Steilstufe dreht der Steig nach links hin, es wird es kurz flacher, und geht schließlich nochmals sich aufstellend hinauf in die Scharte und zur knapp über dem Scheitel sich befindliche Passauer Hütte.

Letzte steile Meter zur Passauer Hütte.

Der Blick auf die andere Seite Richtung Leogang, Saalfelden, die Kitzbühler Alpen und die Hohen Tauern begeisterte mich auch und ließ meinen Fotoapparat gleich weiterglühen, bevor ich die wenigen restlichen Meter hinauf zur Hütte ging.

Ausblick von der Passauer Hütte nach Saalfelden und ins Tal der Leoganger Ache.

Knapp vor 1 war ich da, hatte fast 5 1/2 Stunden gebraucht.

Und (fast) schon bin ich bei der Hütte angelangt.

Wo ich denn die Differenz zu den 4 Stunden, die die Wegbeschreibung nennt, verloren haben könnte, weiß ich nicht.

Gegenüber der Passauer Hütte, auf der anderen Seite der Mittagscharte, das Mitterhorn.

Ich blieb länger auf der Hütte. Die Hütte sperrt in 2 Tagen zu, man merkte die entspannte Stimmung, sehr angenehm. Um Punkt 2 ging ich den Abstieg ins Tal nach Leogang an.

Die ersten Abstiegsmeter.

Ob ich tatsächlich für einen 4. Tag hier bleiben würde und mir in Leogang oder ein Stück weiter ein Zimmer suchen würde, oder angesichts des ganz miesen Wetterberichts für morgen, es heute dann bleiben lassen würde, wußte ich noch nicht.

Zurück in die Mittagsscharte und zur Passauer Hütte geschaut.

Meine Stimmung tendierte zu zweiterem, gestern hatte ich ja schon das zweifelhafte Vergnügen eines langen Regenhatscher und auch vor 3 Wochen bin ich mal 2 Tage durch den Regen gestapft – viel Lust hatte ich nicht auf noch einen Regentag, der noch dazu mit Zell am See sehr lang werden würde. Aber, erzählt hab ich es glaub ich noch nicht – ich hab damals vor einer Woche mein Telefon am Statzerhaus liegen lassen, zu dem sollte ich auch wieder kommen, wird dann aber wohl die Post erledigen müssen. Der Abstieg von der Passauer Hütte beginnt dann durchaus Konzentration erfordernd. Durch das felsige und steinige Gelände der Steinberge, unter den Wänden des Mitterhornstocks und durch das sog. Hochtor hindurch, bahnt sich ein schmaler Steig, der aber ausreichend versichert ist.

Durch das Hochtor.

Selbst Stufen sind an den so wohl heikelsten Stellen immer wieder in den Weg betoniert worden. Somit kein Problem, zu lockerlässig sollte man da aber nicht durchhopsen.

Im Abstieg vom Hochtor in den Latschenbereich.

Am Ende der etwas anspruchsvolleren Passage gelangt ich dann ins Latschengelände und ab da ging es über einen Rücken durchgehend in vielen Serpentinen meist steil bergab.

Abwärts in den Latschengürtel.

Aber das Bergabgehen ging heute wieder ganz gut, ich kam da ganz flott voran. 2 Bankerln zwischendurch nahm ich in Anspruch, eines beim Kaserstein auf 1460m.

Pausenplatz beim Kaserstein.

Der Weg führte da weiter entlang eines Kamms dahin und dann schon in die Waldgegend.

Vorbei an einer nicht genutzten Rastmöglichkeit.

Weiche Waldböden und im Gegensatz zu gestern keine feuchten Wurzeln und Böden erleichterten die Aufgabe ungemein, wobei der gestrige Weg wohl auch bei trockenen Verhältnissen eher ein kleiner Bergabalptraum sein dürfte – aber das war gestern, fast schon vergessen und verziehen. Schon weit unten gelangte ich dann auf eine Wiese, die ich querte und kam an der Abzweigung zur Birnhornlucke vorbei.

Zuletzt über eine Wiese.

Hier gings für mich nach links am Rand einer Wiese weiter und die letzten Bergabmeter brachten mich zur Schotterstraße, die dann zum Parkplatz Ullachtal führt.

Ich gelange ins Ullachtal mit dem Birnbach.

Ab hier ging ich auf der Straße zur Hst. Leogang-Steinberge, wo ich um 17 Uhr gerade die beiden Züge Richtung Salzburg bzw. Wörgl wegfahren sah. Somit hatte ich noch eine Stunde Zeit zu überlegen – Quartier suchen oder heimfahren.

Und als ich bei der Haltestelle ankommen, fährt gerade (m)ein Zug.

Es wurde Heimfahren – das schlechte Wetter für morgen war das ausschlaggebende Argument …  und wie sich herausstellen sollte, war es die richtige Wahl.

Rückblick in die Leoganger Steinberge.

(Wegstrecke: 14 km)

Evtl. versuche ich im Oktober nochmals eine Fortsetzung, solange das Statzerhaus noch offen hat und Wetter und das mit dem ‚kein Schnee‘ auch passen. Dann ließe sich das nächste Jahr am Arnoweg gut mit dem Pinzgauer Spaziergang beginnen.

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