Zentralalpenweg 02 Tage 38 bis 41: Mayrhofen – Berliner Hütte

Das nächste (fast) perfekte Wanderwetterwochenende, somit geht’s am Zentralalpenweg weiter – bloß der Sonntag sollte da ein wenig auslassen. Beginn war diesmal in Mayrhofen, der Teil von der Kürsinger Hütte bis nach Mayrhofen, der ist angesichts einer zwischendrinnen liegenden Gletscherstrecke als Brüdertour für nächstes Jahr aufgehoben. Ob es diesmal 4 oder 5 Tage werden würden, stand zu Beginn noch nicht fest, die Dominikushütte am Schlegeisspeicher bat sich als Schlusspunkt am besten an, gibt’s von dort doch eine direkte Busverbindung nach Mayrhofen. Allerdings waren dafür 5 Tage und der Heimfahrmöglichkeiten wegen zumindest ein Marathontag notwendig, ansonsten stand als Alternative die 4-tägige Variante zur Verfügung, die mich zur Berliner Hütte führen würde und von wo ich durch den Zemmgrund hinaus ins Zemmtal absteigen müsste.

Tag 38 (09.09.2016): Mayrhofen – Edelhütte

Und für den Weg zur Kasseler Hütte ließ ich mich von mir von der Variante über die Edelhütte und den Aschaffenburger Höhenweg überzeugen. Der Weg durchs Stilluptal vorbei am Stillupspeicher und dem Schlußanstieg zur Hütte sah von der Karte her nicht begeisternd aus, auch Bruder und Vater, die ja hier schon mal unterwegs waren, äußerten sich ähnlich. Da sah der Weg über die Edelhütte spannender aus. Um 1/2 6 war heute bereits Tagwache, um 06.37 ging mein Zug nach Jenbach, in dem ich gar etwa eine Stunde Schlaf aufholen konnte. In Jenbach stieg ich in die Zillertalbahn und war bereits knapp nach 1/2 12 in Mayrhofen.

Angekommen in Mayrhofen.
Angekommen in Mayrhofen.

Ging flott heute, für diese lange Strecke. Somit Zeit auch noch genug für einen Bummel durch Mayrhofen, man versäumt hier aber nichts, viel Autoverkehr, viele Ramschgeschäfte, und laut. Um 1/2 1 war ich dann bei der Eingangstafel zum Stilluptal im Ortsteil Krumbichl und hatte fertig gebummelt. Ab da nahm ich meine Beine unter die Arme und zog los.

Erster Hinweis auf die Edelhütte.
Erster Hinweis auf die Edelhütte.

Recht knackig bergan führte die Straße zu den Taleingängen des Stilluptals bzw zum Zillergrund. War eine gute Einstimmung auf das, was da heute noch folgte. Zur Edelhütte ist es an sich nicht weit, allerdings … 1600 Höhenmeter stehen zwischen Mayrhofen und der Hütte.

Mayrhofen.
Mayrhofen.

Recht bald nach der Abzweigung der Straße ins Stilluptal, wo eben der Hauptweg hinein zur Kasseler Hütte führt, zieht der Fußweg zur Edelhütte von der Straße in den Zillergrund rechts in den Wald. Und das von Beginn weg und durchgehend steil. In engen Serpentinen durch den Wald machte ich ordentlich Höhenmeter entlang des Kamms zwischen Arbesseitbach- und Fellenbergbachtal.

Schon einiges an Höhe gewonnen.
Schon einiges an Höhe gewonnen.

Sporadisch stehen Rastbankerln neben dem Weg, war heute aber ja erst mein 1. Tag, da schreien die noch nicht so laut nach mir.

Waldausgang zur Almfläche beim Ghf Alpenrose.
Waldausgang zur Almfläche beim Ghf Alpenrose.

Der Weg zieht dann vom Kamm nach links weg, es wird etwas flacher und schließlich erreichte ich die Almfläche beim Ghf Alpenrose.

Der Ghf Alpenrose.
Der Ghf Alpenrose.

Punkt 2 marschierte ich da vorbei und pausierte knapp hinter dem Ghf für 20 min. Das Wetter passte gut, warm, aber nicht heiss wars, und mein Weg führte an einem Nordhang – da erwischte mich die Sonne auch eher selten.

Nochmals der Ghf Alpenrose.
Nochmals der Ghf Alpenrose.

Kurz vor 1/2 3 gings also weiter, kurz in 2 Kehren die Almstraße zum Mitterleger entlang, bald in einen Straßenabkürzer und schließlich in einen Waldsteig.

Almstraßenabkürzer.
Almstraßenabkürzer.

Der war erst noch recht steil, flachte aber kontinuierlich ab. Zwischendurch war erstmals am östlichen Rand des Talschlusses die Edelhütte zu erkennen.

Die Edelhütte taucht auf.
Die Edelhütte taucht auf.

Der Bewuchs wurde immer schütterer, bald warens nur noch Erlengesträuch und niedrig wachsendes Grünzeug, und Heidelbeerstauden, die zwar nicht üppig, aber fürs mehrmalige Stehenbleiben ausreichend Früchte trugen. Wieder etwas steiler und in weiten Kehren erreichte ich über eine Stufe die Wegkreuzung zur Bergstation der Ahornbahn.

An der Wegkreuzung links zur Edelhütte, rechts zur Ahornbahnbergstation.
An der Wegkreuzung links zur Edelhütte, rechts zur Ahornbahnbergstation.

Da gings links hin zur nicht mehr weit weg, aber noch einige Meter über mir liegenden Edelhütte. Kurze Rast war dann nochmal knapp vor dem Hochleger bei einer der hier häufig sprudelnden kleinen Bäche, bevor ich an den Almhütten des Hochlegers vorbei den letzten Anstieg zur Edelhütte in Angriff nahm.

Vorbei an den Hütten des Hochleger.
Vorbei an den Hütten des Hochleger.
In die letzten Meter zur Edelhütte.
In die letzten Meter zur Edelhütte.

Noch einige steile Schritte und ich war um 3/4 5 bei der Edelhütte angelangt.

Edelhütte.
Edelhütte.
Ein Blick retour ins Zillertal.
Ein Blick retour ins Zillertal.

Und wie ich erst heroben draufkam, sieht man die Hütte von Mayrhofen aus – war aber ohne dieser Kenntnis wohl besser, sonst wärs mir heute womöglich viel weiter vorgekommen.

(Wegstrecke: 8 km)

Tag 39 (10.09.2016): Edelhütte – Kasseler Hütte

Das Abendessen gestern auf der Edelhütte war top – es wurde auf der Terrasse gegrillt, und auch als Bergsteigeressen gabs so einen Grillteller. Noch dazu urgut geschlafen, also bleiben die besten Eindrücke von dieser Hütte. Um 10 nach 7, nach Kuchen-und-Milch-Frühstück war dann Aufbruch für mich, als erster ging ich von der Hütte weg.

Es geht los von der Edelhütte.
Es geht los von der Edelhütte.

Vor mir stand der Aschaffenburger Höhenweg, oder auch Siebenschneideweg, der von der Edelhütte über 7 vom Gipfelkamm zwischen Ahornspitze und Vorderer Stangenspitze herunterziehende Schneiden führt.

In Richtung Popbergschneide.
In Richtung Popbergschneide.

Zwei der Schneiden sind als durchaus anspruchsvoll beschrieben. Von der Edelhütte zieht der Weg mal flach los in Richtung der Popbergschneide.

Seil und Stifte machens einfacher.
Seil und Stifte machens einfacher.

Bald wurde es aber steiler und der Anstieg auf das Popbergnieder war dann in den Schlußkehren über einige glatte Platten auch schon ein wenig versichert.

Im Popbergnieder über die Popbergschneide.
Im Popbergnieder über die Popbergschneide.

Oben am Popbergnieder, ein ziemlich schmaler Übergang, lag dann das Popbergkar und der lang Weg hindurch zur nächsten Schneide, der Krummschnabelschneide vor mir. Der hier zunächst durch einen grasigen Hang, der Sonnwand, führende Steig war schmal und recht abschüssig.

Die Sonne zeigt sich in der Sonnwand.
Die Sonne zeigt sich in der Sonnwand.

Erschwerend kam dazu, dass gerade die Sonne über dem Gipfelkamm aufging, womit man gewissermaßen blind durch die Gegend rannte.

Der Weg durch Popbergkar.
Der Weg durch Popbergkar.

Ab etwa Mitte der Kardurchquerung beginnt Blockwerk, ein riesiges Blockfeld, von welchen heute noch einige folgen sollten, was sehr mühsam war – ein Hüpfen von Stein zu Stein, ewig auf der Suche nach dem am besten liegenden Felsbrocken, mal wieder weit weg von der Markierung herumturnend und dann mal plötzlich vor riesigen Löchern im Blockfeld stehend.

Blockturnen.
Blockturnen.
Rückblick ins Popbergkar, zur Sonnwand und zum Popbergnieder.
Rückblick ins Popbergkar, zur Sonnwand und zum Popbergnieder.

Es zog sich, bis ich zum letzten Anstieg auf die nächste Schneide kam. Der war nicht lang und ohne Handeinsatz wanderbar und führte mich in die Krummschnabelscharte.

In die Krummschnabelscharte.
In die Krummschnabelscharte.
Krummschnabelscharte.
Krummschnabelscharte.

Der schmale Abstieg in das nächste Kar, das Hasenkar war wieder seilversichert, wieder sehr zu Recht, denn sehr abschüssig zog der Steig in das Kar hinein.

Abstieg von der Krummschnabelscharte ins Hasenkar.
Abstieg von der Krummschnabelscharte ins Hasenkar.

Nach den versicherten Stellen nutzte ich ein kleinen Bachlauf nach etwas mehr als 2 Stunden Gehzeit für meine erste Pause, währenddessen oben in der Scharte meine beiden knapp nach mir von der Edelhütte gestarteten Verfolger auftauchten und dort pausierten.

Pause und Blick retour in die Krummschnabelscharte.
Pause und Blick retour in die Krummschnabelscharte.

Das Hasenkar hatte in etwa dieselbe Charakteristik wie zuvor das Popbergkar, erst durch grasiges Gelände und schließlich landet man wieder in Blockfeldern, bloß die Kardurchquerung ist etwas kürzer.

Durchs Hasenkar zur Nofertenschneid. Rechts im Hintergrund dürfte der Große Löffler sein.
Durchs Hasenkar zur Nofertenschneid. Rechts im Hintergrund dürfte der Große Löffler sein.

Und hier kam mir nach etwa 2 1/2 Stunden des Unterwegsseins ein Bursch entgegen – dachte mir erst, der wird in der noch folgenden Notunterkunft übernachtet haben. Aber nein, der war schon von der Kasseler Hütte unterwegs und das mit einem offensichtlich irren Tempo, er wollte ’sehen, wie schnell sich der Weg machen lässt‘.  Aus dem Hasenkar gehts schließlich für Weitwanderverhältnisse wirklich schwierig steil hinauf auf die Nofertenschneid.

Auf die Nofertenschneid.
Auf die Nofertenschneid.

Viele Trittbügel helfen weiter, auch ein besser als ein Stahlseil anzufassendes Tau half bei der Bewältigung weiter.

Noch am Weg ins Sammerschartl.
Noch am Weg ins Sammerschartl.
Rückblick ins Hasenkar.
Rückblick ins Hasenkar.
Und schließlich bin auch ich da oben.
Und schließlich bin auch ich da oben.

Am Schluss des Anstiegs ins Sammerschartl auf der Schneide gabs dann eine Stelle, die bei mir 3maliges Ansetzen notwendig machte, dann war auch ich drüber und oben. Vor mir breitete sich hier dann mit dem Nofertenkar etwas sanfteres Gelände aus, die nachfolgenden Schneiden sind nicht mehr so ausgeprägt wie die bisherigen drei.

Ausblick ins Nofertenkar.
Ausblick ins Nofertenkar.

Anfangs wieder versichert, weil abschüssig gings bergab ins Nofertenkar und in Richtung des Hennsteigkamms, der nächsten Schneide.

Der Weg führt durchs Nofertenkar zum Hennsteigenkamm.
Der Weg führt durchs Nofertenkar zum Hennsteigenkamm.

Teilweise wieder mit Blöcken durchsetzt gings hier tatsächlich aber gemütlicher dahin. Auch der Anstieg auf den Hennsteigenkamm war kurz und vollkommen problemlos.

Über den Hennsteigenkamm ins Maderegglkar.
Über den Hennsteigenkamm ins Maderegglkar.

Durch einen Durchlass über das über den Kamm führende Steinwandl gelangte ich ins nächste Kar. Hier wollte ich eigentlich zunächst meine Mittagsrast machen, nicht allzu weit weg konnte ich aber schon die Notunterkunft im Weißkarjöchl erkennen, also setzte ich meinen Weg noch bis dorthin fort.

Durchs Maderegglkar zur Notunterkunft.
Durchs Maderegglkar zur Notunterkunft.

Bergab gings hier erst, schließlich durch nette Almgegend zur kleinen Hütte.

Die Notunterkunft am Aschaffenburger Höhenweg.
Die Notunterkunft am Aschaffenburger Höhenweg.

Die ist mit einem Stockbett und 4 Plätzen, Tisch, und Sesseln gut eingerichtet, knapp daneben befindet sich eine Quelle – bei Notwendigkeit lässt es sich hier sicher gut aushalten.

Ein Blick hinein.
Ein Blick hinein.

Um 12 war ich bei der Hütte und jetzt ließ ich mir Zeit, insgesamt 50 Minuten Pause auf der an der Hütte stehenden Bank machte ich, während mich meine Verfolger hier überholten.

Zurückgeschaut zum Hennsteigenkamm.
Zurückgeschaut zum Hennsteigenkamm.

Nach dieser langen Rast gings frisch erholt durch die letzten Kare und über die letzten Schneiden dahin, die waren wie gesagt bei weitem nicht mehr so ausgeprägt, ein vielfaches Auf und Ab gabs hier aber trotzdem, das aber mit den laufend von links herabkommenden Bachläufen gut zu meistern war.

Weiterweg durchs Weißkar.
Weiterweg durchs Weißkar.
Ausblick ins Stilluptal zum Speicher.
Ausblick ins Stilluptal zum Speicher.
Und auf die andere Talseite zur Lapenscharte. Da gehts morgen durch.
Und auf die andere Talseite zur Lapenscharte. Da gehts morgen durch.
Blockig gehts weiter dahin.
Blockig gehts weiter dahin.

Ein paar schiache Blockfelder kamen am Weg auch noch unter, aber bald hatte ich die Sonntagskarkanzel, die letzte Schneide erreicht und hatte hier auch schon die Kasseler Hütte vor mir.

Erster Blick zur Kasseler Hütte.
Erster Blick zur Kasseler Hütte.

Knapp nach der Sonntagskarkanzel gibts dann Auswahl: entweder man geht über das Sonntagskar den Panoramaweg und ohne Höhenverlust zur Hütte oder man geht bergab zum von der Grünen Wand-Hütte kommenden Hüttenzustiegsweg und hat dann noch ein paar Serpentinen nach oben hin zu erledigen. Entscheidendes Argument für meine Wahl war der mit einer Stunde um eine 1/2 Stunde kürzere Weg über die Variante zwei.

Bergab, bergauf zur Kasseler Hütte.
Bergab, bergauf zur Kasseler Hütte.

Also bergab und nochmals bergauf, währenddessen auch schon die ersten Regentropfen vom Himmel fielen. Aber ich erreichte noch trocken um 3/4 4 die Hütte, bevor es 10 Minuten später zu schütten und gewittern begann und sich über den Abend als normaler Regnen fortsetzte.

Kasseler Hütte.
Kasseler Hütte.
10 Minuten später - es schüttet.
10 Minuten später – es schüttet.

Und der Hüttenwirt, ein merkwürdiger Kauz, machte sich gleich bei mir und meinen beiden heutigen Verfolgern bzw am Nachmittag Vorläufern sehr sympathisch – wir wurden begrüßt mit dem Statement, dass wir froh darüber sein müssten, angesichts keiner Reservierung nicht gleich wieder von ihm fortgeschickt zu werden. Die Hütte war zwar im Gastraum bummvoll, aber Schlafplätze waren durchaus noch vorhanden – neben mir im Matrazenlager gabs etwa, und nicht nur hier, 2 leere Plätze, also war gemütliches Liegen drinnen.

Von der Kasseler Hütte ins Löfflerkar. Rechts die Lapenscharte, der Übergang zur Greizer Hütte.
Von der Kasseler Hütte ins Löfflerkar. Rechts die Lapenscharte, der Übergang zur Greizer Hütte.

(Wegstrecke: 14 km)

Tag 40 (11.09.2016): Kasseler Hütte – Greizer Hütte

Weitere Sympathiepunkte holte sich der Hüttenwirt mit dem Frühstück – ‚für alle das gleiche, oder gar nichts‘. Somit gabs für mich gar nichts, ein Stück Kuchen wollte er mir abends nicht für den Morgen zur Seite legen. So war ich Punkt 7 wieder der erste am Weg, als die anderen ihr Pauschalfrühstück verabreicht bekamen. Regen gabs keinen in der Früh, für nachmittags sollte man aber damit rechnen.

Um 7 gehts los von der Kasseler Hütte.
Um 7 gehts los von der Kasseler Hütte.

Die Aussichten für die für beste Umstände in Erwägung gezogene heutige Marathonetappe bis zur Berliner Hütte waren daher nicht die besten.

Beginn der Kesselwanderung. Nach links oben gehts zum Östlichen Stillupkees und weiter zum Stangenjoch oder Keilbachjoch.
Beginn der Kesselwanderung. Nach links oben gehts zum Östlichen Stillupkees und weiter zum Stangenjoch oder Keilbachjoch.

In der Früh erwartete mich nun das Ausgehen des weiten Talschlusses des Stilluptals, durch das Eiskar und das Löfflerkar, unter den Resten des Westlichen Stillupkees und des Löfflerkees und den Gipfeln der Grüne-Wand-Spitze, der Keilbachspitze, des Großen Löffler und der Greizer Spitze dahin. Der Weg durch den Kessel war lang, aber angenehm zu gehen, immer auf einer Höhe rund um 2200 m bleibend und unzählige Bäche querend. Zu Beginn wurde der Abfluß vom Östlichen Stillupkees auf einer schwingenden Hängebrücke überquert.

Hängebrücke.
Hängebrücke.
Kesselwanderung.
Kesselwanderung.

Je weiter man an die Westseite des Kessels beim Löfflerkar kam, desto kniffliger wurden die Bachquerungen, über die glatten Platten halfen dann häufig Trittstifte drüber.

Weiter in Richtung Löfflerkar.
Weiter in Richtung Löfflerkar.

Einige Höhenmeter bergab und ein Stück Weg über sanftes Grasgelände führten mich dann in den Bereich der Elsenklamm, das heutige heiklere Wegstück.

Rückblick zur Kasseler Hütte.
Rückblick zur Kasseler Hütte.
Und in den anschließenden Weg durch den Talschluss. Aus dem Bereich des Beginns der Elsenklamm.
Und in den anschließenden Weg durch den Talschluss. Aus dem Bereich des Beginns der Elsenklamm.

Feucht wars hier, der schmale Steig im steilen Hang an beiden Seiten mit Seilen versichert, so wars dann auch weniger ein Problem.

Durch die Elsenklamm.
Durch die Elsenklamm.

Bloß die letzte aus der Klamm herausführende Holzbrücke war nass und mit nur einem recht lockeren Stahlseil zum Anhalten gesichert – die ist ein wenig mit Vorsicht zu genießen.

Ich erreiche das Lapenkar.
Ich erreiche das Lapenkar.

Dann erreichte ich das Lapenkar und es war in den ersten Sonnenstrahlen, die mich heute erwischten, Zeit für mein Frühstück. Bald nach der Elsenklamm und etwa 2 1/4 Stunden Gehzeit machte ich es mir daher einmal für 20 Minuten bequem und machte meine Proviantdose etwas leichter.

Ausblick nach unten. Zur Grüne Wand-Hütte.
Ausblick nach unten. Zur Grüne Wand-Hütte.

Der anschließende Steig quert am unteren Ende des Lapenkars, aber bereits leicht ansteigend bis zur Wegteilung Greizer Hütte – Grüne Wand-Hütte.

An der Wegeteilung.
An der Wegeteilung.

Ab hier wurde es wieder richtig steil. Die einzigen drei Leute, die heute von der Greizer Hütte Richtung Kasseler Hütte aufgebrochen waren, kamen mir hier dann entgegen. Anfangs noch durch grasiges Gelände führend, wurde es bald blockiger, und recht anstrengend und gar nicht so leicht, den Weg auf dem erst auf einem Kamm im Hang, dann durch eine Riesenhalde zu finden.

Blockhalde vor der Lapenscharte.
Blockhalde vor der Lapenscharte.
Rückblick von knapp vor der Lapenscharte. Wenig versprechend zogen die Wolkenschwaden herum.
Rückblick von knapp vor der Lapenscharte. Wenig versprechend zogen die Wolkenschwaden herum.

Bloß der letzte Teil führte dann auf einem besseren Steig oberhalb des Grabens zur Lapenscharte leicht erhöht am Hang des Gigalitz in die Scharte hinauf.

Die letzten Meter in die Scharte.
Die letzten Meter in die Scharte.

Oben in der Lapenscharte war ich um 12, tratschte dort einige Zeit mit einer Wanderin und machte mich dann an den Abstieg zur Greizer Hütte.

Ausblick in den Weiterweg und zur Nördl. Mörchnerscharte (nicht genau einsehbar, rechts des kleinen Gupfs rechts der Mitte).
Ausblick in den Weiterweg und zur Nördl. Mörchnerscharte (nicht genau einsehbar, rechts des kleinen Gupfs rechts der Mitte).

Im Angesicht hatte ich da auch schon das, was mich auf dem weiteren Weg zur Berliner Hütte erwarten würde – ein steiler Anstieg in die Mörchnerscharte. Der Abwärtsweg zur Greizer Hütte war dann recht angenehm, zwar steil hinunter, aber so angelegt, dass diese Steilheit wenig bemerkbar war.

Abwärts von der Lapenscharte. Und wieder der Blick zum folgenden Aufstieg.
Abwärts von der Lapenscharte. Und wieder der Blick zum folgenden Aufstieg.

An einer Quelle machte ich noch kurz Rast, und anschließend an den letzten Rest des Weges zur Hütte, die erst auftaucht, als der von der Lapenspitze herunterziehende Kamm ausläuft.

Erster Blick zur Greizer Hütte.
Erster Blick zur Greizer Hütte.

Der verlief zwar häufig durch Blockfelder, hier haben aber jene, die den Weg gebaut haben, ganze Arbeit geleistet.

Schlußspurt.
Schlußspurt.

Die Platten sind meist so gelegt, dass es sich fast wie auf einem Gehsteig anfühlt.

Greizer Hütte.
Greizer Hütte.

Um 1/4 2 war ich bei der Hütte und lange hatte ich nicht mehr zu überlegen, ob ich denn noch weitergehen sollte. Bald gabs die ersten Regentropfen und etwa eine halbe Stunde später schüttete es wieder mal wie aus Kübeln.

Es schüttet. Mal wieder.
Es schüttet. Mal wieder.

Einigen konnte ich da wieder zusehen, wie sie im strömenden Regen fast laufschritts zur Hütte eilten. Ich hatte da an beiden Tagen ziemliches Glück. Auch meine beiden schon vom Weg zur Kasseler Hütte Bekannten erwischte es voll. Mit denen verbrachte ich dann einen recht gemütlichen Abend auf der Hütte – die beiden werden aber morgen nicht mehr zur Berliner Hütte weiterziehen, ihre erste Bergtour nach etwa 20 Jahren hat sie schon zu sehr mitgenommen.

Die tierischen Bewohner der Greizer Hütte.
Die tierischen Bewohner der Greizer Hütte.

(Wegstrecke: 11 km)

Tag 41 (12.09.2016): Greizer Hütte – Berliner Hütte

Heute gönnte ich mir 10 Minuten mehr Schlaf, erst um 1/4 7 läutete der Wecker – trotzdem kam ich wieder um 7 weg. Und hatte heute da auch schon einen Kuchen im Magen, hier auf der Greizer Hütte war wieder mehr Hüttenwirt statt Pauschalhotellerie. Sympathisch wars hier jedenfalls.

Abmarsch von der Greizer Hütte.
Abmarsch von der Greizer Hütte.

Meinen heutigen Vormittagsweg hatte ich ja gestern schon bewundern können, ein steiler Aufstieg über viele Serpentinen über viele hundert Höhenmeter.

Ja, genau da hinauf. Die rechte der beiden Scharten ist die zu überquerende Nördl. Mörchnerscharte.
Ja, genau da hinauf. Die rechte der beiden Scharten ist die zu überquerende Nördl. Mörchnerscharte.

Aber um zum Beginn dieses Aufstiegs zu kommen, war frühmorgens mal ein Abstieg über fast 400 hm notwendig. Der führte mich auf dem Hüttenzustiegsweg in steilen Kehren in den Floitengrund.

Abwärts in den Floitengrund.
Abwärts in den Floitengrund.

Damit war ich nach 50 min wieder auf 1850 m und hatte so jetzt etwas über 1000 hm vor mir. Im Floitengrund trennen sich der Hüttenzustiegsweg und der Weg zur Berliner Hütte.

Wegteilung im Floitengrund.
Wegteilung im Floitengrund.

Über die Bachbette der Zuflüsse des Floitenbaches gings mühsam an den Hang in Richtung Mörchnerscharte. Der nun folgende Aufstieg teilte sich in 3 Abschnitte. Der erste war der etwas schwierigere und heiklere, aber interessante Teil.

Das erste Hindernis - die Leiter.
Das erste Hindernis – die Leiter.

Der Aufstieg begann über eine lange Leiter und führte weiter immer wieder mit Seilen und Trittbügeln versichert, recht abschüssig teilweise, in der Klamm der Abflüsse aus den spärlichen Gletscherresten östlich des Kleinen Mörchners steil hinauf.

In den ersten Metern des Aufstiegs zur Mörchnerscharte.
In den ersten Metern des Aufstiegs zur Mörchnerscharte.
Seilversichert.
Seilversichert.
Und mit Hilfe einiger Trittbügel.
Und mit Hilfe einiger Trittbügel.
Bald ist der etwas heiklere Teil geschafft.
Bald ist der etwas heiklere Teil geschafft.

Dieser erste Teil endete dann schon etwas einfacher, auf steilen, ein wenig verwachsenen Wegen.

Ausblick in den Floitengrund.
Ausblick in den Floitengrund.

Dann gelangte ich in den 2. Teil. Und der war so, wie man sich lange Aufstiege wünscht.

Der "Genußaufstieg" beginnt.
Der „Genußaufstieg“ beginnt.

Ein perfekt in den Hang gebauter Serpentinenweg, der die Steilheit nicht wirklich spüren ließ.

Weiter in Richtung Übergang in der Nördl. Mörchnerscharte. Die liegt rechts des Mörchenschartenkopfs in der Mitte.
Weiter in Richtung Übergang in der Nördl. Mörchnerscharte. Die liegt rechts des Mörchenschartenkopfs in der Mitte.

Mit einer ersten Pause nach ca. 2 Stunden dazwischen, als mich heute zum ersten Mal die Sonnenstrahlen trafen, gings da flott bergan.

Nicht oft, aber regelmäßige Hinweise auf den 02er.
Nicht oft, aber regelmäßige Hinweise auf den 02er.

Dieser 2. Teil endet, am Schluß schon etwas mühsamer werdend, an einer Stufe, ab welcher die Block- und Geröllturnerei beginnt.

Beginn des Block- und Geröllteils zur Mörchnerscharte.
Beginn des Block- und Geröllteils zur Mörchnerscharte.

Anstrengend, manchmal gar kein Steig erkennbar, mühte ich mich diese letzten etwa, geschätzt, 250 Höhenmeter in die Mörchnerscharte.

Rückblick in die Lapenscharte zwischen Gigalitz und Lapenspitze. Rechs in der Mitte die Greizer Hütte.
Rückblick in die Lapenscharte zwischen Gigalitz und Lapenspitze. Rechs in der Mitte die Greizer Hütte.

Das letzte Stück war mit einem Stahlseil entschärft und um 11 Uhr stand ich in der Scharte.

Die letzten Meter in die Mörchnerscharte.
Die letzten Meter in die Mörchnerscharte.

In diesem letzten Teil hinauf in die Scharte kam mir heute auch das Gros der von der Berliner Hütte gestarteten Leute entgegen, da waren selbst Leute aus Israel dabei.

Nochmals ein Blick zurück.
Nochmals ein Blick zurück.

Die Scharte war gerade besetzt, also pausierte ich hier nicht, sondern nahm mir die nächste Pause für den ersten folgenden Wasserlauf vor. Denn: Der gesamte Hang zur Mörchnerscharte ist wasserfrei – durstige Leuten sei daher empfohlen, schon vor dem Floitengrund genug Wasser einzusammeln, nachher ist auf dem ganzen langen Hang nichts mehr.

Und ein Blick nach vorne. Die Berliner Hütte lässt sich erkennen. Darüber das Schönbichler Horn. Links davon der Große Möseler.
Und ein Blick nach vorne. Die Berliner Hütte lässt sich erkennen. Darüber das Schönbichler Horn. Links davon der Große Möseler.

Die Berliner Hütte sieht man von der Scharte auch schon, die ist aber noch weit weg. Auch das Schönbichler Horn, der nach der Berliner Hütte folgende etwa 1100 hm-Aufstieg präsentiert sich von der Scharte schon. Der Abstiegsweg zur Berliner Hütte ist einer der angenehmen Sorte. Die ersten Meter aus der Scharte sind noch recht steil, bald aber legt sich die Steilheit und es geht im Rosskar gemäßigt bergab und in schöner Landschaft dahin.

Im Rosskar dahin.
Im Rosskar dahin.

Zwei etwas steilere Stufen gibts vor und nach dem Schwarzensee aber noch.

Vorbei am Schwarzensee.
Vorbei am Schwarzensee.
Blick Richtung Schwarzenstein und Berliner Spitze.
Blick Richtung Schwarzenstein und Berliner Spitze.

Schon gegen die Hütte zugehend ist der Weg auch häufig mit Platten wieder fast gehsteigmäßig ausgelegt. Durch schönes Wiesen- und Moorgelände geht es zur letzten kurzen Steilstufe schließlich hinunter zur Berliner Hütte.

Berliner Hütte mit dem Hornkees.
Berliner Hütte mit dem Hornkees.

Ein paar Minuten nach 1 war ich da, und ja, die Beschreibungen der Hütte, die ich bisher gehört hatte, die passen schon alle irgendwie – Bahnhofshalle, Palast, Protzbau, jedenfalls ganz was anderes, als man sonst in den Bergen antrifft. Sicher ein historisch schöner und erklärbarer Bau, Hüttencharakter hat die Anlage aber keinen.

Eingangshalle der Berliner Hütte.
Eingangshalle der Berliner Hütte.

Knödelsuppe und Radler schmeckten auf der Terrasse der Hütte ausgezeichnet.

Bei Suppe und Radler auf der Terrasse der Beliner Hütte. Vor mir das Schönbichler Horn und der Große Möseler.
Bei Suppe und Radler auf der Terrasse der Beliner Hütte. Vor mir das Schönbichler Horn und der Große Möseler.
Rückblick zur Mörchnerscharte.
Rückblick zur Mörchnerscharte.

Schluss am Zentralalpenweg war hier auf jeden Fall für diesmal, ein wenig trödelte ich daher noch herum, ich musste ja erst einen Bus unten im Tal um 1/4 6 erwischen. Kurz hatte ich zwar überlegt, es ging heute ja vielleicht bis auf die Geröllpassagen sehr gut, noch weiterzugehen, ließ den Gedanken aber rasch fallen. Ca. 6 Stunden Weiterweg zum Furtschaglhaus hätte spätabendliches Ankommen, was weniger ausgemacht hätte, aber vermutlich wieder Regen oder Gewitter bedeutet (und wie recht hatte ich damit – als ich schon im Zemmtal war, lagen über den Zillertaler Alpen wie schon an den beiden vergangenen Tagen dunkle Gewitterwolken). Um 3/4 2 machte ich mich an den Abstieg zur vom Schlegeisspeicher kommenden Straße. Der Abstieg ist dann wenig aufregend.

Vorbei an der Alpenrosehütte.
Vorbei an der Alpenrosehütte.

Erst noch auf einem Steig hinunter zur Alpenrosehütte, anschließend vorbei an der Grawandhütte, der Schwemmalm und der Klausenalm auf der in den und im Zemmgrund führenden Schotterstraße.

Abwärts in den Zemmgrund.
Abwärts in den Zemmgrund.

Glück hatte ich, 5 Minuten vor dem Bus schon um 1/4 5 war ich beim Ghf Breitlahner. In Mayrhofen hatte ich somit keine Umsteigeeile, sondern noch 1 Stunde Zeit, bevors mit der Bahn heimwärts ging.

Und ja, man sieht sie, die Edelhütte, von Mayrhofen aus (Wer findet sie?).
Und ja, man sieht sie, die Edelhütte, von Mayrhofen aus (Wer findet sie?).

(Wegstrecke: 10 km und Abstieg zum Ghf Breitlahner)

Ob heuer noch eine Fortsetzung drinnen ist? Ich täte gerne nochmal, allerdings würde ich erst Anfang Oktober wieder Zeit haben – da herrscht dann vielleicht schon Winter hier im Hochgebirge und so gut wie alle Hütte werden wohl schon zu haben.  Also vermutlich eher nicht.

Weiter gehts am nächsten Wochenende am Voralpenweg. Der Wetterbericht für diese Tage ist eher weniger ermutigend, mal schauen, was wir da, da gehts wieder mit dem Bruder dahin, trotzdem am Weiterweg von Ebensee übers Höllengebirge weiterbringen werden.

(Und ein Nachtrag, nachdem der obige Schlußtext schon geschrieben war: eine Fortsetzung am Voralpenweg gabs nicht, und ob, auch bei passenden Verhältnissen, heuer nochmals der 02er dran ist, ist sehr zweifelhaft – eine Leistenzerrung, eingehandelt abseits körperlicher Betätigungen, wird mich in den nächsten Wochen daran hindern. Irgendwie gibts diesbezüglich bei mir immer was. Ich hoffe aber, das Hindernis hält nicht allzu lang und dass schon bald wieder Berichte hier auftauchen.)

5 Kommentare zu „Zentralalpenweg 02 Tage 38 bis 41: Mayrhofen – Berliner Hütte“

  1. Sehr schöner Bericht, viele – aber wirklich nicht alle – Bergabschnitte täten mich auch reizen. Gute Besserung… Machst du auch beim TT eine Pause?

  2. … wennst so weitermachst, bist bald in feldkirch! super!
    p.s. vielleicht klappt’s ein anderes mal bzgl. gemeinsames gehen.
    gruß
    gtwo

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