Nationalpark Kalkalpenweg Tage 1 und 2: Hst Krw Großraming – Reichraming

In Oberösterreich war ich viel unterwegs in den letzten Monaten, und eigentlich ganz angetan. Mühlviertel, Innviertel, auch am 06er zwischen Linz und Maria Neustift. Und weils jetzt wärmer und der Schnee weg ist, wollte ich einen Weg angehen, der mich schon länger anlachte. Der Nationalpark Kalkalpenweg beginnt beim Kraftwerk Großraming und führt über 150 km durch das Reichraminger Hintergebirge und das Tote Gebirge zum Bahnhof Hinterstoder. In ersterem war ich noch nie, wollte ich aber gewissermaßen dringend mal hin, in zweitem war ich zwar schon, wollte ich aber wieder hin. Zwischendurch gibt’s ein paar Gipfel, die sich mitzunehmen lohnten, Großen Größtenberg, Großen Phyrgas und das Warscheneck und die auch mir eine Überlegung wert wären. Also gesagt, getan, die ersten zwei Tage von deren sechs bis acht sind an diesem Wochenende dran.

Tag 1 (11.06.2016): Hst. Kw. Großraming – Anlaufalm

Die erste Etappe des Kalkalpenwegs.
Die erste Etappe des Kalkalpenwegs.

Zug um 6 oder 7, das war zunächst die morgendliche Frage. Ich schaffte es, um 5 aus den Federn zu kriechen, so wurde es der frühere. Über St. Valentin gings nach Großraming, genauer zum Kraftwerk, wo beim Besucherzentrum Ennstal der Kalkalpenweg offiziell beginnt.

Angekommen beim Kw Großraming.
Angekommen beim Kw Großraming.

Artig wie ich bin, startete ich genau dort, um 10 vor 9. Für den Anfang aber gibt die Wegbeschreibung eher wenig her.

Start beim Kraftwerk.
Start beim Kraftwerk.

Den ‚direkt neben der Enns führenden Treppelweg‘, den gibts (mE) nicht – würde man zwischen den Bahngleisen und der Enns am Südufer gehen wollen, bräuchte man eine Machete, an anderen Stellen das Schwimmzeug. Also ging ich entlang der Gleise, da gibts zum Glück eine Betonspur, also war das ganz in Ordnung so.

Entlang der Gleise. Oberhalb taucht eine schmale Straße auf.
Entlang der Gleise. Oberhalb taucht eine schmale Straße auf.

Irgendwann tauchte rechts über den Gleisen eine schmale Straße auf, auf welcher auch der Ennsradweg zwischen Großraming und Reichraming verläuft, zu der zogs mich dann über die Böschung hinauf. Und ich blieb auf dieser Straße bis Großraming. In Rodelsbach, bei der Einmündung des Rodelsbaches in die Enns weicht die Straße weit in das Tal hinein aus, das hätte die Bahnstrecke nicht gemacht, hätte ich vielleicht doch dort bleiben sollen.

Großraming.
Großraming.

In Großraming war ich nach einer Stunde und hier gabs dann auch die ersten Markierungen des Weges und Wegweiser zur Ennser Hütte. Bisher war alles flach, ab der Abzweigung aus Großraming gings bergauf. Fast 900 Höhenmeter sinds bis zur Hütte. Vorerst noch an ein paar oberhalb des Orts stehenden Häusern und Höfen auf einer Asphaltstraße vorbei. Bei einem Hof gings dann weg von der Asphalt- auf eine Forststraße.

Auf der Forststraße an die ersten Höhenmeter.
Auf der Forststraße an die ersten Höhenmeter.

Das Wetter hielt übrigens, es zog zwar recht nach Regen aussehend herum, es rührte sich allerdings nichts, dafür wars schwül. Entsprechend durchgeschwitzt war ich schon nach kurzer Zeit. Die Forststraße gings kurvig bergan, nach einer Rechtskurve gelangte ich in den Wiesenbereich bei einer kleinen Hütte, wo die Forststraße endete, und ich über eine Wiese in einem schmalen Karrenweg landete.

Die Forststraße endet.
Die Forststraße endet.

Den gings eben dahin, bei einer nächsten größeren offenen Grünfläche drehte der Weg nach rechts und führte abwechselnd über Wiesen, durch den Wald und durch eine Kuhweide am Hang des Rotsteins dahin.

Der Weg dreht nach rechts an den Hang des Rotsteins.
Der Weg dreht nach rechts an den Hang des Rotsteins.

Ich erreichte den Hof Spring, wo ich wieder auf eine Straße traf, die es jetzt noch bergan zum Hof Bamacher ging, wo sich knapp danach der letzte Parkplatz der Straße aus Großraming vor der Ennser Hütte befindet.

Vor dem Hof Spring.
Vor dem Hof Spring.

Der Menge der geparkten Autos zufolge war doch einiges los auf der Hütte. Hier gings in einen schmalen Steig, der auf dem Weg zur Ennser Hütte dreimal eine Forststraße kreuzt.

Es geht in den Steig zur Ennser Hütte.
Es geht in den Steig zur Ennser Hütte.

Der erste Teil war noch recht flach, dann gings immer mehr ansteigend und zwischendurch durch regelrechte Bärlauchfelder dahin – es knofelte sehr. Einige Wandersleute kamen mir schon von oben entgegen.

Wurzelwerk.
Wurzelwerk.

Der letzte Teil des Anstiegs führte dann durch menschenhohes Grünzeug und Gesträuch in einer wohl alten Windbruchfläche, bloß die letzten Meter führten wieder im Wald. Um 3/4 1 erreichte ich die Hütte, ließ mir Suppe und Radler schmecken und sah von drinnen zu, wie es draußen zu regnen begann.

Zur Ennser Hütte.
Zur Ennser Hütte.

Also machte ich mein Zeug bei Wiederaufbruch nach einer 3/4 Stunde regenfest und siehe da, als ich wieder startete, hörte der Regen auf. Steil gings nun entlang und unter einer Materialseilbahn bis ich wieder auf der beim Bergaufgehen gekreuzten Forststraße war. Nicht lang, die Forststraße findet bald ihr Ende, an diesem Ende gehts den langen Sattel zwischen Brunnbacheck und Gamsstein über den Danzersteig entlang.

Am Danzersteig.
Am Danzersteig.
Noch immer am Danzersteig.
Noch immer am Danzersteig.

Erst mehr bergab, dann in dauerndem Wechsel über Kuppen drüber oder dran vorbei bis der Anstieg auf das Gamssteinköpfl folgte.

Blick raus nach Großraming.
Blick raus nach Großraming.

Wieder recht steil am Kamm in Serpentinen dahin. Ging aber gut – die Form passte heute. Ich erreichte das Gamssteinköpfl, von wo ich weiter kurz bergab in die Senke zum Gamsstein ging, wo dann die Abzweigung nach links hinunter zur Gschwendtalm erfolgt.

Aufs Gamssteinköpfl.
Aufs Gamssteinköpfl.

Da der Gamsstein aber mit nur 5 Minuten angeschrieben war, nahm ich den noch mit und machte beim dortigen Gipfelkreuz um knapp vor 3 noch eine kurze Rast.

Zum Gipfel des Gamssteins.
Zum Gipfel des Gamssteins.

Retour zur Abzweigung, und was vorhin steil hinaufging, ging nun wieder steil bergab. über eine Wiese kam ich zu einer Almhütte, bald danach, nach paar ebenen Schritten, gings in den Wald, in dem mich ein Steig zur Gschwendtalm brachte.

Zur Almhütte unterhalb des Gamssteins.
Zur Almhütte unterhalb des Gamssteins.

Riesenkuhversammlung war hier, aber alle freundlich zu mir. Die Geschwendtalm überquert, kam ich wieder in den Wald und hatte die schönsten Teile Weg für heute dann hinter mir.

Gschwendtalm.
Gschwendtalm.

Ein breiter, steiniger, nach einer Wegkreuzung auch morastiger Karrenweg brachte mich zu einer Forststraße, die zunächst nochmals weit in das Brunnbachtal hineinführte, bevor sie talauswärts drehte und für dieselbe Länge und noch viel mehr hinaus nach Brunnbach führte.

Brunnbach.
Brunnbach.

Um 5 war ich in Brunnbach angelangt, eigentlich später als gedacht, 4 wäre so mein Plan gewesen. Ein Getränk im Brunnbachstadl ging sich trotzdem aus und ich bekam von den dort anwesenden auch geraten, nicht den Kreuzweg, auf dem der Kalkalpenweg zur Anlaufalm führt, für den Weiterweg zu nutzen – angesichts des Regens in letzter Zeit sollte der sehr feucht und unangenehm zu gehen sein. Die Alternative war der Weg über Forststraßen bis knapp vor dem Hirschkogelsattel und dann zwischen Sonnberg und Hochkogel zur Anlaufalm. 2 statt zumindest 3 1/2 Stunden, und das war mir angesichts der fortgeschrittenen Zeit sehr recht. Nach keinen 10 Minuten Pause also weiter, erst auf der Straße ca. 2 km entlang, bis bei einem Schranken die Schotterstraße beginnt. Erst noch flach, wird die Forststraße bei einer Straßenteilung steiler und zieht recht zünftig hinauf zum Hirschkogelsattel.

Am Weg zum Hirschkogelsattel.
Am Weg zum Hirschkogelsattel.

Leicht zu regnen beganns hier auch wieder, und es wurde merkbar kühler. Bei einer Jagdhütte wird es zwar flach, aber gleich da gehts rechts in den Wald und an die letzte halbe Stunde für heute. Der erste Teil, bis man die vom Hirschkogelsattel kommende Forststraße berührt, war nicht allzu steil und ging angenehm und wurzelig bergauf, dann dreht der Weg rechts und ich hatte mit Morast und tiefem Boden zu kämpfen.

Der Weg dreht nach rechts.
Der Weg dreht nach rechts.

Am Ende dieses Anstiegs kommt man zum Weidezaun und ich hatte die Anlaufalm erreicht. Kurz noch über die Wiese drüber zur Hütte und ich war da, Punkt 7.

Die Anlaufalm erreicht.
Die Anlaufalm erreicht.

(Wegstrecke: 29 km)

Tag 2 (12.06.2016): Anlaufalm – Reichraming

Erfreulich sah das heute früh da draußen nicht aus. In der Nacht hatte es geschüttet, momentan regnete es zwar nicht, so grau, wie es herumzog, würde das aber wohl nur noch eine Frage der Zeit sein.

Zurückgeschaut zur Anlaufalm.
Zurückgeschaut zur Anlaufalm.

An meinen ganz ursprünglichen Plänen, heute bis Windischgarsten zu kommen, zweifelte ich schon sehr, zum einen wg. der Zeitangabe in der Wegbeschreibung, die ich gestern bloß wegen der vereinfachten Streckenführung am Schluss einhalten konnte, dann mangels Abbruchmöglichkeiten zwischendurch (vom Bodinggraben, einzige Möglichkeit, wärens 20 km hinaus nach Molln) und zum anderen wegen der mir bevorstehenden tiefen, morastigen Wege. Geschlafen hatte ich übrigens sehr gut, ich hatte ein 17er (oder so)-Lager für mich alleine, die beiden anderen, die hier übernachteten bloß ein Zweibettzimmer für sich. Knapp nach 7 war ich frühstücken, eine halbe Stunde später ging ich los. Gleich während der Überquerung der Alm über die Almstraße und dann über Wiesen fings zu regnen an, und meine Schuhe waren bald nach den ersten Metern patschnaß. Ist ja wunderschön da heroben, aber zufrieden stellten mich diese Umstände nicht.

Über die Alm.
Über die Alm.

Am Ende der Almfläche, da wo sich die beiden möglich Abstiegswege ins Tal der Reichraming trennen, es besteht hier auch die Möglichkeit durch die ‚Große Schlucht‘ und über den Triftsteig ins Reichramingtal abzusteigen, machte ich noch die Bekanntschaft von ein paar jungen Buben – ein wenig zu neugierig waren mir da einige junge Stiere, aber sie blieben freundlich.

Neue Freunde.
Neue Freunde.

Nach der Almfläche gehts dann, wenn man nicht die Variante über ‚Große Schlucht‘ und Triftsteig wählt, in die erste Steilstufe im Bergabweg und das war ein Weg, über den ich bei trockenen Zuständen sicher geschrieben hätte: ‚Bei Nässe ist er sicher unangenehm zu gehen.‘ – tja, und heute war Nässe, also war der unangenehm. Schmal, steil, nass, rutschig, mit Steinen durchsetzt. Ich war froh, als der sein Ende fand, und es einige 100 m flach am Hang des Hochkogels dahinging.

Am Hochkogel entlang.
Am Hochkogel entlang.

Dann folgte der Weg durch die zweite Steilstufe, welcher dazu noch das Prädikat ‚mit vielen Wurzeln durchsetzt‘ bekam. Also auch wieder unangenehm, auch das Bachbett, das für ein kurzes Stück den Weg darstellte. Bei trockenen Verhältnissen sicher schön zu gehen, nur heute – naja.

Ende von Steilstufe zwei.
Ende von Steilstufe zwei.

Wenigstens zu regnen hatte es mittlerweile aufgehört. Auch die zweite Steilstufe hinter mich gebracht, gings wieder ein Stück flach dahin, dann nach einer Wegzweigung links hinunter auf einen Karrenweg, dessen Qualität auch entsprechend des Wetters der letzten Tage gelitten hat – schlammig halt.

Die Keixen.
Die Keixen.

Die Wiesenfläche bei der Keixen, einer verfallenen Almhütte, gings durchs hohe Gras, ließ das Wasser in meinen Schuhen dann fast überlaufen und anschließend noch an die letzten Bergabmeter zur Forststraße an der Reichraming, da wo bis Anfang der 70er-Jahre eine Waldbahn für die Holzgewinnung errichtet war.

Entlang der Reichraming.
Entlang der Reichraming.

Eben gings jetzt das Tal hinaus bis ich um 1/2 10 knapp vor der Großen Klause zur Klaushütte kam. Das Betreiberpaar war trotz Sonntag gerade beim Zusammenpacken und Zumachen, angesichts des Wetterberichts rechneten sie mit keinem Besuch.

Klaushütte.
Klaushütte.

Mir rieten sie jedenfalls ab, zur Ebenforstalm und weiter zu gehen. Der entsprechende Entschluss meinerseits war schnell gefasst, auf mehr von den Wegeverhältnissen hatte ich wenig Lust und es sollte also nur noch bis raus nach Reichraming gehen. ‚Nur noch‘ waren aber auch noch 15 km. Außerdem befreite ich mich hier von 5 Zecken, eine sechste kam später noch dazu – die lieben dieses Wetter, schon am vergangenen Wochenende hatte ich 6 Stück zu entfernen. Nach 10 Minuten Pause machte ich mich an den Rausweg nach Reichraming. Es ging entlang der Forststraße anfangs durch einige Tunnels durch bis hinaus zum Schranken bei der Abzweigung nach Anzenbach.

Am Hinausweg nach Reichraming.
Am Hinausweg nach Reichraming.

Anschließend waren es noch 6 km auf der Straße bis nach Reichraming. Hinter mir zogs auch schon wieder recht dunkel zu, obwohl während des Hinausgehens auch einiges an Blau über mir zu sehen war.

Tunnelwanderung.
Tunnelwanderung.

2 Pausen machte ich während des langen Hatschers nach Reichraming und erreichte den Ort um etwa 2. Bald danach war ich am Bahnhof, wo ich den Zug um knapp nach 1/2 3 Richtung St. Valentin nahm.

Reichraming.
Reichraming.

(Wegstrecke: 23 km)

Der Weg verdient sich auf jeden Fall eine Fortsetzung, allerdings dann bei besseren Verhältnissen. Die langen Zugangswege nehme ich gerne in Anspruch, dafür ist man dann in sehr abgeschiedener, ruhiger Umgebung unterwegs. Ab Mitte Juli gibt’s auch tageweise einen Wanderbus hinein ins Reichramingtal, der wird mir vermutlich dann einen Teil des langen Zugangswegs abnehmen. Windischgarsten war diesmal keinesfalls mehr drinnen, die Zeitangaben in der Wegbeschreibung sind schon knapp bemessen und einen anderen Schlusspunkt hätte es gar nicht gegeben, sieht man vom oben erwähnten 20 km-Rausweg vom Bodinggraben nach Molln ab.

Weiter geht’s wahrscheinlich Ende Juni mit dem Südalpenweg, vielleicht sind ja zwischendurch noch einzelne Wandertage drinnen.

2 Kommentare zu „Nationalpark Kalkalpenweg Tage 1 und 2: Hst Krw Großraming – Reichraming“

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