Mühlviertler Mittellandweg 150 Tag 1: Oberkappel – Neufelden

Durch Ausfall eines Termins ergab sich kurzfristig die Möglichkeit den Mittwoch und Donnerstag dieser Woche wandernd zu verbringen. Und da das Mühlviertel sowieso als nächstes Tourenziel auserkoren war, lag es nahe die ersten beide Tage des Mühlviertler Mittellandweges in Angriff zu nehmen.

Den groben Verlauf des 140 km langen Weges gibts hier:

Route Mühlviertler Mittellandweg.
Route Mühlviertler Mittellandweg.


Die Kurzfristigkeit brachte es aber auch mit sich, dass ich ohne eine Quartierreservierung losfuhr. Nichts gefunden am ganzen Weg zwischen Altenfelden und Iglmühle – keine Vermietung mehr, derzeit geschlossen, krank oder schon voll – trotz Recherechen und einigen Telefonaten am Vortag. Es blieb lediglich ein Gasthof in Altenfelden, den hatte ich am Dienstag nicht erreicht.

Tag 1 (09.12.2015): Oberkappel – Neufelden

Und wie es so sein sollte, ergab sich in Altenfelden auch nichts – gerade am heutigen Tag Ruhetag und auch sonst war niemand zuhause. Das wusste ich allerdings in der Früh noch nicht. Ich hoffte aber, dass sich genau in jenem Gasthof noch etwas ergeben würde. Also gings, jetzt erst um 07.30, 2 Stunden später als ursprünglich geplant, mit der Bahn bis Kleinzell im Mühlkreis und weiter mit dem Bus nach Oberkappel. Später als ursprünglich deshalb, da ich eben höchstens bis Altenfelden kommen werde, nicht wie ganz zuerst angenommen bis zumindest Pürnstein. Grund genug für 2 Stunden mehr Schlaf. Um 1/4 12 war ich in Oberkappel und konnte einen neuen Weg angehen.

Oberkappel.
Oberkappel.

Der führte erst auf bekanntem Terrain. Bis zum Ameisberg hatte ich den 10er, den Rupertiweg als Begleiter – erst im heurigen April war ich mit meinem Bruder hier. Und der Erinnerung entsprechend war der erste Anstieg von Oberkappel nach Hutstein bzw damals der Abstieg nach Oberkappel nur ein Hupfer. Getäuscht, der Anstieg war doch ein recht langer. Etwa 250 Höhenmeter geht’s da hinauf.

Gleich oben in Hutstein.
Gleich oben in Hutstein.

Ich schwitzte mich da also rauf und war nach einer halben Stunde dann aus dem Wald und bei den Häusern von Hutstein. Von da weg sah ich dann den Ameisberg und das zuvor zu durchquerende Vatersreith vor mir. Die Warte des Ameisbrg allerdings war im Nebel versteckt.

Vom Hutstein Richtung Ameisberg.
Vom Hutstein Richtung Ameisberg.

Wettermäßig wars heute nicht berühmt, den herumziehenden Wolken und ihrer Dunkelheit zufolge hätte es längst regnen müssen. Der Wind allerdings rührte sich hier auf der freien Fläche ziemlich.

Vor Hallschlag.
Vor Hallschlag.

Ich zog leicht bergab nach Vatersreith, weiter nach Hallschlag und noch ein Stück auf einer Wiese bergan, bevor es im Wald an das letzte Stück zur Warte am Ameisberg ging, die ich nach anderthalb Stunden Gehzeit erreichte. Die Aussichtswarte samt dem anliegenden Gasthaus war geschlossen, Winterpause.

Am Ameisberg.
Am Ameisberg.

Also gings gleich wieder weiter, und zwar den 10er verlassend. Der zieht links hinunter nach Mitternschlag und weiter nach Peilstein, wogegen ich in Richtung Hohenschlag ging. Bergab durch den Wald kam ich zur Straßenkreuzung der Straße auf den Ameisberg und zwischen Mitternschlag und Hohenschlag.

Raus aus dem Wald und auf die Straße nach Hohenschlag.
Raus aus dem Wald und auf die Straße nach Hohenschlag.

Hier erreichte ich dann nach schon mehreren Versuchen zuvor per Telefon endlich meine einzigen mir noch bekannten potentiellen Quartiergeber, aber: heute abends niemand da, also kein Quartier für mich. Unterwegs wollte ich dann noch schauen, ob mir etwas unterkommt, die Hoffnung war aber nicht groß und so stellte ich mich schon darauf ein, einen doch nur eintägigen Ausflug ins Mühlviertel heute in Neufelden auch schon wieder zu beenden. Weiter gings dann auf einem Weg neben der Straße hinunter nach Hohenschlag.

Es geht raus aus Hohenschlag.
Es geht raus aus Hohenschlag.

Das dort in der Wegbeschreibung genannte Gasthaus kam mir nicht unter, also wieder keine Pause und keine Einkehr. Am Ortsende gings dann links in einen Güterweg, der weiter schön angenehm anfangs flach, dann im mäßigen Auf und Ab über Wiesen und durch Waldflächen führte.

So lässt sichs wandern.
So lässt sichs wandern.

Zwischendurch wurde eine schmale Straße gequert und schließlich erreichte ich eine Wiese, von wo aus dann schon das etwas abseits des 150ers liegende Putzleinsdorf zu sehen war.

Vor mir der noch zu durchwandernde Hof Eder und Putzleinsdorf.
Vor mir der noch zu durchwandernde Hof Eder und Putzleinsdorf.

Der kurz zu begehenden Straße zwischen Putzleinsdorf und Sarleinsbach wurde ein Stück mit der Durchquerung des Hofes Eder ausgewichen, dann gings auf einer Nebenstraße zur Abzweigung nach Maria Bründl, das ich um 1/4 3 erreichte.

Maria Bründl.
Maria Bründl.

Der eifrige für-mich-Stempelsammler in mir fand dann auch hier (ebenso wie zuvor schon am Ameisberg und in Hohenschlag) keine Möglichkeit, einen Stempel zu ergattern, obwohl bei Maria Bründl der Obermühlviertler Jakobsweg gekreuzt wird. Der 1 km hin, 1 km zurück-Abstecher nach Putzleinsdorf wäre noch eine Möglichkeit gewesen, dafür war ich aber gerade auch nicht zu haben. Folglich lasse ich am Mühlviertler Mittellandweg es mal bleiben, meine Wanderung per Stempelsammlerei zu dokumentieren, erstmals. Schon knapp bevor ich in Maria Bründl war, fings leicht zu regnen an, und der Niederschlag hörte bis zum Tagesschluß auch nicht mehr auf. War aber nie so, dass das Wandervergnügen hätte wesentlich getrübt werden können. Von Maria Bründl folgte ich weiter angenehmen Waldwegen, kam bei Holzreith vorbei und verließ bei Streinesberg wieder den Wald.

Knapp vor Streinesberg wieder raus aus dem Wald.
Knapp vor Streinesberg wieder raus aus dem Wald.

Ab Streinesberg gings dann lange Zeit auf Asphaltstraßen, aber in schöner hügeliger Gegend dahin, die nächsten markanteren Punkte waren der Hof Hub, das Furtkreuz und Tannberg.

Hof Hub.
Hof Hub.

Ab knapp vor dem Tannbergerhof kamen aus dem mich begleitenden Regen auch immer mehr Schneeflocken.

Vom Furtkreuz Richtung Tannbergerhof.
Vom Furtkreuz Richtung Tannbergerhof.

Nach der Überquerung der Landesstraße gings wieder abseits des Asphalts hinunter ins Tal der kleinen Mühl, die ich bei Doppl überquerte und anschließend wieder hinaus aus dem Tal hinauf und zwischendurch wieder die Landesstraße überquerend nach Haselbach ging.

Doppl, im Tal der Kleinen Mühl.
Doppl, im Tal der Kleinen Mühl.

Dunkel wurde es hier mittlerweile auch schon, der Weg ab Haselbach sollte zumindest bis Altenfelden trotzdem nicht zu verfehlen sein, denn das kurze Nichtasphaltstück durch das Kleine Mühltal war hier heroben wieder beendet und bis Altenfelden gings auf oder neben Straßen im Umfeld der Rohrbacher Bundesstraße.

Die Häuser von Haselbach vor mir.
Die Häuser von Haselbach vor mir.

Laut, viel Verkehr, wenig schön. Schon am Ortseingang von Altenfelden aber verließ ich zum Glück das Reich der breiten Betonschneisen und ging zuerst auf einem Güterweg an zwei Höfen vorbei und dann in den Wald. Hier führte der Weg auf einer Forststraße dahin, sodaß trotz Dunkelheit der Weg immer erkennbar war und ich auch keine Stirnlampe benötigte. Meist bergabführend erreichte ich dann die Feuchtenbachhäuser und nach einem Stück Bergan auf der Zufahrtsstraße von Neufelden erste zu Neufelden gehörige Häuser. Hier lenkte ich in eine Straßenkehre zuerst auf die Straße am westlichen Ufer des Pürnstein-Stausees ein, war mir dann aber bald klar, dass ich von hier nicht so leicht zum Bahnhof in Neufelden finden würde, bzw nur unter Umwegen und absehbarem Herumirren. Also retour und über einen Hang die Straße abkürzend und im hier liegen gebliebenen Schnee ein wenig herumrutschend hinauf nach Neufelden. Am Hauptplatz war ich um 3/4 6 und nach Nachfrage, Quartiermöglichkeit hatte ich unterwegs keine mehr gefunden, auch schon auf dem Steig hinunter zum Bahnhof. Und Glück gehabt, um 18.13 kam der nächste Zug nach Linz.

Noch eine Serie nicht mehr gelungener Fotos :-):

(Wegstrecke: 25 km)

Fortsetzung folgt bestimmt noch im Dezember. Anders als vorgehabt werde ich den Weg allerdings heuer nicht mehr fertig bringen. Erwähnt sein soll noch, dass der Mühlviertler Mittellandweg zumindest am heute begangenen Teilstück perfekt markiert ist – eigentlich keine Chance, sich hier zu vergehen.

2 Kommentare zu „Mühlviertler Mittellandweg 150 Tag 1: Oberkappel – Neufelden“

    1. Kann ich mir gar nicht vorstellen, dass du einen Weg nicht kennst ;). Der 150er ist sogar teilweise vom AV Weitwanderer markiert worden, bzw wurden zumindest die Markierungstaferln zur Verfügung gestellt.

      Zelt od sonstwie draußen – in dieser Jahreszeit für mich keine Option. Wobei man passende Plätze am Weg von Neufelden an der Gr. Mühl entlang Richtung Iglmühle und auch dann weiter Richtung St. Peter am Wimberg sicher findet. Bin ja inzwischen 2 weitere Tage unterwegs gewesen.
      LG

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s