Zentralalpenweg 02 Tage 11 bis 14: Pernegg – Ingeringsee

Die Hütten am nächsten Teilstück sollten ja wieder offen haben. Damit beginnt die 02er-Saison und geplant waren fünf Tage am Stück. Von Pernegg weg, wo Mitte März Schluß war, über die Gleinalm nach Knittelfeld, weiter nach Seckau und in die Niederen Tauern hinüber ins Triebental und schließlich bis nach Hohentauern. Die Wettervorhersage für diese 5 Tage verschlechterte sich innerhalb der letzten Tage kontinuierlich bis hin zu Orkanböen am Donnerstag und „intensiver Regen und kalt, […] mitunter stürmischer Nordwestwind“ für den Freitag. Ein Verschieben um 2 Tage wäre wohl sinnvoll gewesen, aber geplant war, die freien Tage so organisiert und versuchen wollte ich es auf jeden Fall. Der Freitag, der Tag mit den miesesten Wetterprognosen, war aber durch die mögliche Einbeziehung der Fensteralmhütte und durch merkwürdige Gepflogenheiten der Steinplanhütte, Lagerreservierung für alleinige Dahinwanderer gibts nicht, ohnedies der Tag mit der kürzesten geplanten Strecke. Und in Knittelfeld und den Orten danach konnte, falls es doch nicht ging, potentiell leicht abgebrochen werden. Was dann auch nötig wurde.

Tag 11 (15.05.2014): Pernegg – Fensteralmhütte (Carl-Hermann-Notunterkunft)

Ziel des ersten Tags war die Carl-Hermann-Notunterkunft des ÖAV Weitwanderer bei der Fensteralm. Um die Strecke von Pernegg bis zum Gleinalmhaus zu schaffen, dafür war ich zu leistungsschwach und fiel damit in die Kategorie jener, für die die Nutzung der Notunterkunft ja gedacht ist :).

Zeitig gings heute wieder los. Knapp nach 6 Uhr fuhr der Zug von Meidling weg und um etwa ¾ 9 war ich in Pernegg. Noch ein kurzer Einkauf, ich hatte Zahnpasta vergessen, und dann war Start in die geplanten 5 Tage.

Pernegg.
Pernegg.

Das Wetter paßte eigentlich, hier herunten wars zwar windig, aber keineswegs so, daß es mich gleich vom Wegmarschieren abhielt. Und von Niederschlag keine Spur. Es ging zuerst auf der Straße durch Pernegg, dann durch Kirchdorf und schließlich durch Zlatten, wo ich mir noch, bevor ich in den Zlattengraben reinmarschierte, einen Stempel holte.

Im Zlattengraben.
Im Zlattengraben.

In Zlatten gings dann links weg Richtung Eisenpaß, bis zum Ortsende noch auf Asphalt, dann wurde eine Sand- und Schotterstraße daraus, die es stetig leicht bergan ging. An zwei Forsthäusern gings vorbei und ich erreichte dann die Abzweigung Griesbach.

Abzweigung Griesbrücke.
Abzweigung Griesbrücke.

Dort nahm ich rechts weg den Weg zum Hochangerschutzhaus. Hier gings auch noch eine Zeit lang auf Forststraßen dahin, immer steiler werdend und in Kehren bergan bis zu einem einzeln stehenden Bauernhof. Der Weg zweigte dort rechts weg in den Wald und auf einen recht steilen Fußweg, der schließlich auf offene Fläche mündete, an der Blasmoaralm vorbeiführte und dann bald, nach einem kurzen Waldstück, die Hütte erreichte.

Hochanger-Schutzhaus.
Hochanger-Schutzhaus.

Dann eine Enttäuschung: Hütte geschlossen. Wegen Krankheit. Kein Kakao, kein Stempel und eigentlich einen somit unnützen Weg von etwa einer Stunde gemacht. Pause machte ich trotzdem kurz und um knapp vor 12 ging ich wieder weiter. Es ging jetzt zum Eisenpaß hinüber, immer bergab auf einer Forststraße, an einer Quelle vorbei. Am Eisenpaß kurz ein paar Fotos geschossen und dann wurde es steil.

Blick zurück zum Eisenpaß.
Blick zurück zum Eisenpaß.

Einen Wiesenhang gings hinauf, in der direkten Linie und die 250 Höhenmeter zu den sog. Drei Pfarren waren so schnell erledigt. Knapp davor gings dann im schon recht schütteren Wald dahin.

Zu den Drei Pfarren.
Zu den Drei Pfarren.

Als ich dann diesen Punkt erreichte, wars dort das erste Mal heute, dass sich sowas wie der angekündigte Sturm bemerkbar machte. Unangenehm, ich war aber gleich wieder im Wald und es wurde wieder besser. Weiter gings im Wald immer bergan. Zwischendurch machte ich in einer kleinen Mulde, damit mir der Wind auch ja nichts antun konnte, Jausenpause. Das war dann schon knapp vor dem Herrenkogel, vor dessen Gipfel ich wieder ins Freie kam und entsprechend stürmte es hier.

Treffen mit dem 05er.
Treffen mit dem 05er.

Knapp danach dann der Treffpunkt mit dem 05er, dem Nord-Süd-Weitwanderweg, der von Leoben hier herkommt. Gemeinsam gings dann flach und wieder an einer Quelle vorbei zur Hochalm. Dort ist im größeren der beiden Gebäude übrigens auch ein kleines Notlager eingerichtet, 4 Betten, frei begehbar, aber mehr ein Holzverschlag, es zieht hier ordentlich durch.

Hochalm.
Hochalm.

Der Bereich der Hochalm war auch so ein Streckenstück, wo der Wind ziemlich blies. Ein bißchen blieb ich in dem Gebäude und dann gings über die Alm in den Wald und über einen recht steil bergab führenden Fußsteig dann hinunter zur Forststraße, die zum Almwirt führt. Auch hier eine Quelle, um noch Wasser nachzutanken und auch hier blieb ich ein bißchen.

Beim Almwirt am Almsattel.
Beim Almwirt am Almsattel.

Anschließend dann, hier im Tal wars noch dazu komplett windstill, ein schönes Stück Weg. Wiesen, Bäche querend und relativ flach dahin, nicht oft bei der Gleinalmüberquerung. Aber ich übersah eine Abzweigung und kam dann über eine Forststraße zum Pöllasattel. Hier gings links weg, wieder ziemlich bergan Richtung Pöllakogel. Fußsteig, Serpentinen und warm wurde mir.

Bergauf gehts.
Bergauf gehts.

Bei den Passagen, wo freie Fläche oder Sättel zu durchwandern waren, zeigte der Wind dann auch wieder sein Können. Irgendwo verlor ich dann die Markierung bzw gabs keine, folgte aber einem sehr steilen Steig auf eine freie Anhöhe, von der weg ich wieder Orientierungsschwierigkeiten hatte. Mit Karte und Gefühl fand ich aber die richtige Richtung und stieß knapp vor der Abzweigung zur Fensteralmhütte wieder auf meinen richtigen Weg.

Fensteralmhütte (Nur der mittlere Teil ist Notunterkunft).
Fensteralmhütte (Nur der mittlere Teil ist Notunterkunft).

Im Zuge des Wegs vom Pöllasattel gabs außerdem die ersten Niederschläge heute, kein Schütten, nichts Gravierendes so wie angekündigt, sondern ein bißchen Schneetreiben. Die Hütte liegt ca 15 min abseits des Wege an einer Forststraße, die Abzweigung nahm ich und war etwa um ½ 7 da. Klein, die Notunterunkunft, aber schön eingerichtet und gut in Schuß gehalten, bloß eine Wärmequelle ging mir heute ab.

(Wegstrecke: 32 km)

Tag 12 (16.05.2014): Fensteralmhütte (Carl-Hermann-Notunterkunft) – Gleinalmhaus

Guten Morgen. Der erste Blick raus in der Früh.
Guten Morgen. Der erste Blick raus in der Früh.

Die Etappe war ja ursprünglich, und bei noch besseren Wetterprognosen, bis zur Steinplanhütte geplant. Als ich etwa eine Woche vor dem Beginn dieser 5tägigen Tour mich um Quartiere und darum, ob sie bereits bewirtschaftet sind, umschaute, rief ich bei der Steinplanhütte an und wollte für mich einen Platz im Lager reservieren. Ging nicht. „Stellen Sie sich vor, da kommt eine Gruppe, und will Sie nicht mit im Lager haben“ kam da etwa, oder „Und dann kann ich keine Gruppe mehr ins Lager legen, wenn Sie das Lager schon besetzen“. Ein 15er und ein 20er- Lager gibts dort, ich wollte keines der beiden Lager für mich alleine, oder andere am Übernachten in den übrigen 14 bzw 19 Lagerplätzen hindern, ich wollte einen einzigen Platz, wo ich meinen Schlafsack des Nächtens ausbreiten und mich hineinlegen konnte. Aber die Pächterin war am Telefon nicht zu überzeugen. Keine Lagerplatzreservierung für alleinige Wanderer. Auch noch nie erlebt. Also war der geplante Etappenschluß heute das Oskar-Schauer-Sattelhaus, dort war das mit dem einzelnen Lagerplatz, wie sonst überall anders auch, kein Problem. Der Sturm führte schließlich dazu, dass es heute nur bis zum Gleinalmhaus ging.

In der Notunterkunft fast 10 Stunden geschlafen, erst um 9 gings weg. Und ich kam wie gesagt heute nicht soweit, wie ich es vor hatte. Das Sattelhaus war heute über den markierten Weg nicht erreichbbar, denn für heute stimmte die Wetterprognose. Wind, Sturm, Orkan.

Am Fensteralmsattel.
Am Fensteralmsattel.

Schon bald nach Beginn, nachdem ich von der Unterkunft zur Markierung zurückgegangen war und dann auf einem schmalen Fußsteig die freie Fläche knapp vor der höchsten Erhebung der Fenstalm erreichte, gings mit dem Sturm los. 2 Schritte vor, 5 zur Seite, sodaß ich bald abseits des Weges war und dort einmal auch blieb und parallel des Gleinalpenkamms ging.

Fensteralmgipfel.
Fensteralmgipfel.

Nachdem es wieder in den Wald ging, kehrte ich zum Steig zurück und auf diesem gings dann in einen kleinen Sattel. Dort entschloß ich mich dann, bis zum Gleinalmsattel Markierung Markierung sein zu lassen und auf der Forststraße dort hin zu gehen. War zwar von der Streckenlänge wohl um einiges länger, aber eine Überschreitung des Kamms war heute echt nicht drinnen. So gings dahin relativ flach zumeist und bei Kreuzungen immer rechts haltend. Auch hilfreich, dass ich gar einmal eine Karte mithatte, und mich nicht nur an die Wegbeschreibung hielt. Der einzige markante Punkt bei der Forststraßenwanderung war die Lammhütte (im Bereich des Eiblkogels), wo der richtige Weg scharf rechts weg ging und in dessen Bereich die Starkstromleitung über die Gleinalpe führt.

Bei der Lammhütte.
Bei der Lammhütte.

Um 14 Uhr erreichte ich dann den GH Gleinalm, der erst ab morgen wieder geöffnet sein sollte, aber siehe da, die Wirtsleute waren schon da. So gabs Suppe und Kakao und den Tip, es für heute doch bleiben zu lassen.

Gleich den Gleinalmsattel erreicht.
Gleich den Gleinalmsattel erreicht.

Naja, versuchen wollte ich es aber, obwohl mit dem Roßbachkogel nochmals so eine Kammbegehung vor mir stand. Also um ¾ 3 wieder los. Die 200 hm hinauf zur Roßbachalm waren kein Problem, aber danach wars nicht mehr machbar, wobei mich einmal der Wind regelrecht umgehauen hat.

Bald danach ging nichts mehr.
Bald danach ging nichts mehr.

Also retour und um ¾ 4 stand ich wieder bei der Gleinalm, blieb dort und bezog den Winterraum, da die Lager im Schutzhaus noch nicht hergerichtet waren. Sehr gemütlich dort und mit Ofen.

Morgen geht’s sicher weiter, aber über einen anderen Weg, dem Kamm ausweichend, nachdem der Sturm sich morgen noch immer halten dürfte.

(Wegstrecke: 14 km)

Tag 13 (17.05.2014): Gleinalmhaus – Seckau

Wieder ganz gut geschlafen und um 1/2 6 munter, wie gewollt, obwohl ich keinen Wecker mehr hatte, das Telefon war vor lauter Netzsuche leer. Der Blick hinaus bestätigte den gestrigen Entschluß einer anderen Wegwahl.

Gleinalm in der Früh.
Gleinalm in der Früh.

Leichtes Schneetreiben und Wind, über den Roßbachkogel gings also nicht. Ein bißchen Zeit ließ ich mir dann, aber um knapp nach ½ 7 ging ich weg. Und zwar Richtung Brendlstall, das Sommerquartier der Lippizaner aus Piber. Und siehe da, auf dem Weg dorthin, ein flacher Fußweg am Hang entlang, kam mir ein Wanderer entgegen. Es gibt also auch andere Verrückte. Knapp vorm Brendlstall erreichte ich freie Almfläche und hatte somit wieder recht starken Wind als Wegbegleiter.

Beim Brendlstall.
Beim Brendlstall.

Vorbei am Stall zog ich dann weglos und bergan hinüber zu einer schon weit sichtbaren Forststraße, die mich laut Karte etwa bei der Zeißmannhütte wieder zur Markierung führen sollte. War auch so.

Und die Forststraße war erreicht.
Und die Forststraße war erreicht.

Als ich die Straße erreichte, wurde der Wind mit kurzen Ausnahmen dazwischen auch wieder weniger.

Ob. Pussoralm.
Ob. Pussoralm.

Forststraßenhatscher war angesagt, an der Pussoralm vorbei, dann wieder stetig hinauf auf einen Kamm, von wo die Gegend um die Zeißmannhütte schon zu sehen war.

Blick zurück zum Roßbachkogel.
Blick zurück zum Roßbachkogel.

Kurz bergab, dann kurz steil bergan und da war ich wieder bei der Markierung. Aber nur kurz, denn nach der Zeißmannhütte führte die sichtbare Markierung wieder auf den Kamm der Terenbachalm hinauf. Dort wollte ich aber des Windes wegen unter keinen Umständen hin. Also wieder weglos hinunter in Richung des Bereichs der Terenbachhütte, und ich hatte die richtige Markierung dort bald wieder.

Terenbachhütte.
Terenbachhütte.

Über die Alm gings dann hinunter zur Terenbachhütte und von dort immer leicht bergab auf einer Forststraße und fast schon ohne Wind schließlich zum Sattelhaus. Dort hatte ich für gestern eigentlich ein Lager reserviert, aber von der Gleinalm angerufen, dass ich nicht komme, aber heute am Vormittag da sein werde. Also wurde ich schon erwartet. Etwa ¼ 11 wars als ich ankam.

Oskar-Schauer-Sattelhaus.
Oskar-Schauer-Sattelhaus.

Und, noch ein Verrückter: ich war dann nicht der einzige Gast. Noch ein Wanderer hatte sich auf ein Vormittagsbier hier eingefunden. Für mich gabs Kakao und Topfenstrudel, sowie eine nette Plauderei mit dem weiteren Gast und der Wirtin. Um ¾ 11 war ich wieder auf dem Weg. Nächster Punkt war das Stierkreuz, zu dem man auf Forst- und Fußwegen durch den Wald meist leicht bergan hinkam.

Stierkreuz.
Stierkreuz.

Dort wendete der Weg nach links und zog ohne viel Höhenunterschiede weiter bis zur Turneralm, wo der Weg wieder rechts wendete und wo bald danach der seit knapp vor der Hochalm gemeinsam führende 05er Richtung Gaberl wegzweigte.

Auf der Turneralm.
Auf der Turneralm.

Mein nächstes Zwischenziel war die Steinplanhütte. Weit wars nimmer, aber einige Höhenmeter zu machen. Nach der Abzweigung gings einmal bergan in den Wald, dann im Wald am Hang entlang bis ich den Bereich mehrerer Almen und des Krennsattels erreichte, wo dann danach einige Kuppen mitgenommen werden mußten.

Richtung Krennsattel.
Richtung Krennsattel.

Recht warm wurde mir schon. Der bißchen und zeitweise Niederschlag am Vormittag war schon weg, Wind ging so gut wie keiner mehr und dann der letzte Anstieg zum Steinplan konnte einiges. Ab der Untermoaralm gings bergan im Wald auf einem schmalen Fußsteig, der dann schon knapp vor der Hütte nochmals die Steigung erhöhte und mich so ziemlich schwitzend zur Hütte gelangen ließ.

Steinplanhütte.
Steinplanhütte.

Und nette Wirtsleute dort, die sind offenbar nur beim Einzelllagerreservieren ein wenig merkwürdig. Gab wieder Topfenstrudel und viel Flüssigkeit und knapp nach ½ 2 gings weiter. 1000 Höhenmeter bergab, nicht meine Lieblingsaufgabe. Erst einmal recht steil mehrmals eine Forststraße querend kam ich dann zu flacheren Wegen, die ganz schön am Hang und über Almen führten.

Almwanderung.
Almwanderung.

Irgendwann erreichte ich dann wieder geschlossenen Wald, wo es dann bald wieder steiler wurde, bis ich dann, diesmal endlich, eine Forststraße erreichte, die den trotz zweier während des Bergabgehens eingelegter Pausen schon leidenden Knien und Fußsohlen jetzt ganz gut tat. Ich kam durch den Hof Sattelbauer durch und erreichte eine Wiese, von wo sich Knittelfeld schon vor mir ausbreitete.

Beim Sattelbauer. Und Knittelfeld.
Beim Sattelbauer. Und Knittelfeld.

Ein Stück gings aber noch bergab, teilweise wieder ziemlich steil und so war als ich Apfelberg, die Ortschaft vor Knittelfeld, erreichte, und damit Asphalt, dieser mal kein Grund zum Maulen, sondern guttuend. Auf der Straße gings nach Knittelfeld, wo ich recht genau um ½ 5 war. Ein Einkauf, und eine Einkehr in ein Gasthaus und was zu zu Essen später zogs mich auf die letzten 10 km heute. Seckau wollte noch erreicht werden. Schließlich hatte ich da ein Zimmer reseriert und zeitmäßig gings sich schon aus.

Da noch drüber. Der Tremmelberg.
Da noch drüber. Der Tremmelberg.

Als Hindernis zwischen mir und Seckau stand noch der Tremmelberg, der es auch, besonders nach schon 30 km, noch in sich hatte. Anfangs gar nicht so schlimm, mal über einen Fußweg Forststraße abkürzend, sonst und dann auf der Forststraße leicht bergan an einem Bauernhof vorbei, zweigte die Markierung dann weg und der Steig wurde steiler und steiler. Ins Schwitzen kam ich wieder ordentlich und war ganz froh, als die Türme am Tremmelberg dann schon knapp vor mir auftauchten.

Gleich oben.
Gleich oben.

Kurz ein paar Fotos gemacht und hinunter nach Seckau. Kein schöner Weg. Teilweise durch Waldarbeiten wie ein Schlachtfeld wirkend, teilweise wieder sehr steil bergab auf recht rutschigen Wegen. Aber auch das war dann bald geschafft und als ich um 20 Uhr in Seckau ankam, heulten gerade die Zivilalarmsirenen.

Seckau.
Seckau.

Kenne die steirischen Üblichkeiten nicht, aber samstags um diese Zeit passiert das wohl auch nicht überall. Mit Hilfe von Leuten gleich am Ortsbeginn fand ich mein Quartier dann sehr rasch und war nach zwei Nächten Selbstversorgung über Warmwasser, Strom und Bett sehr glücklich.

Rundherum liegt relativ weit herunter Schnee, die Bergerhube morgen könnte sich ausgehen, obwohl Zweifel angebracht sind. Was dann den Weiterweg und den Montag, den letzten geplanten Tag angeht, rechne ich nicht damit, dass der machbar sein wird.

(Wegstrecke: 40 km)

Tag 14 (18.05.2014): Seckau – Ingeringsee (Kettentörl)

Die Zweifel waren berechtigt. Die Bergerhube war wandernd über das Kettentörl heute nicht erreichbar. Zuviel Schnee auf dem Weg Richtung Kettentörl. Und manchmal kriegt bei mir doch die Vernunft auch eine Chance.

In der Früh konnte ich mir ein bißchen Zeit lassen. Bei guten Bedingungen wäre die Strecke in etwa 9 Stunden zu machen, also reichte ein Wegmarschieren um 8. Ausreichend Frühstück gabs wieder, in einer kleinen, feinen und sehr günstigen Zimmervermietung, und so wars dann knapp nach 8, als ich wegging. Stempel bekam ich keinen dort, also ging ich zurück in den Ort und holte mir den dort. Kostete etwa ein halbe Stunde zusätzlich. Aber was tut man nicht alles als Stempelsammler. Der weitere Weg nach Ingering II war dann wenig aufregend. Erst lange auf der Straße gings dann auf einen Feldweg und damits nicht so langweilig wird, leistete ich mir dann bei einem Bauernhof wieder einen Vergeher.

Auch solche Markierungen kann man, also ich, übersehen.
Auch solche Markierungen kann man, also ich, übersehen.

Bestimmt der Erste hier, denn so deutlich konnte man die Abzweigung in ein Stück Waldweg knapp davor nicht markieren, aber in Gedanken versunken ging ich gerade weiter und machte mich dann irgendwann mangels Weg mitten auf einer Wiese auf die Suche nach dem Fehler. Wieder zurück, und das kurze Stück Waldweg führt dann zur Straße Ingering II – Knittelfeld und weiter auf eine Nebenstraße und auf dieser gings bis nach Ingering II.

Ingering II.
Ingering II.

Dort machte ich um etwa 11 eine der üblichen Pausen, Kakao und Topfenstrudel, und ging dann den Weg in Richtung Kettentörl und weiter zur Bergerhube an. Ebenfalls vom Gehen her nichts aufregendes, bis zum Ingeringsee zumindest, wohl aber in angenehmer Umgebung.

Beim ehem. GH Ingering.
Beim ehem. GH Ingering.

Lange 10 km taleinwärts auf einer Straße, ab dem Parkplatz Pletzen II Schotterstraße und schließlich zum See. Bei der Bergwachthütte vor dem See machte ich um ½ 2 nochmals Jausenrast.

Pause.
Pause.

Beim See machte der Blick weiter hinauf noch zweifelnder, was die Möglichkeit des Drüberkommens über das Kettentörl anlangte. Aber ich ging einmal weiter, hier wars noch vollkommen schneefrei. Rechts am See vorbei, sehr schön hier, dann auf einer Schotterstraße weiter, langsam bergan führend, und dann links weg in einen Fußweg.

Ingeringsee.
Ingeringsee.

Ab hier gabs einmal kleine Schneeflecken, noch nichts tragisches, der Schnee wurde aber bald mehr. Ein schmaler Steig verband den Fußweg mit einer breiteren Straße, die schon zur Gänze schneebedeckt war. Erst nur knöcheltief, da gings noch.

Es wird mehr Schnee.
Es wird mehr Schnee.

Nach längerem Weiter, immer mehr wurde aus dem Gehen ein Stapfen und Stolpern, versank ich dann schon regelmäßig bis hin zu mehr als knietief im Schnee. Und obwohl das Kettentörl gar nicht mehr weit war, ein Hupfer quasi bei sommerlichen Bedingungen, kehrte ich dann kurz in mich und beschloß, ½ 5 wars ca., es bleiben zu lassen, umzukehren. Vielleicht wärs machbar gewesen, ein neues Experiment wie die letzte Salzsteigweg-Etappe brauchte ich heute aber nicht.

Hier war Schluß.
Hier war Schluß.

Also retour, und da wars einfacher, schießlich hatte da schon wer gespurt :). Um 1/4 7 war ich wieder beim Ingeringsee und machte nochmals kurze Pause bei der Hütte knapp danach. Mit ziemlichem Tempo zog ich dann weiter, schließlich mußte ich mich in Ingering noch auf Quartiersuche begeben. Das erledigte sich dann aber auf die beste Art, denn als ich wieder beim Parkplatz Pletzen II anlangte, fings gerade ziemlich, erstmals in diesen 4 Tagen übrigens, zu regnen an und gleich nachdem ich mich und mein Zeug regenfest gemacht hatte, kamen von oben 2 Autos herunter und mir wurde die Mitfahrt angeboten. Nicht nur nach Ingering, sondern gleich nach Knittelfeld, womit ich heute noch die Möglichkeit hatte, heim zu fahren. Danke!!!

(Wegstrecke: 25 km und ca. 8 km wieder retour)

 Die gewollten 5 Tage und die gewollte Strecke wurde es zwar nicht, aber weiter gings. Und eigentlich hatte ich ja südlich der Mur noch ziemliches Wetterglück. Den großen Niederschlag gabs nördlich davon. Der Regen beim Runtermarsch nach Ingering war für mich der erste nennenswerte Niederschlag in diesen 4 Tagen. Und am 4. Tag wars schon recht warm und zeigte sich die Sonne immer wieder. Nehme, dass 3 oder gar nur 2 Tage später das Kettentörl schon wieder gegangen wäre. So ists halt für eines der nächsten Wochenenden aufgehoben.

4 Kommentare zu „Zentralalpenweg 02 Tage 11 bis 14: Pernegg – Ingeringsee“

  1. Freut mich einmal, dass offensichtlich meinem Wunsch nach mehr Bildern nachgekommen wurde!
    Ansonst wäre es sicherlich besser gewesen, die Tour 2 Tage später zu starten (vor allem bei diesem Wetterbericht)!
    Ich will ja nicht schlaumeiern oder schulmeistern, aber das muss doch sein: Beim nächsten Mal gleich auf den Rat des Hüttenwirtes hören – wir kennen das ja, wenn am nächsten Tag in den Zeitungen steht: „Trotz Warnung des Hüttenwirtes … Einsatz der Bergrettung … Suchmannschaft … geborgen“ usw…
    Möchte jedenfalls noch weitere Berichte über Deine 02-er Begehung bis einschließlich Feldkirch (!) hier lesen!!!

  2. Servus Smeki,
    Super-Sache, mitterweile sind wir dir auf dem Fersen und gestern in Mixnitz eingetrudelt. Bin ja gespannt, wie’s weitergeht.
    lg
    Sebastian

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